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Christina Maria Pfeifer
art, science & business
Kooperationsstipendium
2017–2019
Deutschland
01. September 2019 - 30. November 2019

Geboren in Deutschland.

Christina Maria Pfeifer arbeitet als bildende Künstlerin, Performerin und Denkerin. Der Schwerpunkt ihrer künstlerischen Praxis liegt auf dem Thema des Posthumanen im Kontext der Digitalisierung. Ihr Vorgehen ist konzeptionell. Sie variiert bewusst den Einsatz ihrer Mittel, darunter Zeichnung, Installation, Video, Performance oder auch Live-Stream. In ihrem Arbeitsprozess dominiert sie weder Werkzeug, noch Material oder Thematik. Vielmehr gesteht sie allen Dingen, die im Laufe des Prozesses involviert sind, eine Unabhängigkeit als Akteure zu. Zu ihrer Praxis zählen regelmäßige Kollaborationen. Bisher arbeitete sie mit anderen bildenden Künstler*innen, experimentellen Musiker*innen, Humanwissenschaftler*innen und einem Koch zusammen.

2014 entstand ihre Kunstfigur Cy_born, eine außerirdische Entität aus dem Weltraum. Diese prägt ein Alien-Kopf mit einem mobilen Visier, den sie als Performance-Ware bezeichnet. Zu Anfang performte sie ein außerirdisches Ereignis in Form von Live-Acts in öffentlichen und privaten Räumen. Später veränderte sich das Konzept hin zur Videoperformance eines Cy_born-Videos, aufgeführt durch die Performancegruppe POeZ, deren Mitgründerin sie war. Jüngst konzentriert sie ihre Arbeit mit Cy_born ganz auf die Performance-Ware selbst. In einem Akt der Entfremdung fungiert sie dabei als Cy_born-Ermöglicher des Publikums.

2017 entwarf sie eine eigene digitale Ökologie der Humanen und Nichthumanen, die sie WIR 11.0 nennt. Sie entwickelte hierfür eine Blasengeometrie und ihr eigenes System von Piktogrammen unter der Bedingung, dass diese sowohl von Menschen als auch von Algorithmen entschlüsselt werden können.

Ihre Arbeiten wurden u. a. in Institutionen wie dem Haus der Kulturen der Welt, Berlin/Deutschland, dem Museo Laboratorio di Arte Contemporanea, Rom/Italien, dem Underdox/Videodox Festival, München/Deutschland gezeigt. Sie nahm an Einzel- und Gruppenausstellungen in Galerien teil, darunter Hybrida Contemporanea, Rom/Italien, Karin Wimmer contemporary art, München, La Générale en Manufacture, Sèvres/Frankreich. Und sie sprach über ihre Arbeiten u.a. an der Universität der Künste, Berlin, im Kunstraum München sowie im Württembergischen Kunstverein, Stuttgart/Deutschland.

Christina Maria Pfeifer studierte politische Ökonomie, Romanistik, Zeichnung bei Andrea Fogli, Neue Medien bei Klaus vom Bruch, Performance Kunst bei Jill Greenhalgh und Akuzuru. Bevor sie sich im Jahr 2007 ganz auf die Kunst konzentrierte, arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin an der Universität, schrieb eine Doktorarbeit in Volkswirtschaft/Soziologie und gab software-gestützte Think Shops in Politik und Wirtschaft in Europa, in den USA, in Südafrika und Singapur. In ihrer Kindheit betrieb sie über siebzehn Jahre lang klassisches Ballett und trat bis zu einem schweren Autounfall im Alter von zweiundzwanzig Jahren auf der Bühne auf. Eigene physische und mentale Übungen sind seither Teil ihrer täglichen Praxis. Seit kurzem studiert sie Butoh-Tanz.

Christina Maria Pfeifer ist Stipendiatin im Rahmen des »Wimmelforschungs-Stipendium« – ein gemeinsames Projekt der Robert Bosch GmbH, der Akademie Schloss Solitude und der Wimmelforschung.