de . en
Das
Stipendiaten
Netzwerk
 
HAT QUALITÄT EINE ZUKUNFT? – ZEITUNGEN UND ZEITSCHRIFTEN ALS REFLEXIONSRAUM
05. November 2013 20:00

Am 5. November laden die Akademie Schloss Solitude und die Ernst H. Klett Stiftung Merkur ein zu einem gemeinsamen Abend zur Zukunft von Zeitungen und Zeitschriften als Reflexionsraum. Mit dieser Diskussion geht die Ernst H. Klett Stiftung Merkur, Inhaberin der Zeitschrift Merkur, auf ein Thema ein, das sie in ihrer Existenz unmittelbar berührt. Für die Akademie Schloss Solitude ist ein solcher externer Reflexionsraum unentbehrlich für ihre künstlerischen und intellektuellen Aktivitäten, die ohne Echo in der Presse ins Leere laufen würden. 

Zeitungen und Zeitschriften haben bei der Formierung der modernen Demokratien in der Vergangenheit eine entscheidende Rolle gespielt und sie sind nach wie vor zentrale Instrumente der gesellschaftlichen Meinungs- und Willensbildung. Sie moderieren, generieren, animieren, kanalisieren und gewichten das öffentliche Gespräch über alle nur denkbaren Themenfelder und bieten so einen Reflexionsraum für eine vielstimmige politische, kulturelle und weltanschauliche Selbstverständigung der Gesellschaft.

Die bürgerliche Presse war aber von Beginn an auch, und vielfach sogar in erster Linie, ein Geschäftsmodell. Eine über Generationen bewährte Faustregel für Verleger besagte, dass Zeitungen und Zeitschriften rentabel arbeiten, solange sie zu zwei Dritteln werbefinanziert sind. Spätestens seit im Jahr 2001 das Anzeigengeschäft im Printjournalismus infolge der Konkurrenz der Onlinemedien massiv eingebrochen ist, geht diese Kalkulation immer seltener auf. Darunter leiden auch und gerade anspruchsvolle publizistische Foren, denn ihre Arbeit ist besonders zeit- und personalintensiv und damit teuer. Das Internet bringt die konventionelle Presse aber nicht nur wirtschaftlich in Bedrängnis. Schließlich macht das Netz die unterschiedlichsten komplementären publizistischen Angebote zugänglich und zwar für die Nutzer größtenteils kostenlos. Zugleich bietet es der öffentlichen Debattenkultur neue Möglichkeiten in sozialen Netzwerken und offenen Kommentarforen.
Welche Folgen hat diese Konkurrenzsituation für den Qualitätsjournalismus? Welche Bedeutung bleibt Zeitungen und Zeitschriften angesichts der Konkurrenz durch die digitalen Medien – oder gewinnen sie neue Funktionen? Schrumpft der Raum für ambitionierte Reflexion und muss man über neue Modelle der Finanzierung nachdenken? Welchen konkreten Einfluss hat der wirtschaftliche Druck, dem die Verlage ausgesetzt sind, auf die Arbeit der Redaktionen? Gibt es nur äußere Gründe für den Auflagenrückgang – oder schreiben Zeitungen und Zeitschriften an den Interessen ihrer potentiellen Leser vorbei? Ist vielleicht insbesondere das klassische Feuilleton ein Auslaufmodell?

Über diese Themen debattieren Lothar Müller, Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung, Ralph Bollmann, Wirtschaftspolitischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Thomas E. Schmidt, Kulturkorrespondent der Zeit und Ekkehard Knörer, Redakteur, Kulturwissenschaftler und Filmkritiker.

Das Gespräch wird moderiert von Christian Demand, dem Herausgeber der Zeitschrift Merkur.

Eintritt frei!

Um Anmeldung wird gebeten bei Frau Kamann: f.kamann@klett-cotta.de
oder telefonisch unter 0711-6672-1225.