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VIDEOABEND: TREMBLING SPACES
Susann Maria Hempel »Der Große Gammel« (2012)
30. Januar 2016 20:00
ausstellung, filmvorführung

Ausstellungsabend mit Videoarbeiten 

Susann Maria Hempel »Der grosse Gammel« (2012), 9’
Petra Szőcs »The execution« (2014), 14’
Florian Goldmann »Tokyo will occur someday« (2015), 24’
Philip Widmann »Destination Finale« (2008), 9’

Unsere Biografien stehen in einem komplexen Zwischenspiel von Zeit und Raum. Geografische und geschichtliche Gegebenheiten wirken sich auf uns als Handelnde aus und prägen unsere Lebensgeschichten. Gleichzeitig spiegeln sich das Handeln und Denken der Einzelnen im Raum wider und formen ihn stetig um. Die Spuren, durch die sich der Mensch in die räumliche Atmosphäre einschreibt, weisen dabei über die jeweilige Lebensspanne des Individuums hinaus. Vorhandene Spuren werden aufgegriffen und weitergeführt, es entsteht ein vielschichtiges Netzwerk aus Zeit und Raum, aus Individuum und Kollektiv, aus Atmosphäre und Materiellem.

Im Rahmen des neuen Schwerpunktthemas »Biographies and the Production of Space« befassen sich die Videoarbeiten von vier Stipendiaten der Akademie auf sehr unterschiedliche Weise mit der Frage, was in Momenten der Bewegung innerhalb eines Raumes mit dem/der Einzelnen passiert und welche Spuren individuelle Eingriffe im räumlichen Ganzen hinterlassen. 

»DER GROSSE GAMMEL. Ein filmischer Nachruf auf das Theater der Stadt Greiz« (2012), 8’ 30 / Susann Maria Hempel //
Nach seiner mehr als 100-jährigen Geschichte wird das Theater der Stadt Greiz abgerissen. Susann Maria Hempel überträgt die Zerstörung einer Architektur, die darauf abzielt, Beobachter zu platzieren, in die Medien der Aufzeichnung: Durch eine Reihe kontrollierter Experimente folgen die Filmbilder durch den erzwungenen Verschleiss ihrer Materialität dem Untergang des Theaters. 

»Destination Finale« (2008), 9’ / Philip Widmann //
»Destination Finale« montiert Filmaufnahmen eines unbekannten vietnamesischen Touristen, der sich Mitte der sechziger Jahre in den Metropolen Europas selbst vor der Kamera inszeniert, zu einem Reisebericht als historisches und anthropologisches Dokument.

»The execution« (2014), 14’ / Petra Szőcs //
1990, Cluj, Rumänien: Die öffentliche Hinrichtung Ceausescus bringt den Alltag der 8-jährigen Orsi und ihres Bruders durcheinander. Gemeinsam mit ihrem Freund spielen sie immer wieder die Exekution durch. Wer wird am Ende das Opfer sein? Petra Szőcs’ Film wurde 2014 in Cannes gezeigt. 

»Tokyo will occur someday« (2015), 24’ / Florian Goldmann //
Nach wissenschaftlichen Kalkulationen ist ein Erdbeben verheerenden Ausmaßes in Tokio in naher Zukunft sehr wahrscheinlich. Durch die Simulation einzelner Szenarien soll im Angesicht der nahenden Katastrophe Kontrolle und Sicherheit suggeriert werden. Florian Goldmann nähert sich auf einer Messe für Katastrophen-Prävention diesem Phänomen.