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Erinnern und Vergessen
Zur Darstellbarkeit von Traumata
2005
art, science & business
Deutsch, Englisch, Französisch
133 Seiten
5 EUR
3-937158-03-0
Broschiert mit Schutzumschlag
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Im Frühjahr 2004 veranstaltete die Akademie Schloss Solitude im Rahmen des Programms art, science & business unter dem Titel Erinnern und Vergessen. Zur Darstellbarkeit von Traumata ein internationales Symposium. Die hier zusammengestellten Texte sind aus dieser von Karolina Jeftic angeregten Veranstaltung hervorgegangen. Die Reihe Reflexiv öffnet sich den Ergebnissen der Veranstaltungen im Rahmen des Programms art, science & business.

Im Mittelpunkt des Bandes steht die Frage nach dem Trauma als psychopathologischem Befund. Die Erfahrung des Traumas als Zustand zwischen Erinnern und Vergessen ist zugleich von individuellen und sozialen Faktoren abhängig. Die einzelnen Arbeiten fokussieren auf unterschiedliche Weise diesen Sachverhalt.

Mit seinem Text »Can we imagine the war« geht der Historiker Jay Winter anhand von Filmzitaten auf die Frage nach dem »Wie« der Beschäftigung mit Traumata ein. Lukas Einsele berichtet von seinem dokumentarischen Projekt »One Step Beyond«, das er mit Minenopfern in Afghanistan, Angola, Bosnien-Herzegowina und Kambodscha durchgeführt hat. Am Beispiel des Werkes der britischen Autorin Pat Barke untersucht die Literaturwissenschaftlerin Karolina Jeftic die Darstellung von Traumata in der Literatur. Gleiches versucht Paul Sztulman in seiner Arbeit »Muriel, a film you forget« zu einem Film von Alain Resnais. Die Psychologin Ursula Gast hat sich in ihrem Beitrag mit dem Thema des Traumas aus medizinischer und psychoanalytischer Sicht befasst. Vor dem Hintergrund seiner Tätigkeit für die Allianz Foundation for North America setzt sich Christopher Worthley mit der Unternehmensgeschichte der Allianz auseinander und nähert sich der Problematik unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Gesichtspunkte. Der rumänische Künstler Calin Dan gibt in seinem Text einen Einblick in die jüngste urbane Geschichte Bukarests. Der Band endet mit einem Beitrag der Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann über die Frage der Unvereinbarkeit von Leid und Schuld.

Karolina Jeftic, geboren 1972 in Radolfzell, studierte Englische und Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. 2003 promovierte sie über das Thema »Der Faktor ›Mensch‹ in der Literatur und Ästhetik der englischen Moderne«. Von 1999 bis 2002 war sie Mitarbeiterin im Sonderforschungsbereich »Literatur und Anthropologie« der Universität Konstanz. Ihr Forschungsschwerpunkt ist »Bildlichkeit und Moderne«. Ihre Lehrtätigkeit umfasst zahlreiche Seminare und Vorträge (Konstanz, Prag, Jena), Von 2001 bis 2004 war sie Assistentin in verschiedenen Projekten, zum Beispiel im Siemens Arts Program und in der Ausstellungsorganisation und Buchedition an der Universität Konstanz. Im Anschluss an ihr Solitude-Stipendium 2004 übernahm Karolina Jeftic die Projektleitung des Wolfsberg Arts Forum (UBS AG).