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AUSSTELLUNG: WHAT'S WORK WORTH? (WAS IST ARBEIT WERT?)
Ausstellung im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Chronicles of Work III: What's Work Worth?«
14. Juni 2013 - 28. Juli 2013
ausstellung, performance

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Chronicles of Work III: What’s Work Worth?« widmet sich die Ausstellung »What's Work Worth?« dem Thema der Kunstproduktion als Arbeitsprozess und den damit verbundenen Methoden und Strategien. Die unterschiedlichen Arten, wie die Stipendiaten der Akademie Ihre Arbeit heutzutage wahrnehmen, werden in Performances, Sound-Installationen, Videoarbeiten und Gemälden präsentiert. Ausgestellt werden Beiträge, Gebrauchsgegenstände und Materialien, die mögliche Positionen zur Ausübung künstlerischer Praxis aufzeigen und sich mit den vielfältigen Umgangsformen innerhalb der künstlerischen Arbeit befassen.
 

Sivan Cohen Elias
»Creation of LeftOvers: A video-audio-and-live-objects installation
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»LeftOvers« nennt die Komponistin und Performerin Sivan Cohen Elias die Maschine, die in Zusammenarbeit mit dem Ingenieur Teddy Mudge entstand und im Rahmen von »Der Sommer in Stuttgart '13« am 22. Juni 2013 im Theaterhaus Stuttgart zum ersten Mal durch das Ensemble ascolta in Bewegung gesetzt wird. Begleitet wird die Maschine von verschiedenen Videos, Objekten und Zeichnungen, die den Entstehungsprozess und die Diskussionen zwischen Komponistin und Ingenieur dokumentieren.
 

Kontekst Collectiv (Vida Knežević & Marko Miletić)
»A Sketch for the Possibility of Art against Neoliberal Capitalism
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In seinem Video dokumentiert das Künstler-Duo Kontekst Collectiv eine Performance, die als Teil des Projektes »Oktobar XXX: Exhibition–Symposium–Performance« 2012 in Pančevo (Serbien) stattfand. Konzipiert als »Re-Enactment« bezog sich »Oktobar XXX« auf die experimentelle Ausstellung »Oktobar 75«, die 1975 in Belgrad zahlreiche kritische Kommentare von Galeristen, Künstlern und Kritikern der serbischen Kunstszene zum Thema »Selbstmanagement des Künstlers« zeigte. Die Performance von Kontekst Collectiv resultiert aus der zweijährigen Arbeit an dem Projekt »Kontekst, struggle for autonomous space«, das die Arbeit des Künstlers Mirko Kujačić im Jahr 1932 dokumentiert und insbesondere den politischen Kontext dieser Zeit als Referenzpunkt für die Schaffung möglicher Alternativen zum heutigen kapitalistischen Produktionssystem aufgreift.
 

Reynard Hulme & Anne Kawala & Marc Perrin
»fellows@akademie-solitude.de
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Mit ihrer Textinstallation dokumentieren der Rechtswissenschaftler Reynard Hulme und die Schriftsteller Anne Kawala und Marc Perrin die privaten Zwischenräume, die den Arbeitsprozess von Künstlern begleiten. Mit Hilfe von Textfragmenten und Fiktionen, die bei der Kommunikation der Solitude-Stipendiaten unter sich (per E-Mail) entstehen, werden die alltäglichen Bekanntgaben und Einladungen neu geordnet, so dass am Ende ein völlig neues Bild dieses Schriftverkehrs und dadurch ein komplexes Bild des Arbeitsrhythmus entsteht.
 

Steffen Krebber
»Weissagungen
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Sprachinstallation (2008)
1 Kanal Video (HD-1080i), 1 Kanal Audio, 2:30 min.

Die Sprachinstallation »Weissagungen« von Steffen Krebber trifft –  mittels eines von einer Computerstimme gesprochenen und projiziertem Text – Voraussagen über den vereinzelten Besucher. In diesem zeitlichen Gewebe wird der Besucher direkt angesprochen, wobei das Textmaterial sich ausschließlich mit der Situation des Rezipienten befasst. Die dabei entstehenden »kognitiven Dissonanzen« sind Methoden der Verwirrung, die die neurophysiologischen Bedingungen der Wahrnehmung offen legen.
 

Basir Mahmood
»One’s Vocabulary«

»One’s Vocabulary« besteht aus Interviews mit zwei Künstlern und einer Schachspielerin, die in ihrer Muttersprache über sich, ihre Arbeit und ihre generelle Sicht auf die Welt berichten. Dabei mischt Basir Mahmood diese Aufzeichnungen mit Filmmaterial, das in keinem direkten Zusammenhang zu den Inhalten der Interviews steht. In der Arbeit werden die beiden, anscheinend fremden Seiten, zusammengebracht, so dass am Ende persönliche Portraits entstehen in denen der Zuschauer die einzelnen Elemente frei assoziieren kann.
 

Ndikhumbule Ngqinambi
»Flag Fragments
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In seiner Arbeit behandelt der Künstler Ndikhumbule Ngqinambi mit den klassischen Mitteln der Malerei die Mechanismen der Macht in der südafrikanischen Gesellschaft. Mit seinen Bildern bezieht er Position und fragt, mit welchen Attributen und Zeichen sich Macht durchsetzt und welche Unterdrückungsstrategien diese implizieren. Dabei reflektiert er auch die Macht der Malerei und ihre Fähigkeit, sich mit Farbe, Pinsel, Leinwand und Papier mit solchen politischen Fragen zu befassen.
 

Thomas Pausz
»After the Solitude of Cotton Fields (Elastic Edition 3)
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Thomas Pausz behandelt in seinem Video-Beitrag das Theater des Dramatikers Bernhard Marie Koltès in den 1980er Jahren. 30 Jahre danach hat er hierzu Mitarbeiter aus verschiedenen Disziplinen eingeladen, um die Notwendigkeit eines neuen Umgangs und einer neuen Arbeitsweise an Koltès’ Stücken zu reflektieren. Die Arbeit Koltès’ wird durch partizipative Workshops, kollektive Lesungen und visuelle Forschungen interpretiert und auf die heutige Zeit angewandt.
 

Nida Sinnokrot
»Screen (Intermission)«
Handgefertigte Projektionsfläche, Spotlight, 2009–2013

Seit mehr als 100 Jahren ist »Da-Lite« führender Hersteller und Exporteur von Projektionsflächen. Bei dem hier verwendeten Silver-Lite Modell von 1955 wurden zahlreiche geometrische Formen akribisch genau in die reflektierende Oberfläche geschnitten.

Im Spiel von Licht und Schatten wird die Projektionsfläche selbst zwar ebenfalls zum Objekt, doch die darunterliegenden Geometrien entwickeln eine besondere Dialektik, bei der der Formenreichtum zum Spotlight wird.
 

Studio umschichten (Lukasz Lendzinski & Peter Weigand) & Thomas Gantner
»SaunaDiscoImbiss – Fragments of the Process
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Studio umschichten wird zusammen mit dem Architekten Thomas Gantner eine Woche vor der Ausstellungseröffnung eine(n) »SaunaDiscoImbiss« auf dem Schlosshof installieren. Es soll eine andere, besondere Arbeitsatmosphäre zwischen den beteiligten Akteuren geschaffen werden, um den dort platzierten Abrollcontainer, der bisher als Sauna-Raum genutzt wurde, zu transformieren. Ziel ist es, einen offenen Arbeitsprozess anzustoßen, der das vorhandene Ausgangsmaterial zu einem erlebbaren Ergebnis für die Zeit einer Ausstellung umformt.
 

Zeichnungen, Texte, Skizzen und Partituren – Drawings, Texts, Sketches and Scores

Das Herzstück der Ausstellung bilden die vielen Blätter mit Zeichnungen, Texten, Skizzen und Partituren, die den Arbeitsprozess von Künstlern ausmachen und in der Regel das Atelier nicht verlassen. Das Angedachte fixieren, einen Arbeitsprozess kurz aufzeichnen, eine Kausalitätskette notieren, einen flüchtigen Gedanken, einen Ausdruck, einen musikalischen Einfall festhalten: das meiste, was Künstler/innen, Schriftsteller/innen, Komponisten/innen oder Wissenschaftler/innen produzieren, findet erste Spuren auf einem Blatt Papier, meistens mit der Hand  – auch im Computer-Zeitalter! – notiert. Für diesen Teil der Ausstellung haben die Solitude-Stipendiaten zahlreiche oft kryptische Dokumente geliefert, die jeweils mit einem kurzen Kommentar versehen sind.
 

Künstlerische Leitung, Texte und Szenografie: Olivia Franke, Thomas Gantner und Marlène Perronet
Technische Koordination: Stephan Pohl
 

PERFORMANCE AM ERÖFFNUNGSABEND:

Geumhyung Jeong
»Oil Pressure Vibrator
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In ihrer Performance »Oil Pressure Vibrator« berichtet die Choreografin Geumhyung Jeong über ihre Affäre mit einem Bagger, dem Objekt ihrer Begierde, sowie über ihr vergangenes Leben und ihr bisheriges Schaffen als Performerin. Für den Zuschauer wird immer unklarer, ob es sich bei der Performance um eine sachliche Einführung in das Stück handelt oder um den inneren Monolog einer fiktiven Künstlerin, die zufällig auch Geumhyung Jeong heißen würde.
 

Ausstellungsdauer: Fr, 14. Juni bis So, 28. Juli 2013
Öffnungszeiten: Di–Fr 10–12 & 14–16 Uhr, Sa–So 12–17 Uhr