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Leitidee der Akademie Schloss Solitude

Zur Akademie


Die Akademie Schloss Solitude ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts, die ein interdisziplinäres und internationales Stipendienprogramm für Künstler und Wissenschaftler anbietet. Seit 1990 fördert die Akademie Künstlerinnen und Künstler in den Disziplinen Architektur, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Design, Literatur, Musik/Klang und Video/Film/Neue Medien durch Wohn- und Arbeitsstipendien.

Mit dem Programm art, science & business werden seit 2002 auch junge Menschen aus Wissenschaft und Wirtschaft in die Förderung aufgenommen.

Die Akademie Schloss Solitude wird von Zuwendungen des Landes Baden-Württemberg finanziert.


»Esprit Solitude«


Im spätbarocken Kleid über den Dächern der Kultur- und Industriemetropole Stuttgart angesiedelt, hat sich die Akademie Schloss Solitude zu einem wichtigen globalen Netzwerk der internationalen Kunstszene entwickelt. Im Einklang mit der Lage und Geschichte des Schlosses will Solitude seinen Gästen Rückzugsort und Freiraum für Kunst und Leben sein. Die Akademie wirkt aber auch nach außen, ist Ausstellungsort, Versuchslabor und Diskursarena. Ihre Stipendiaten und Gäste nutzen sie als künstlerischen Inkubator, als Projektionsfläche, als Kontaktbörse oder als Gelegenheit, ein Projekt ohne Blick auf Konventionen verwirklichen zu können. Das Haus vertritt einen offenen Kunstbegriff und lässt sich ganz bewusst von seinen Gästen prägen.

 

Geschichte

Herzog Carl Eugen ließ das spätbarocke Schloss Solitude von 1763 bis 1769 als Jagdschloss und Sommerresidenz erbauen, brachte dort aber bald die Hohe Karlsschule unter, zu deren Schülern auch Friedrich Schiller zählte. Später wurde Solitude unter anderem als Kriegslazarett, Gastwirtschaft, Gefängnis und Studentenwohnheim genutzt. Seit 1990 beherbergen die beiden Offizien- und Kavaliersgebäude des Schlosses die Wohn-, Arbeits- und Ausstellungsstätten der Akademie Schloss Solitude.


Räumlichkeiten


Der Akademie Schloss Solitude stehen 45 möblierte Wohnstudios zur Verfügung. Außerdem besitzt das Haus einen Vortragssaal, Werkstätten, Computerarbeitsplätze, Bibliotheken, eine Cafeteria sowie weitere gemeinschaftlich nutzbare Räume. Ausstellungen, Symposien, Performances und andere Veranstaltungen finden meist an der Akademie statt. Seit 2008 nutzt die Akademie zudem eine renovierte Fachwerkscheune auf dem Schlossareal insbesondere für klassische Konzerte. In der Römerstraße in der Stuttgarter Innenstadt unterhält die Akademie einen Projektraum.


Förderung und Jurierung


Das Stipendienprogramm richtet sich in erster Linie an Künstlerinnen und Künstler bis 35 Jahre; bei älteren Bewerbern sollte der Studienabschluss nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Studierende können nicht aufgenommen werden. Alle zwei Jahre werden zwischen 50 und 70 Wohn- und Arbeitsstipendien vergeben. Zusätzlich können Projekte und Publikationen gefördert werden.

Bewerbungen werden in folgenden Sparten angenommen: Architektur (Entwerfen, Landschaftsplanung, Städtebauplanung), Bildende Kunst (inkl. Performance-Kunst), Darstellende Kunst (Bühnenbild, dramatische Texte, Dramaturgie, Musiktheater, Performance, Regie, Schauspiel, Tanz), Design (Mode-, Kostüm-, Produkt- und Möbeldesign, Visuelle Kommunikation), Literatur (Essay, Kritik, Lyrik, Prosa, Übersetzung), Musik/Klang (Interpretation, Klanginstallation, Klangperformance, Komposition) und Video/Film/Neue Medien (inkl. Videoinstallation). Das Programm art, science & business ist offen für Bewerber aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Die Stipendiatenauswahl wird von einer unabhängigen Jury getroffen. Für jede Disziplin benennt ein wechselnder Juryvorsitzender eine/n Fachkundige/n, der/die die Auswahl aus den Bewerbungen eigenständig vornimmt.


Projekte und Kooperationen


Zur Idee der Akademie gehört das Wirken im Zwischenraum des Privaten und des Öffentlichen. So gewähren die Akademie und ihre Stipendiaten in Ausstellungen, Lesungen, Performances, Konzerten und Symposien Einblick in das Schaffen hinter den Schlossmauern. Zudem veröffentlicht die Akademie in der Edition Solitude regelmäßig Publikationen ihrer Stipendiaten und Gäste.

Das 2002 initiierte Programm art, science & business, das sich dem Dialog zwischen Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft widmet, hat sich zu einem wichtigen Impulsgeber innerhalb und außerhalb der Akademie entwickelt. Im Rahmen des Programms werden Symposien, Vortragsreihen und Workshops organisiert, häufig in Kooperation mit anderen Kunst- und Wissenschaftsinstitutionen.

Neben zahlreichen regionalen Kooperationen unterhält die Akademie ein Austauschprogramm mit osteuropäischen Kunst- und Kulturinstitutionen in Warschau/Polen, Budapest/Ungarn, Novi Sad/Serbien, Sofia/Bulgarien und Zagreb/Kroatien.

Seit 2003 veranstaltet die Akademie alle zwei Jahre eine vierzehntägige Meisterklasse für junge Komponistinnen und Komponisten. Unter der Leitung renommierter Dozenten wird individuell und gemeinschaftlich an Kompositionen gearbeitet. Zum Abschluss präsentiert ein Ensemble das Erarbeitete in zwei öffentlichen Konzerten.