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Leitidee der Akademie Schloss Solitude

Zur Akademie

Die Akademie Schloss Solitude ist ein internationales Artist-in-Residence-Programm, das seit seiner Gründung 1990 mehr als 1400 junge Künstler*innen und Wissenschaftler*innen aus über 120 Ländern gefördert hat. Es bildet für die internationale Kunstszene ein wichtiges globales und transdisziplinäres Netzwerk.

Der Name Akademie Schloss Solitude verbindet die Idee eines Refugiums mit dem Gedanken künstlerischen und wissenschaftlichen Austauschs. Ein Aufenthalt an der Akademie Schloss Solitude ermöglicht den Stipendiat*innen, sich unter materiell und intellektuell guten Bedingungen ihren Arbeitsvorhaben zu widmen. Die zur Verfügung stehenden Ressourcen können bedürfnisorientiert eingesetzt werden. Für das Selbstverständnis der Akademie ist es zentral, dass Stipendiat*innen aller Bereiche ohne Alltags- und Präsentationszwang künstlerisch arbeiten und forschen können. Gleichermaßen bietet die Akademie aber Möglichkeiten, Projekte nach außen zu kommunizieren und öffentlichkeitswirksam zu fördern. Neben zahlreichen Veranstaltungen ermöglicht die flexibel angelegte Online-Plattform Schlosspost internationale Sichtbarkeit der Stipendiat*innen und ihrer Themen und gibt Raum für neue digitale Projekte.

Ein Aufenthalt an der Akademie Schloss Solitude ist eine Investition in die Zukunft, denn mitunter werden die Ergebnisse sowohl für die Stipendiat*innen als auch für die Akademie erst zu einem späteren Zeitpunkt sichtbar.

Der Gründungsdirektor Prof. Jean-Baptiste Joly hat die Akademie Schloss Solitude vom 1. Januar 1989 bis zum 31. März 2018 geleitet. Seit dem 1. Mai 2018 ist Elke aus dem Moore Direktorin der Akademie Schloss Solitude.

Die Akademie Schloss Solitude wird von Zuwendungen des Landes Baden-Württemberg finanziert.


»Esprit Solitude«

Im spätbarocken Kleid über den Dächern der Kultur- und Industriemetropole Stuttgart angesiedelt, hat sich die Akademie Schloss Solitude zu einem wichtigen globalen Netzwerk der internationalen Kunstszene entwickelt. Im Einklang mit der Lage und Geschichte des Schlosses will Solitude seinen Gästen Rückzugsort und Freiraum für Kunst und Leben sein. Ihre Stipendiat*innen und Gäste nutzen sie als künstlerischen Inkubator, als Projektionsfläche, als Kontaktbörse oder als Gelegenheit, ein Projekt ohne Blick auf Konventionen verwirklichen zu können. Das Haus vertritt einen offenen Kunstbegriff und lässt sich ganz bewusst von seinen Gästen prägen.


Geschichte

Herzog Carl Eugen ließ das spätbarocke Schloss Solitude von 1763 bis 1769 als Jagdschloss und Sommerresidenz erbauen, brachte dort aber bald die Hohe Karlsschule unter, zu deren Schülern auch Friedrich Schiller zählte. Später wurde Solitude unter anderem als Kriegslazarett, Gastwirtschaft, Gefängnis und Studentenwohnheim genutzt. Seit 1990 beherbergen die beiden Offizien- und Kavaliersgebäude des Schlosses die Wohn-, Arbeits- und Ausstellungsstätten der Akademie Schloss Solitude.


Räumlichkeiten

Der Akademie Schloss Solitude stehen 45 möblierte Wohnstudios und drei Gästestudios zur Verfügung. Außerdem besitzt das Haus einen Vortragssaal, eine Holz- und eine Metallwerkstatt, eine Bibliothek, eine Cafeteria sowie weitere gemeinschaftlich nutzbare Räume. Ausstellungen, Symposien, Performances, Konzerte und andere Veranstaltungen finden meist an der Akademie aber auch in Kooperation mit Partner aus Stuttgart an anderen Orten statt. Seit 2008 nutzt die Akademie zudem eine renovierte Fachwerkscheune auf dem Schlossareal insbesondere für klassische Konzerte. In der Römerstraße in der Stuttgarter Innenstadt unterhält die Akademie einen Projektraum.


Förderung und Jurierung

Das Stipendienprogramm richtet sich in erster Linie an Künstlerinnen und Künstler bis 40 Jahre. Studierende können nicht aufgenommen werden. Alle zwei Jahre werden zwischen 50 und 65 Wohn- und Arbeitsstipendien vergeben. Zusätzlich können Projekte und Publikationen gefördert werden.

Für ein Stipendium können sich Künstler*innen und Wissenschaftler*innen aus den Praxisfeldern VISUELL (Bildende Kunst und Video), AUDITIV & PHYSISCH (Musik & Darstellende Kunst), DIGITAL (Digitale Kunst, Gaming, Digitaler Journalismus, Digitales Publishing), RÄUMLICH (Architektur & Design), TEXTUELL (Literatur und Sprache), GESELLSCHAFTLICH/ GEMEINSCHAFTLICH (Erziehung, Vermittlung, Theorie) und WISSENSCHAFTLICH/art, science & business (Geistes-, Sozial-, Natur-, & Wirtschaftswissenschaften) bewerben.

Außerdem erweitert die Akademie Schloss Solitude erstmals in ihrer 30-jährigen Geschichte mit der Bewerbungsrunde 2019 ihr Profil um einen thematischen Fokus und richtet ab 2020 ein neues Programm mit einem inhaltlichen Schwerpunkt ein, mit dem sich eine Gruppe von sieben Stipendiat*innen über einen Zeitraum von neun Monaten gemeinsam beschäftigen wird. Die Akademie möchte mit dem thematischen Fokus den Stellenwert des transdisziplinären und diskursiv-künstlerischen Arbeitens in der Gesellschaft stärken und hierfür inhaltliche Impulse geben. 

Die Entscheidung über die Vergabe der Stipendien wird von den zuständigen, unabhängigen Fachjuror*innen getroffen, die alle zwei Jahre von einem Konsortium neu gewählt werden.  Stipendien werden in der Regel für einen Zeitraum von sechs, neun oder zwölf Monaten vergeben.


​Projekte und Kooperationen

Zur Idee der Akademie gehört das Wirken im Zwischenraum des Privaten und des Öffentlichen. So gewähren die Akademie und ihre Stipendiat*innen in Ausstellungen, Lesungen, Performances, Konzerten und Symposien Einblick in das Schaffen hinter den Schlossmauern. Zudem veröffentlicht die Akademie in der Edition Solitude regelmäßig Publikationen ihrer Stipendiat*innen und Gäste. 

Das 2002 initiierte Programm art, science & business, das sich dem Dialog zwischen Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft widmet, hat sich zu einem wichtigen Impulsgeber innerhalb und außerhalb der Akademie entwickelt. Im Rahmen des Programms werden Symposien, Vortragsreihen und Workshops organisiert, häufig in Kooperation mit anderen Kunst- und Wissenschaftsinstitutionen.

Neben zahlreichen regionalen Kooperationen unterhält die Akademie ein Austauschprogramm mit osteuropäischen Kunst- und Kulturinstitutionen in Warschau/Polen, Budapest/Ungarn, Belgrad/Serbien und Zagreb/Kroatien.