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Tanzproduktion von Saša Asentić für die TANZPLATTFORM DEUTSCHLAND 2020 ausgewählt
Saša Asentić, DIS_SYLPHIDE © Anja Beutler
25. Februar 2020

Die Akademie Schloss Solitude freut sich für den ehemaligen Stipendiaten Saša Asentić (2011/2012), dessen Tanzproduktion DIS_SYLPHIDE, ein Tanzstück über Behinderung und die deutsche Tanzgeschichte für die TANZPLATTFORM DEUTSCHLAND 2020 ausgewählt wurde. Aus mehr als 500 Produktionen wurden 15 herausragende Tanzproduktionen aus Deutschland durch eine Fachjury ausgewählt. Asentićs Arbeit wird im Rahmen der TANZPLATTFORM DEUTSCHLAND 2020 (4.–8. März 2020) in München/Deutschland gezeigt.


DIS_SYLPHIDE greift wie eine Intervention in die Tanzgeschichte ein, um sie mit Fragen zur Normativität und Authentizität von Körpern im Tanz aus Sicht von geistig und körperlich behinderten Menschen zu konfrontieren. Ausgangspunkt sind drei ikonografische Choreografien des 20. Jahrhunderts: Mary Wigman, Hexentanz (1926), Pina Bausch, Kontakthof (1978) und Xavier Le Roy Self Unfinished (1998). Alle drei revolutionierten bestehende Körperkonzepte und damit die Tanzgeschichte. Ein gleichberechtigtes Team aus Menschen mit und ohne Behinderung eignet sich dieses Material an, um daraus eine eigene Ästhetik zu entwickeln und öffentliche Bilder von Behinderung herzustellen. Sie schreiben sich selbst als Akteur*innen in die Tanzgeschichte ein, die ihnen bis heute keinen Platz zuschreibt. DIS_SYLPHIDE setzt sich kritisch mit den ästhetischen Regimen der Tanzgeschichte und der überholten Differenzierung von Hochkultur und sozialer Arbeit auseinander. Der Choreograf und Kulturaktivist Saša Asentić verbindet mit diesem Stück zum ersten Mal seine choreografische Praxis und die Arbeit mit Menschen mit Behinderung.

Trailer zu DIS_SYLPHIDE

Saša Asentić ist Choreograf und Performance-Künstler. Seit 2007 werden seine Arbeiten deutschlandweit und international präsentiert. 1999 gründete Asentić die Organisation Per.Art, eine NGO, die sich der Produktion und Verbreitung der Performing Arts in Serbien sowie der Inklusion von geistig Behinderten durch Kunstprojekte widmet. Von 2010 bis 2013 war er Direktor des Festivals für zeitgenössischen Tanz Nov.Ples in Novi Sad/Serbien. Er war ebenfalls Direktor des Festivals Balkan Dance Platform 2009 und Co-Kurator des IN-presentable Festivals in Madrid/Spanien (2009). Asentić ist daran interessiert, die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft zu erforschen und in der sozialen Choreografie zu analysieren. Er arbeitet in den Bereichen zeitgenössischer Tanz, Performance und Disability Arts. Nachdem er Opfer von rechtsextremer Straßengewalt wurde und sich grundsätzlich nicht mit der Korruption im öffentlichen Sektor in Serbien einverstanden erklärte, zog er 2011 nach Deutschland.


Wo: Utopia, Heßstraße 132, München/Deutschland
Wann: Mittwoch, 4. März, 17 Uhr und Donnerstag, 5. März 14.30 Uhr
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