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15.03.2018: Ausstellungseröffnungen im März
15. März 2018 19:00


Imaginary Explosions
Caitlin Berrigan

Für ihre Ausstellung präsentiert Caitlin Berrigan Band 1 ihres Künstlerbuchs Treatise, das bei Broken Dimanche Press erschienen ist. Begleitend zum Buch wird es Skulpturen sowie die erste Videoepisode des zweiten Treatise-Bandes zu sehen geben. Die Serie folgt einer Gruppe transfeministischer Geologen, die heimlich planen, die Welt in die Luft zu jagen, indem sie alle Erdvulkane zeitgleich zur Explosion bringen.

Mit ihrer Treatise-Serie schafft Caitlin Berrigan eine Kosmologie von Arbeiten, die sich auf die Geologie stützt, um das strukturelle Patriarchat, sexuelle Gewalt, Brüche, Widerstand und Freundschaft als eine Form des Politischen zu untersuchen. Die pseudo-wissenschaftliche Fiktion besteht aus episodischen Videos, Skulpturen, Kostümen und Zeichnungen.



Groß genug für vergebliche Suche
Aliénor Dauchez

»Seit jeher geht das Gerücht, oder noch besser, gilt der Gedanke, dass es einen Ausweg gibt. Diejenigen, die nicht mehr daran glauben, sind nicht dagegen gefeit, von neuem daran zu glauben.« Samuel Beckett: Le Dépeupleur – Der Verwaiser.

Die Performance-Künstlerin Aliénor Dauchez setzt sich mit der Funktion des »Unteren Hirschgangs« im Untergeschoss der Akademie auseinander. »Er erinnert mich – so die Künstlerin – an ›das Innere eines niedrigen Zylinders mit einem Umfang von fünfzig Metern und einer Höhe von sechzehn wegen der Harmonie‹ – des Zylinders, den Samuel Beckett in seinem Buch Der Verwaiser beschreibt.«

Mit seiner gekurvten Wand und seinen unzählbaren Röhren wird der Raum zu einem Raum der Suche. Ein ambivalenter Prozess, der Brüche, Überschreitungen, Scheitern, Fallen und Wiederaufrichtungen mit sich bringt: für die ausgestellten Objekte, für die performende Künstlerin und für die Besucher. Gibt es einen möglichen Ausweg?



While the Future Unfolds
Taietzel Ticalos

»When I had no sense of the real world, it was easier to dream the future. Within the shelter of the program I was conceived, I was left with myself and under my pixel rain, I thought that time ignores me completely. Regardless my limited capacity of processing information, I understood that I will always be trapped in a screen. Have you ever felt unreal?«

Taietzel Ticalos Videoserie folgt der Protagonistin Cherie Pie (einem 3D-Charakter) in ihrem Bestreben eine Finanzdomina zu werden. Cherie Pie bezieht ihre Stimme von einem unabhängigen Online-Dienst, der Text in Sprache verwandelt. Sie betritt die Welt der finanziellen Vorherrschaft als »Queen of Cups«, eine unmenschliche Gebieterin, und verdeutlicht im Verlauf der Geschichte, wie unscharf die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verlaufen.



What We Could Have Thought, if Only For a Moment
Sebastian Schmieg

Sebastian Schmieg schlägt die Betrachtung künstlicher Intelligenz als kollektives Unterfangen und mögliche Form der Gemeinschaft vor. Gemeinsames Sprechen, Schreiben, Forschen und Leben bilden die Grundlage einer verbindenden Praxis, welche die technischen Erweiterungen unseres Denkens und Erinnerns als kollektive Möglichkeitsräume begreift. In Schmiegs Installation wird eine künstliche Intelligenz kontinuierlich anhand der von Stipendiat_innen produzierten Texte trainiert, so dass die Verfahren der künstlichen Intelligenz von der Datenextraktion und der Modulation adressierbarer Körper gelöst und als ästhetische Kulturtechniken thematisiert werden.
Die so entstehende vielschichtige Sprache und Stimme wirft Fragen auf in Bezug auf neue Formen der Introspektion, des gemeinschaftlichen Ausdrucks und der Organisation von Arbeit.



Eintritt frei.

Ausstellungsdauer: 15. März bis 29. April 2018
Öffnungszeiten: Di—Do: 10—12 Uhr, 14—17 Uhr, Fr: 10—12 Uhr, 14—16 Uhr, 
Sa—So: 12—17 Uhr