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»Sun & Sea: Marina« erhält den Preis für besten Pavillon
© Wolfgang Träger
13. Mai 2019

An der Akademie Schloss Solitude entstandene Opern-Performance »Sun & Sea« im litauischen Pavillon erhält Goldenen Löwen für den besten nationalen Beitrag der 58. Biennale in Venedig

Die Opern-Performance »Sun & Sea (Marina)« der litauischen Theater- und Filmregisseurin Rugilė Barzdžiukaitė, der Schriftstellerin und Dichterin Vaiva Grainytė und der Komponistin und Performancekünstlerin Lina Lapelytė erhielt am Samstag, 11. Mai 2019 den Goldenen Löwen für den besten Pavillon der 58. Venedig Biennale.  Während ihres gemeinsamen Stipendiums 2016 an der Akademie Schloss Solitude entwickelten die drei Stipendiatinnen eine erste Version der kollaborativen Opern-Performance »Sun & Sea«, die im Juni 2016 in der Palermo Galerie Stuttgart (damals Olgastraße 82) unter Beteiligung von vielen weiteren Stipendiat*innen aufgeführt wurde.

Im Mai 2017 feierte das Stück Premiere im Kleinen Haus des Staatstheater Braunschweig und im Herbst 2017 wurde »Sun & Sea« in der National Gallery of Art in Vilnius/Litauen im Rahmen des internationalen Theaterfestivals Sirenos aufgeführt. Im März 2028 präsentierte das Trio eine deutsche Version der Oper am Staatsschauspiel Dresden. Im selben Jahr wurden die drei Künstlerinnen vom litauischen Kulturministerium für die Innovation und Originalität der Opern-Performance ausgezeichnet.

Dieses Jahr bespielt »Sun & Sea (Marina)« als erste englische Version des gemeinschaftlichen Opernstückes den Litauischen Pavillon auf der Biennale von Venedig. Bis zu 20 Teilnehmer*innen und Sänger*innen verwandeln den Litauischen Pavillon in eine Bühne für eine Langzeit-Performance. In ihrem Stück legt das Trio den Fokus auf die Beziehung zwischen Dokumentation und Fiktion, Realismus und Poesie sowie die Überschneidung von Theater, Musik und Kunst.

Durch den Einsatz von Licht, Architektur und Musik wird die Bühne zu einem künstlichen Strand. Urlauber in bunter Badekleidung liegen nebeneinander auf dem sandigen Boden, während das Publikum sie von oben beobachtet. In der Mittagshitze fangen die Charaktere an ihre Geschichten zu erzählen. Von frivolen kurzen Geschichten bis zu breiteren, ernsteren Themen entwickelt sich eine globale Symphonie, ein universeller Menschenchor, der den »planetengroßen«, anthropogenen Klimawandel adressiert. In ihrer Arbeit wird die physische Endlichkeit und Müdigkeit des menschlichen Körpers zu einer Metonymie für eine erschöpfte Erde. Das Setting – ein überfüllter Strand im Sommer – zeichnet ein Bild unbeschwerten Faulenzens. In diesem Kontext wird die Message klar: ernste Themen entfalten sich leicht, soft – wie ein Pop Song am letzten Tag auf dieser Erde.

»Honorary Commissioner« für den Litauischen Pavillon sind Jean-Baptiste Joly (Gründungsdirektor der Akademie Schloss Solitude bis März 2018) und Rasa Antanavičiūtė (Nida Art Colony of Vilnius Academy of Arts, Litauen). Der Pavillon wird kuratiert von Lucia Pietroiusti (Curator of General Ecology at Serpentine Galleries, London, UK) mit Unterstützung von Caterina Avataneo (Independent Curator, London, UK).

Die Präsentation wird begleitet von einem Special-Edition Vinyl Katalog des Design-Kollektivs Åbäke.