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Podiumsdiskussion: Hightech im Gehirn - Können Neuroprothesen den Menschen verändern?
art, science & business / dialog

HIGHTECH IM GEHIRN – KÖNNEN NEUROPROTHESEN
DEN MENSCHEN VERÄNDERN?
Dienstag, 23. Januar 2007, 20 Uhr, Akademie Schloss Solitude

Seit alters her versuchen Menschen, ihr Bewusstsein durch Beeinflussung von Hirnzuständen zu verändern. In traditionellen Praktiken geschieht dies durch indirekte Einflussnahme auf das Gehirn, beispielsweise durch berauschende Substanzen, meditative Rituale oder Suggestion. Eine relativ neue Entwicklung, die erhebliche Bedeutung gewinnen könnte, stellen Neuroprothesen dar – miniaturisierte technische Vorrichtungen, mit deren Hilfe Signale aus Hirnregionen ausgelesen oder direkt ins Nervensystem eingespeist werden können. Im medizinischen Alltag kommen bereits Cochlea-Implantate und Elektroden zur »Tiefenhirnstimulation« am Patienten zum Einsatz. In der Forschung werden weit reichende Ansätze verfolgt, die von der Konstruktion von Sehprothesen bis zur Robotersteuerung durch Nervenzellaktivität reichen. Im Grenzbereich von Naturwissenschaft, Philosophie und Kunst diskutieren Sandra Boeschenstein (Künstlerin), Andreas K. Engel (Neuro- und Pathophysiologe) und Michael Hagner (Wissenschaftshistoriker), ob und wie solche neuen Entwicklungen der Hirnforschung unser Selbstbild und unser Erleben möglicherweise verändern könnten.

Sandra Boeschenstein arbeitet seit 1995 als bildende Künstlerin. Ihre Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert und in öffentliche Sammlungen aufgenommen. Zu ihren Publikationen zählen »Das Mögliche ist die Geschwindigkeit des Wirklichen« (2003) und »Was sind deine Reste« (2004). 2003/2004 war sie Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude.

Andreas K. Engel ist Direktor des Instituts für Neurophysiologie und Pathophysiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Sprecher des Forschungsschwerpunktes »Neurowissenschaften« von 25 Hamburger Instituten. In der Lehre ist er in den Bereichen Physiologie und Psychologie tätig und hat als Autor viele Artikel und Bücher veröffentlicht, u. a. »Der Mensch in der Perspektive der Kognitionswissenschaften« (hrsg. mit Peter Gold, 1998).

Michael Hagner hat die Professur für Wissenschaftsforschung an der ETH Zürich inne und nahm Gastprofessuren in Salzburg, Tel Aviv, Frankfurt am Main und Köln wahr. Er ist Herausgeber von mehreren Buchreihen und Zeitschriften und hat selbst zahlreiche Aufsätze und Bücher verfasst, jüngst: »Der Geist bei der Arbeit. Historische Untersuchungen zur Hirnforschung« (2006).

Das Programm art, science & business wird durch die finanzielle Unterstützung der Landesstiftung Baden-Württemberg, der Landeshauptstadt Stuttgart sowie der LBBW Stiftung für Kunst und Kultur ermöglicht.


10. Januar 2007 / Angela Butterstein
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0711-99619-471, presse@akademie-solitude.de
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