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ALS PAAR FÜR DIE GESELLSCHAFT
Die Architektur von Sibin Djordjević und Milena Stanković Djordjević
12. November 2015
Serbokroatisch, Deutsch
106 Seiten
12 EUR
978-3-937158-94-5
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Sibin Djordjević (1926-2013) und Milena Stanković Djordjević (1924-2015) gehörten zur ersten Nachkriegsgeneration von Studenten, die von der Faculty of Architecture in Belgrad/Jugoslawien in 1950 ihren Abschluss erhielten. Zu dieser Zeit war das Land nicht nur im Prozess des Wiederaufbaus nach dem Krieg, sondern wurde auch im Sinne einer neuen sozialistischen Gesellschaft umgestaltet, die Architektur mit inbegriffen. In diesem Kontext lernten sich Milena kennen und begannen zusammen zu arbeiten. Sie fanden eine Anstellung beim Staat und kamen 1953 nach Novi Sad, wo sie leitende Stellen in einem der kommunalen Architekturbüros innehatten. Im darauffolgenden Jahrzehnt entwarfen sie einige der prominentesten Beispiele der internationalen Moderne.

Über Kollegen in Westdeutschland nahmen Sibin und Milena 1963 die Gelegenheit wahr, nach Stuttgart zu ziehen. Sie arbeiteten für das Hochbauamt Stuttgart und entwarfen bis in die 1980er Jahre hinein Hochschulen, Internate und viele weitere öffentliche Gebäude in Stuttgart und Umgebung. In Deutschland blieben sie jedoch weitgehend unbekannt, da der Status als öffentliche Angestellte die alleinige Urheberschaft für die Entwürfe verhinderte und die öffentliche Institution als Autor vorzog. Dies stand in krassem Gegensatz zu ihren Erfahrungen in Jugoslawien, wo sie als öffentliche Angestellte einen gewissen Bekanntheitsgrad hatten und wo in lokalen Zeitungen oft über sie und ihre laufenden Bauprojekte berichtet wurde. Während seines Stipendiums an der Akademie Schloss Solitude im Herbst 2013 traf sich Aleksander Bede mit Milena Stanković Djordjević, deren Mann Sibin erst kurz zuvor gestorben war. Aus den ersten Gesprächen mit Milena entstand ein zweijähriges Forschungsprojekt zu ihrem und Sibins Leben und Arbeiten. Während der Recherche bezog Aleksander Bede Archivmaterial, Besuche von Projektstandorten und Gespräche mit Milena mit ein, um ihre Geschichte zu erzählen und die vorliegende Publikation zu realisieren. Im Katalogteil des Buches wird der Werkkorpus in Jugoslawien und Westdeutschland vorgestellt.

Das Vermächtnis von Sibin und Milena wird innerhalb der Gemeinschaft und für die Gemeinschaft generiert. In diesen Beziehungen und Geschichten wird die materielle Infrastruktur der Gesellschaft durch die Architektur öffentlicher Gebäude repräsentiert. Die Qualität dieser Architektur wird deutlich im Umstand, dass sie zum unaufdringlichen Hintergrund geworden ist, der als Radiator der Urbanität wirkt.