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NO THERE YES MAYBE HERE
Foto: Frank Kleinbach
14. November 2014 20:00
performance

Am 14. November feiert die im Rahmen einer Kooperation von Schauspiel Stuttgart und Akademie Schloss Solitude entstandene Performance NO THERE YES MAYBE HERE der Stipendiaten des Programms »Afrika in Solitude« im Nord, der Studiobühne des Schauspiel Stuttgarts, Premiere. Für das Programm »Afrika in Solitude« hat die Akademie Schloss Solitude mit der Unterstützung des »TURN – Fonds für künstlerische Kooperationen zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern« der Kulturstiftung des Bundes die Künstler und Künstlerinnen aus der Theater- und Tanzszene Afrikas, Désire Davids (Südafrika), Dorine Mokha (Demokratische Republik Kongo), Hector Thami Manekhela (Südafrika) & Marwen Abouda (Tunesien) nach Stuttgart eingeladen. Von Juni bis November 2014 wohnten und arbeiteten sie an der Akademie Schloss Solitude und besuchten über den Sommer verschiedene Theater- und Kulturfestivals mit Workshops, Seminaren und Aufführungen und traten auch selbst auf. Festivalpartner des Programms waren das Theater der Welt, Mannheim, das Osthang Project Darmstadt, die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt und die Ruhrtriennale in Essen.

In ihrer gemeinsamen abschließenden Performance NO THERE YES MAYBE HERE setzen sich die Tänzer, Choreografen und Szenografen mit Fragen der (Länder-)Grenzen und Visa-Beschränkungen auseinander.

»Unser Alltagsleben besteht aus einem Dschungel von Paragrafen, geschriebenen und ungeschriebenen. Wer hat die Macht zu entscheiden und welche Entscheidungen akzeptieren wir? Als freischaffende, internationale Künstler sind wir abhängig davon, uns frei, über Ländergrenzen hinweg, bewegen zu können. Ein Visum kann uns diese Freiheit geben oder es kann sie uns verweigern. Folglich haben wir eine unangenehme und ambivalente Beziehung zu VISA.

BEWEGUNG bestimmt unsere Arbeit als Performancekünstler im körperlichen wie globalen Sinne. Mobilität heißt, sich überall und jederzeit frei bewegen und arbeiten zu können. Mobilität ist überlebenswichtig. VISA bedeutet „Da-sein“.

Wer aber hat die Macht, Zugang zu gewähren oder zu verweigern? Wir stellen diese brennende Frage als Performancekünstler mit den Mitteln von Bewegung und hinterfragen damit ihre Kontexte, mit denen wir beständig konfrontiert sind: Zugang zu Information, Verhandlung, Steuerung, Bestimmung, Bestätigung, Überprüfung und wirtschaftliche Macht.

Wie bewegen wir uns, wie handeln wir in einer übermächtigen kapitalistischen Welt? Einer Welt, in der die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem immer mehr verwischen? In der Geld über Bewegung und Beweglichkeit entscheidet, und Beweglichkeit über Geld und über Lebensgestaltung?«


Einblicke in Themen und Hintergründe ihrer Arbeit geben die Stipendiaten bei einem Public Talk am 20. Oktober um 19.30 Uhr im Foyer des Schauspiel Stuttgarts.
Ticketvorverkauf über das Schauspiel Stuttgart.

Besetzung: Desiré Davids, Dorine Mokha, Hector Thami Manekehla

Scenographie: Marwen Mohamed Abouda & Mitwirkende