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brinnen
10. Oktober 2006
art, science & business
Deutsch
15 EUR
978-3-937158-18-1
Das Lyrik-Hörbuch ist nur noch über die Edition Korrespondenzen, Wien zu beziehen.
Parallel zur Publikation des neuen Gedichtbands brinnen von Anja Utler, der im Herbst 2006 in der Edition Korrespondenzen erscheint, veröffentlicht die Akademie Schloss Solitude unter dem selben Titel ein Lyrik Hörbuch der ganz besonderen Art: Anja Utler spricht ihre Gedichte selbst und befreit das gedruckte Wort von seinem Papiergefängnis. Als »ein perfektes Lyrikdebüt« feierten die deutschen Feuilletons Anja Utlers münden – entzüngeln, 2004 in Wien erschienen: »Anja Utler fängt da an«, so die Süddeutsche Zeitung, »wo artikuliertes Sprechen einerseits einsetzt und die grundlegenden einzelnen Wörter andererseits angesiedelt sind«. Mit dem Lyrik-Hörbuch brinnen werden nun die Wörter zu gesprochenen Worten, so dass die »Verwandlung von Atem in Stimme« (FAZ) über den Hörsinn erfahrbar wird.

Beim Vorlesen bahnt sich Anja Utler ihren Weg wie eine Forschungsreisende zwischen Archipelen, entscheidet sich bei jedem neuen Abschnitt für diese oder jene Richtungsänderung und erkundet die unendlichen paradigmatischen Assoziationen ihrer eigenen Lyrik. Unter vielen anderen Möglichkeiten bietet sie mit zwei Aufnahmen ihrer Texte zwei unterschiedliche Lesarten – oder Lesekarten – an und lädt den Zuhörer dazu ein, sich an ihrer lyrischen Erkundungsreise zu beteiligen.

»Erleben ist nicht eins«, schreibt Anja Utler zu diesem Hörbuch: »das Geschehen fächert sich, reibt sich über Tasten, Hören, Sehen ins Empfinden, zieht nicht eine Linie sondern Netze ins Erinnerte. Aus der Begegnung von Welt und Körper schlagen Funken: Wortpaare, Verse, Satzketten werfen ihr je eigenes Licht über den Ereignisstrom, lassen sein bewegliches Relief aufscheinen und wegsinken, strahlen zurück und werden geschluckt. Im Versuch, das Empfundene zu greifen und zu bannen, versteckt und öffnet sich die persona in den Textsplittern; aus den Sprüngen zwischen Ausblenden und Beschwören erspricht sie sich eine Position: diese ‚brinnt’, speist sich aus dem eigenen, aufflackernden und löschenden Spiel von Dunkel und Hell. Aus der Fülle der Wahrnehmung gibt es dorthin nicht den einen Weg: exemplarisch führt die CD brinnen auf zwei Sprechrouten durch die gleichnamige, multilineare Textsammlung«.

Anja Utler, geboren 1973, lebt als Dichterin in Wien. 2004 erschien ihr Gedichtband münden – entzüngeln in der Edition Korrespondenzen, der Gedichtband brinnen erscheint im Herbst 2006 in der Edition Korrespondenzen. Ihre Arbeiten wurden preisgekrönt, unter anderem mit dem Leonce-und-Lena-Preis 2003, dem Horst-Bienek Förderpreis 2005 und dem Wiener Förderpreis für Literatur 2005. 2005/2006 erhielt sie ein Stipendium der Akademie Schloss Solitude.