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Christoph Schlingensief
Darstellende Kunst
2009-2011
Berlin
/
Deutschland
Geboren 1960 in Oberhausen.

Christoph Schlingensief ist Film-, Theater- und Opernregisseur, Hörspielautor und Aktionskünstler. Er studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in München. Seine Filmkarriere begann Schlingensief Anfang der 1980er Jahre als Assistent von Werner Nekes. Zu dieser Zeit produzierte er seine ersten Kurzfilme sowie seinen ersten Spielfilm »Tunguska – Die Kisten sind da« (1984).

Größere Bekanntheit erlangte Schlingensief mit seiner »Deutschlandtrilogie«, bestehend aus den Filmen »100 Jahre Adolf Hitler – Die letzten Stunden im Führerbunker«, »Das deutsche Kettensägenmassaker« und »Terror 2000 – Intensivstation Deutschland« (1989-1992). 1993 debütierte Schlingensief an der Berliner Volksbühne als Theaterregisseur und realisierte unter anderem »100 Jahre CDU – Spiel ohne Grenzen«, »Kühnen ’94«, »Rocky Dutschke ’68« und »Schlacht um Europa«.

Weitere Inszenierungen: »Kunst & Gemüse, A. Hipler« (Berliner Volksbühne, 2004); »Attabambi – Pornoland« (Schauspielhaus Zürich, 2004); »Bambiland« (Burgtheater Wien, 2003); »Atta Atta« (Berliner Volksbühne, 2002) und »Hamlet«, gemeinsam mit ausstiegswilligen Neonazis (Schauspielhaus Zürich, 2001).

Seit 1997 verwirklichte Schlingensief zahlreiche aktionistische Projekte, darunter die Teilnahme an der 50. Biennale in Venedig mit seinem Projekt »Church of Fear (COF)« (2003); die Container-Aktion »Bitte liebt Österreich« (2000), die sich mit Asylpolitik auseinandersetzt; die Gründung der Partei »Chance 2000« anlässlich der Bundestagswahl 1998; »Passion Impossible – 7 Tage Notruf für Deutschland« (1997) und »Mein Filz, mein Fett, mein Hase« (documenta X, 1997). Zwischen 1997 und 2002 setzte sich Schlingensief auch mit dem Medium des Fernsehens auseinander und moderierte die medienkritischen Formate »Talk 2000«, »U 3000« und »Freakstars 3000«.

2004 inszenierte er bei den Bayreuther Festspielen seine erste Oper, Wagners »Parsifal«. 2007 realisiert Schlingensief anlässlich der Wagner-Festspiele in Manaus/Brasilien den »Fliegenden Holländer« sowie Ende 2007 die Operngeisterbahn »Trem Fantasma« in Sao Paolo.

Jüngste Projekte waren »Der König wohnt in mir« (in Nepal entstandene Film- und Fotoarbeiten, Kunstraum Innsbruck), die Oper »Szenen aus dem Leben der Heiligen Johanna« (Deutsche Oper Berlin) sowie die Installation »Abendmahl«, im Rahmen der Ausstellung »Traces du Sacré« im Centre Pompidou, Paris (alle 2008).