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Lieblyng
1999
Deutsch
96 Seiten
5 EUR
3-929085-57-7
Fadengeheftet.
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Getreu dem Motto, dass die selten begangenen, unscheinbaren Seitenwege in interessanteres Gelände führen als die von allen beschrittenen Hauptstraßen, nimmt der ungarische Erzähler, Lyriker und Essayist Endre Kukorelly den Leser mit auf eine Reise ins Innere von Kunst und Kultur. Er skizziert die Lage der Künste in der gegenwärtigen ungarischen Situation, er schreibt über die wichtigsten ungarischen Autoren vergangener Epochen und schlägt den Bogen zu Schriftstellerporträts von heute. Aus seinen pointierten und scharfsinnigen, dabei stets auch selbstironischen Kurzessays setzt sich das Bild eines Landes zusammen, das sein nationales und kulturelles Selbstverständnis möglicherweise noch nicht in dem Maße gefunden hat, wie es uns die politischen Nachrichten verkünden.
Doch auch zur Situation hierzulande meldet sich Kukorelly zu Wort. Eine gewisse Vorsicht ist geboten, wenn er zu Deutschland sagt »Ich liebe es«. Zu gut kennt sich hier einer aus in der deutschen Literatur, Musik und Kultur, als dass von ihm nicht ebenso erhellende wie boshafte Bemerkungen zu erwarten wären. Gleiches gilt für sein beherztes Eintreten für die fußballiebende Männerwelt beziehungsweise die heranwachsenden Jungen: »Alles geschieht für die Mädchen...«

Lieblyng wird bei der repräsentativen Selbstdarstellung Ungarns bei der Buchmesse 1999 der kurzweilige Begleiter sein, um hinter die offiziellen Kulissen zu blicken. Kukorellys Texte unterhalten den Leser mit einer Art fröhlicher, philologisch durchaus exakter Essayistik bestens: provokant und ironisch, unterhaltend und informativ, sprachlich bestechend.

Von Endre Kukorelly erscheint zur Buchmesse auch der Erzählband Die Rede und die Regel (Edition Suhrkamp).

Aus dem Inhalt:

Literatur und Kunst Ungarns

Über Mozart und Schubert

Männerkämpfe und Frauenmacht

Über Thomas Bernhards Rasereien

Über Miklós Mészöly, Sándor Petöfi, János Arany, Attila József