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Ausstellungen: Javier Hinojosa, Iassen Markov, Jasmeen Patheja und Popok Tri Wahyudi
Javier Hinojosa
27. November 2008 20:00 - 11. Januar 2009
Javier Hinojosa »Basiselemente«

Das Projekt »Basiselemente« gründet sich auf den Moment in der Betonverarbeitung, in dem der Beton gegossen und die Funktionalität der Basiselemente (Säule, Balken und Mauer) gestört wird. Javier Hinojosa richtet seine Aufmerksamkeit auf die Möglichkeiten, die dieser Moment entstehen lässt. Sein besonderes Augenmerk liegt auf der Eigenschaft eines jeden Objekts, sich selbst, je nach den äußeren Umständen, verwandeln zu können. Wie fähig ist die Architektur, sich selbst einer anderen Umwelt anzupassen und die Objekte, die dieser innewohnen, zu nutzen und zu verwandeln? Wie wirken sich diese Änderungen auf den architektonischen Raum aus? Und welche Wirkung haben sie auf uns als dessen Bewohner?

Javier Hinojosa (*1974 in Mexico City/Mexiko) studierte Architektur und bildende Kunst an der Akademie der bildenden Künste »La Esmeralda« sowie Fotografie und Alternative Medien am Centro de la Imagen, Mexiko. Hinojosa arbeitete als Assistent von Santiago Sierra (2003 bis 2004) und von Pedro Reyes (2001). 2005/2006 erhielt er ein Stipendium von FONCA (National Foundation for Culture and Arts). Er ist 2008 Stipendiat der Akademie.

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Iassen Markov »Markov Associati. Progetti Internazionali«

»Man kann nicht jeden Montagmorgen eine neue Baukunst erfinden ... «
Iassen Markov stellt sein neues Architekturbüro vor: Markov Associati Progetti Internazionali. Installationen, Modelle und Projektionen schaffen Einblicke in die aktuellen »Progetti« des Büros, wie z. B. das Schatzhaus in Moldawien, das Urlaubshaus am Schwarzen Meer für Daniel Hundsdörfer, die Toteninsel im Donaudelta u. a.

Markov thematisiert die 2D-/3D-Problematik und setzt den Akzent auf die Themen Material, Konstruktion und Proportion. Zur Eröffnung liest er Teile aus seinem ultimativen Almanach I love ±∞, der das theoretische Gerüst seiner Progetti bildet. Im Anschluss können die ersten fünf Exemplare des Almanachs ersteigert werden.

Iassen Markov (*1980 in Sofia/Bulgarien) studierte Architektur am Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen (IGMA) der Universität Stuttgart. Seitdem assistiert Markov am IGMA und unterrichtete an der Architectural Association, Graduate School of Architecture, London. Neben der Projektentwicklung am New Financial Center in Sofia (2002) realisierte er 2006 dort ein Büro- und Wohngebäude. Als Mitherausgeber publizierte er 5 Codes – Architecture, Conspiracy and Risk in Times of Terror im Birkhäuser Verlag (2006). Iassen Markov ist 2007/2008 Stipendiat der Akademie.

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Jasmeen Patheja »Moments of a Long Pause«

Für ihre Videoinstallation interviewte Jasmeen Patheja jeweils 100 Männer und Frauen auf den Straßen von Kalkutta, Neu Delhi, Agra, Ludhiana und Amritsar. Sie fragte sie nach ihrem Verständnis der Begriffspaare Umwerbung vs. Missbrauch, Zurückweisung vs. Akzeptanz, Verteidigung vs. Reaktion und Scham vs. Schuld. »Moments of a Long Pause« ist Teil von Blank Noise, ein öffentliches Projekt mit Basis in Indien, das sich mit sexueller Belästigung in der Öffentlichkeit auf den Straßen Indiens und Pakistans beschäftigt. Seit 2003 fördert Blank Noise die Diskussion über die Tabuisierung sexueller Belästigung, thematisiert die Auffassung von Bescheidenheit und stellt die gesellschaftliche Haltung gegenüber diesen Themen in Frage. Die Initiatoren fordern zur Teilnahme am Projekt auf im Blog www.blanknoiseproject.blogspot.com.

Jasmeen Patheja (*1979 in Kolkata/Indien) studierte bildende Kunst in Bangalore. Sie arbeitet als freischaffende Fotografin und hat ein Forschungsstipendium an der Srishti School of Art, Design & Technology Bangalore. Derzeit arbeitet sie im Rahmen des SARAI/CSDS Stipendiums an der Ausstellung »Blank Noise 2«, die aus Interventionen im öffentlichen Raum besteht. Jasmeen Patheja ist 2007/2008 Stipendiatin der Akademie.

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Popok Tri Wahyudi »The Light House«

Mit einer Installation stellt Popok Tri Wahyudi seinen neuen Comicband »The Light House« vor, eine visuelle Studie über Kommunikation in einem künstlerischen Think Tank. Nach einem gescheiterten kollektiven Arbeitsprozess erkundete Wahyudi das Wesen interdisziplinärer Zusammenarbeit und begab sich mit List und Humor auf die Suche nach den Gründen für ihr Gelingen und Versagen.

Popok Tri Wahyudi (*1973 in Mojokerto, Ostjava/Indonesien) arbeitet als freischaffender Künstler und Designer. Seine Werke waren bereits bei zahlreichen internationalen Ausstellungen zu sehen. Wahyudi war 2007 Stipendiat der Akademie.


Zur Eröffnung der Ausstellungen spielt die Cellistin Séverine Ballon »adverb« von Gérard Buquet für eine »singende Cellistin« und Elektronik.

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 27. November 2008, 20 Uhr
Ausstellungsdauer: Freitag, 28. November 2008 bis Sonntag, 11. Januar 2009
Öffnungszeiten: Di–Do 10–12 & 14–17.30 Uhr, Fr 10–12 & 14–16 Uhr, Sa–So 12–17.30 Uhr