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Elke aus dem Moore ist neue Direktorin der Akademie Schloss Solitude
Foto: Bernhard Kahrmann
14. Mai 2018

STUTTGART – Die renommierte und weltweit bekannte Künstlerresidenz Akademie Schloss Solitude hat seit dem 2. Mai 2018 eine neue Direktorin. Elke aus dem Moore folgt auf den langjährigen Gründungsdirektor Jean-Baptiste Joly.

»Die Akademie Schloss Solitude ist ein Leuchtturm der kulturellen Einrichtungen Baden-Württembergs. Mit seinem internationalen Künstlerresidenzprogramm strahlt sie weit über die Grenzen hinaus und dient vielen anderen Residenzen als Vorbild und Modell.

Ich freue mich, diese herausragende Institution zu leiten und sie mit meiner Programmatik für breitere Publikumskreise zu öffnen. Die Akademie soll weiterhin ein Ort des Rückzugs für künstlerisches Schaffen sein, sie soll in Zukunft jedoch noch stärker zum Ort der Begegnung und des Miteinanderlernens werden. Durch die unterschiedlichen Disziplinen, in denen die Gastkünstler*innen arbeiten, spielt die Transdisziplinarität eine große Rolle. Künstler*innen sollen die Möglichkeit erhalten, gemeinsam an bestimmten Themen zu arbeiten. Neben den Ausschreibungen für die einzelnen Disziplinen wird es verstärkt auch themenspezifische Ausschreibungen für Stipendien geben.

Kunst besitzt das Potential – jenseits von ökonomischer Verwertbarkeit – in die Zukunft zu denken und Impulse zu geben für gesellschaftliche Veränderungsprozesse. Genau dieses Potential möchte ich aufgreifen und die Akademie zu einer neuen Bildungseinrichtung machen, die – jenseits der formalen Bildungssysteme –  Kunst und Gesellschaft stärker miteinander verbindet.«
Elke aus dem Moore

Für die Akademie legt Elke aus dem Moore den Schwerpunkt auf Öffnung, stärkere thematische Ausrichtung und die Erweiterung des digitalen Bereichs des Residenz-Programms. In der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen künstlerischen Praktiken werden neue Ansätze und Formate entwickelt, die in gesellschaftliche Veränderungsprozesse fließen können.

Die neue Direktorin Elke aus dem Moore war bis April 2018 Leiterin der Abteilung Kunst des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen. Sie war verantwortlich für die inhaltliche Ausrichtung des internationalen Ausstellungsprogramms des ifa und gab dem internationalen Kulturaustausch durch zahlreiche Ausstellungen, Konferenzen, Förderprogramme und Workshops wichtige Impulse.

Beispielhaft war die von Elke aus dem Moore initiierte künstlerische Plattform zu Kunst, Mode und Urbanität Prêt-à-Partager, die an zahlreichen afrikanischen Orten und in Berlin und Stuttgart stattfand. Weitere wichtige Projekte sind unter anderen das kollektive Ausstellungsprojekt Politics of Sharing – On Collective Wisdom (2016/2017) in Kooperation mit Adnan Yildiz sowie die Konferenz Curating Under Pressure (2015), die in Neuseeland stattfand. Für die documenta 14 kuratierte sie – in Kooperation mit aneducation – die Zusammenkunft Under the Mango Tree – Sites of Learning, in der internationale Perspektiven auf neue edukative Modelle in der Kunst vorgestellt wurden.

Elke aus dem Moore studierte Literatur- und Kunstwissenschaften in Osnabrück, Zürich und Bochum und war 1999 bis 2002 als Kuratorin für zeitgenössische Kunst an der Shedhalle Zürich tätig. Als Leiterin des Künstlerhauses Stuttgart verantwortete sie von 2003 bis 2006 das internationale Ausstellungsprogramm. Sie publizierte zahlreiche Ausstellungskataloge und Artikel für diverse Zeitschriften. Desweiteren ist sie Initiatorin und Mitgründerin des Online-Magazins Contemporary and (C&) sowie der International Biennial Association – IBA.

Der kuratorische und programmatische Ansatz Elke aus dem Moores folgt dem Prinzip der Begegnung, des Austauschs und des Dialogs. Die Verschränkung von globalen gesellschaftlichen Fragestellungen mit lokalen Erfahrungen und Praktiken zeitgenössischer Kunst bestimmen die programmatische Ausrichtung ihrer Arbeit. Sie initiierte zahlreiche Ausstellungen, Zusammenkünfte, Konferenzen und Workshops zu diesen Themen.

»In Elke aus dem Moore haben wir die ideale Persönlichkeit für eine unserer herausragenden Kulturinstitutionen in Baden-Württemberg gefunden. Sie bringt eine umfassende Expertise in der internationalen Kulturarbeit und langjährige Erfahrung als hochkarätige Kuratorin mit. Durch ihre bisherigen Tätigkeiten verfügt sie über ausgezeichnete Kontakte und ist global wie bundespolitisch bestens vernetzt […]. Ich bin mir sicher, dass Elke aus dem Moore einen ganz eigenen, neuen Blick auf die Institution Akademie Schloss Solitude mitbringen wird«, so Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und Stiftungsratsvorsitzende der Akademie.