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18. + 24. Oktober 2019: Performances von Janneke van der Putten im Kunstraum 34 und in der Hospitalkirche Stuttgart
Janneke van der Putten. Foto: Gabrielle Barros Martins
24. Oktober 2019 19:00, 18. Oktober 2019 21:15
performance


Durch Techniken, die sie sich in jahrelangem Training erarbeitet hat, nutzt Janneke van der Putten ihre Stimme als Instrument, mit dem sie ihre Umgebung körperlich, klanglich und intuitiv erforscht. Ihre Arbeit bewegt sich weg von gewöhnlichen Parametern der Klangausdehnung und Synthese und richtet sich stattdessen auf die Resonanz von Raum und Körper im Hier und Jetzt.

Als die Nymphe Echo zu Stein wurde, hallten ihr Rufe ihren Namen ehrend wider, und die Bäume erzitterten und antworteten mit ihren Stimmen. Wie stehen wir zu diesen Erwiderungen? Die Stimme ist ein Ausdruck, der uns als Menschen bestimmt, und uns auf unser intuitives, tierartiges Sein zurückwirft. Zu diesem tief verwurzelten Wissen zurückzukehren, ist, wie einen Spaziergang in den sich schonungslos entfaltenden Horizont zu unternehmen. Das Zuhören ist eine Weise, in unsere Umgebung einzutauchen. Aber sooft man auch ein- und ausatmet – anregend und ausdehnend – die Mauern sind immer um uns. Auch sie vibrieren. Erst als ich in den Gewölben des Museo Reina Sofía, einem ehemaligen Krankenhaus, eine Performance aufführte, konnte ich nachvollziehen, was die Menschen, die in Michel Foucaults Histoire de la folie beschrieben werden, empfunden haben müssen. Es waren nicht die eigenen inneren Stimmen und geheimen Stimmgabeln, die unseren Hirnschädel treffen – stattdessen sprachen diese Keller für mich und spiegelten alles, was aus meinem Mund kam. Mich in immer weiteren Kreisen um mich selbst drehend, wurde es unmöglich, die ursprüngliche Klangquelle auszumachen. 
Janneke van der Putten

Janneke van der Putten beschäftigt sich mit speziellen Standorten und lokalen Kontexten und erforscht mithilfe persönlicher Erfahrungen die (menschliche) Reaktion auf ihre Umgebung und deren Beziehung zu natürlichen Phänomenen, wie in etwa dem Sonnenaufgang. Janneke van der Puttens Arbeitv erbindet Erfahrungen des Zuhörens, Performance, Klang und Video, Dokumentation in Bildern, Text und Textilien, Workshops, Musikprojekte und die Produktion von Plattformen für einen kulturellen Austausch.

Am 18. Oktober um 21.15 Uhr tritt die Performancekünstlerin im Kunstraum 34 auf und am 24. Oktober um 19 Uhr in der Hospitalkirche im Rahmen der Vernissage der Ausstellung Leibhaft.

Eintritt frei.


Performance im Kunstraum 34, Filderstraße 34, 70180 Stuttgart: 

18. Oktober 2019, 21.15 Uhr


Performance in der Hospitalkirche Stuttgart, Hospitalplatz/Eingang Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart:

24. Oktober 2019, 19 Uhr

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