{"id":31506,"date":"2021-09-29T12:46:11","date_gmt":"2021-09-29T10:46:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/?post_type=news&#038;p=31506"},"modified":"2022-04-05T21:55:12","modified_gmt":"2022-04-05T19:55:12","slug":"der-erste-teil-des-namibia-deutschland-stipendiums-mit-drei-namibischen-kuenstlerinnen-endet","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/news\/der-erste-teil-des-namibia-deutschland-stipendiums-mit-drei-namibischen-kuenstlerinnen-endet\/","title":{"rendered":"Der erste Teil des Namibia-Deutschland-Stipendiums mit drei namibischen K\u00fcnstler*innen endet"},"content":{"rendered":"","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"template":"","news_type":[503],"class_list":["post-31506","news","type-news","status-publish","hentry","news_type-pressemitteilung"],"acf":{"bgcolor":"","bgcolor_custom":"","custom_color_css_variable":"","content_type":[{"acf_fc_layout":"content_txt","acfe_flexible_layout_title":"Text","bgcolor":"","bgcolor_custom":"","layout_col_size":8,"txt_cols":"is-1-txtcol","txt":"<h3>Mit dem Sommerfest am 24. und 25. September 2021 fand der erste Teil des neuen Stipendienprogramms der Akademie Schloss Solitude, das den Austausch von K\u00fcnstler*innen zwischen Namibia und Deutschland f\u00f6rdert, seinen Abschluss. Der zweite Teil beginnt mit Stipendienaufenthalten von K\u00fcnstler*innen aus Deutschland in Namibia.<\/h3>\r\nDie Akademie Schloss Solitude etabliert ein neues Residenzprogramm, das sich dem langfristigen k\u00fcnstlerischen sowie kulturellen Austausch zwischen Namibia und Deutschland widmet. Das Programm wird im Rahmen der Namibia-Initiative des Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-W\u00fcrttemberg organisiert und zielt darauf ab, einen gemeinschaftlichen Umgang mit der Geschichte der kolonialen Beziehungen zwischen Namibia und Deutschland anzusto\u00dfen und neue k\u00fcnstlerische Narrative zu diesem Thema zu entwickeln. Der <strong>Akademie Schloss Solitude kommt hierbei eine besondere Rolle als Plattform <\/strong>zu, um eine <strong>neue Form des Austauschs zwischen den sehr diversen k\u00fcnstlerischen Positionen aus beiden L\u00e4ndern zu initiieren,<\/strong> und als lernende Institution dem Wissen dieser Erfahrungen Rechnung zu tragen. Ziel ist es, mit dem neuen <strong>Stipendienprogramm<\/strong> aktuelle k\u00fcnstlerische Positionen aus Namibia und Deutschland in beiden L\u00e4ndern zu zeigen und eine <strong>neue Art des gemeinsamen kulturpolitischen Dialogs<\/strong> herzustellen, der langfristig Bestand hat.\r\n\r\nNach mehreren intensiven Monaten endet der erste Teil des Programms mit den Stipendien der drei namibischen K\u00fcnstler*innen <a href=\"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/person\/vitjitua-ndjiharine\/\"><strong>Vitjitua Ndjiharine<\/strong><\/a>, <a href=\"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/person\/hage-mukwendje\/\"><strong>Hage Nasheotwalwa Mukwendje<\/strong><\/a> und <a href=\"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/person\/nesindano-khoes-namises\/\"><strong>Nesindano \u00bbQues\u00ab Namises<\/strong><\/a>.\r\n<h3>Austausch mit lokalen Kunstschaffenden, Initiativen und Institutionen<\/h3>\r\nW\u00e4hrend ihres Aufenthalts in Stuttgart war es eine wichtige Aufgabe der Akademie Schloss Solitude, den Austausch zwischen den Stipendiat*innen und verschiedenen Institutionen, wie dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, dem Linden\u2013Museum, der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg, der Filmakademie Baden-W\u00fcrttemberg, dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart, sowie dem Zentrum f\u00fcr Kunst und Medien Karlsruhe und dem StadtPalais \u2013 Museum f\u00fcr Stuttgart, durch gegenseitige Besuche zu unterst\u00fctzen. Der Austausch mit Vereinen und Initiativen der freien Kunst\u2013 und Kulturszene Stuttgarts, darunter der W\u00fcrttembergische Kunstverein, Kunstverein Wagenhalle e.V., Chloroplast Stuttgart e.V. und die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland, stand dabei insbesondere im Fokus.\r\n<h3>Dialog mit Ministerin Theresia Bauer<\/h3>\r\nIm Dialog mit der <strong>Landesministerin f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer<\/strong>, diskutierten die K\u00fcnstler*innen ihre im Zeitraum des Stipendiums entstandenen Arbeiten und berichteten von Herausforderungen, die ihnen in ihrer k\u00fcnstlerischen und aktivistischen Praxis immer wieder begegnen. Die entstandenen Arbeiten wurden geladenen G\u00e4sten im Rahmen von \u00bbOpen Studios\u00ab pr\u00e4sentiert.\u00a0Die Zug\u00e4nglichkeit und Einsehbarkeit deutscher Sammlungen und Archive wurde als erschwert wahrgenommen. Die Historikerin und Kuratorin der Veranstaltungsreihe <strong>Memory Biwa<\/strong> dazu:\r\n<blockquote><em>\u00bbEs w\u00e4re eine gro\u00dfe Bereicherung, wenn wir mit allen deutschen Institutionen, die \u00fcber koloniale Sammlungen und Archive verf\u00fcgen, in einen kontinuierlichen und offenen Arbeitsdialog treten k\u00f6nnten. Auf diese Weise k\u00f6nnten wir gemeinsam angemessene Wege finden, auf ihre Archive und Sammlungen zuzugreifen und mit ihnen zu arbeiten. Und wir k\u00f6nnten selbst mehr dar\u00fcber lernen, auf welche Art sie mit den Objekten umgehen, wie sie die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Bedeutung dieser heiligen Gegenst\u00e4nde aufkl\u00e4ren und welche Kenntnisse aus dieser Arbeit entstanden sind.\u00ab <\/em><\/blockquote>\r\n\r\n<h3>Erschwerter Zugang zu Archiven und neue Wissensplattform<\/h3>\r\n\u00dcber den Zeitraum des Stipendienaufenthaltes wird deutlich, dass Archive und die Arbeit mit Archiven eine bedeutende und zentrale Rolle in k\u00fcnstlerischer und aktivistischer Arbeit einnehmen. Im Rahmen einer von der Akademie Schloss Solitude geschaffenen Plattform f\u00fcr Wissensaustausch, <em>Ecosystems of Knowledge<\/em>, haben sich die drei namibischen Stipendiat*innen gemeinsam mit anderen aktuellen Stipendiat*innen der Akademie Schloss Solitude intensiv mit der Bedeutung von Archiven in verschiedenen Kontexten auseinandergesetzt. Besonders die machtkritische Auseinandersetzung mit westlichen Archiven sowie die Abh\u00e4ngigkeit von K\u00fcnstler*innen, denen der Zugang zur eigenen Geschichte auf diversen Ebenen erschwert wird, stand dabei immer wieder im Fokus. Das <em>Ecosystems of Knowledge<\/em> dient dazu miteinander und voneinander zu lernen. Dabei geht es um <em>\u00bbgemeinschaftliches und gemeinsam geschaffenes Wissen\u00ab, <\/em>so Elke aus dem Moore, Direktorin der Akademie Schloss Solitude.\r\n\r\n<h3>Zweite Runde: K\u00fcnstler*innen aus Deutschland in Namibia<\/h3>\r\nIm Februar 2022 werden die n\u00e4chsten drei Stipendiat*innen von Deutschland nach Windhoek reisen. Die Grafikdesignerin und bildende K\u00fcnstlerin <strong>Corinne Nsimba-Lutonadio<\/strong>, die K\u00fcnstlerin, Forscherin und DJ <strong>Banu \u00c7i\u00e7ek T\u00fcl\u00fc<\/strong> sowie die K\u00fcnstlerin und Beraterin <strong>Miriam Chebaibai Koch <\/strong>werden f\u00fcr vier Monate in Namibia leben und arbeiten. Ebenfalls n\u00e4chstes Jahr wird eine zweiteilige Veranstaltungsreihe stattfinden, die von der namibischen Historikerin und K\u00fcnstlerin Memory Biwa kuratiert und sowohl an verschiedenen Orten in Namibia als auch in Stuttgart stattfinden werden.\r\n\r\n<h3>SWR Beitrag und Ausstellung an der Akademie<\/h3>\r\nAm 23. September sendete der SWR in seinem Kulturmagazin \u00bbKunscht!\u00ab einen Beitrag zu Vitjitua Ndjiharine, Hage Nasheotwalwa Mukwendje, Nesindano \u00bbQues\u00ab Namises und ihren Arbeiten. Dieser ist weiterhin in der Mediathek des SWR verf\u00fcgbar unter folgendem Link: <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/namibische-stipendiat-innen-an-der-akademie-schloss-solitude\/swrfernsehen\/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE1MzU5OTM\/\">https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/namibische-stipendiat-innen-an-der-akademie-schloss-solitude\/swrfernsehen\/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE1MzU5OTM\/<\/a>.\r\n\r\nDie in den letzten Monaten in Stuttgart entstandenen Werke der namibischen K\u00fcnstler*innen wurden beim Sommerfest der Akademie Schloss Solitude am 24. und 25. September 2021 pr\u00e4sentiert und <strong>einige der Arbeiten sind dar\u00fcber hinaus bis zum 14. November 2021 immer samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr in einer <a href=\"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/event\/ausstellung-war-bin-werde-sein\/\">Ausstellung<\/a> an der Akademie zu sehen<\/strong>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h3>Testimonials der Stipendiat*innen \u00fcber ihre Zeit an der Akademie<\/h3>\r\nDie bildende K\u00fcnstlerin <strong>Vitjitua Ndjiharine<\/strong> \u00fcber ihren Aufenthalt: \r\n<blockquote><em>\u00bbMeine Zeit an der Akademie Schloss Solitude war voller interessanter und spannender Erfahrungen. Ich kam als Teil eines Austauschprogramms zwischen namibischen und deutschen K\u00fcnstler*innen im Rahmen der \u203aNamibia-Initiative\u2039 hierher. Unser Fokus in dieser Initiative lag auf der Restitution oder der Reparation im Zusammenhang mit dem Erbe des deutschen Kolonialismus. Es war gro\u00dfartig, Teil des Solitude-Netzwerks zu sein und K\u00fcnstler*innen aus verschiedenen Teilen der Welt zu treffen. Es war auch gro\u00dfartig, an einem Austausch mit einigen Kunst- und Kultureinrichtungen in und um Stuttgart teilzuhaben. Vor allem aber bin ich dankbar f\u00fcr die M\u00f6glichkeit, Teil dieser wichtigen Initiative zwischen Deutschland und Namibia gewesen zu sein. Gleichzeitig kann ich sagen, dass es noch viel zu tun gibt, um die Machtdynamik, die in diese Art von Austausch eingebettet ist, in Frage zu stellen. Als namibische K\u00fcnstlerin, die innerhalb deutscher Archive und Institutionen arbeitet, glaube ich, dass es wichtig ist, auf die Tatsache hinzuweisen, dass unser Zugang immer begrenzt ist: auf ein bestimmtes Projekt, auf eine bestimmte Zeit und auf ein bestimmtes Budget. Daher f\u00fchlt sich der Austausch aus der Perspektive der K\u00fcnstler*innen nie vollst\u00e4ndig oder wirklich transformativ an. Aus diesem Austausch ergab sich die Konversation dar\u00fcber, wie man diese Art von Programmen f\u00fcr die K\u00fcnstler*innen und mit dem Input der \u203abetroffenen Communities\u2039 nachhaltig gestalten kann, und ich hoffe nur, dass diese Gespr\u00e4che mehr und mehr in die Praxis umgesetzt werden. Ungeachtet gewisser Einschr\u00e4nkungen ist diese Art des Austauschs eine wirkliche Bereicherung f\u00fcr alle Beteiligten, und ich kann anderen namibischen K\u00fcnstler*innen nur empfehlen, sich f\u00fcr diesen Aufenthalt zu bewerben.\u00ab<\/em<\/blockquote>\r\n\r\nDer*die Poet*in <strong>Nesindano \u00bbQues\u00ab Namises<\/strong> \u00fcber seine*ihre Zeit an der Akademie\r\n<blockquote><em>\u00bbMeine Zeit hier hat mir viel Raum f\u00fcr kreative und pers\u00f6nliche Reflexion erm\u00f6glicht. Insbesondere \u00fcber meine Arbeit als K\u00fcnstler*in, Namibier*in und Person of Color. Initiativen wie die der Akademie Schloss Solitude spielen eine wichtige Rolle bei der Neudefinition des namibischen und deutschen Austauschs. Vielleicht wegen der ganz besonderen gemeinsamen Geschichte der beiden L\u00e4nder, aber mehr noch wegen der Bedeutung der Gespr\u00e4che \u00fcber gemeinsame Geschichten und Verantwortlichkeiten im Rahmen der Dekolonisierung. Auch wenn meine Zeit an der Akademie neue Netzwerke und Perspektiven mit sich gebracht hat, ist es noch wichtiger, sich die Frage zu stellen: Wer sind die Gemeinschaften, die in gr\u00f6\u00dferem Umfang von solchen Initiativen profitieren k\u00f6nnen? Und welche Rolle spielen wir dabei, dies zu erleichtern? Als Institutionen, als K\u00fcnstler*innen, als Individuen.\u00ab<\/em><\/blockquote>\r\n\r\nDer bildende K\u00fcnstler <strong>Hage<\/strong><strong> Nasheotwalwa Mukwendje<\/strong> \u00fcber seine Erfahrungen:\r\n<blockquote><em>\u00bbMein Aufenthalt an der Akademie Schloss Solitude als Maler half mir zu erkennen, dass der namibische und deutsche Austausch nicht nur ein Thema oder ein Gespr\u00e4ch ist, sondern dass meine Verantwortung als K\u00fcnstler darin besteht, durch meine Arbeit Dinge sichtbar zu machen und alles miteinander zu verbinden. W\u00e4hrend meines Aufenthaltes habe ich sehr viele verschiedene K\u00fcnstler*innen aus unterschiedlichsten Disziplinen getroffen. Durch die Gespr\u00e4che habe ich viel mitgenommen, der Austausch war f\u00fcr mich eine Erfahrung des Lernens und Teilens. Dieses Wissen m\u00f6chte ich durch mein k\u00fcnstlerisches K\u00f6nnen nach Namibia zur\u00fcckbringen. Und ich m\u00f6chte mein Projekt fortsetzen, indem ich weiter in den Archiven recherchiere und mich auf Materialien wie Tonaufnahmen, Artikel und Fotografien fokussiere.\u00ab<\/em><\/blockquote>"}],"intro_preview_headline":"","intro_preview_txt":"","intro_preview_img":31527,"news_id_old":"","news_date":"2021-09-29 00:00:00","news_taxonomy_news_type":[503],"news_txt_old":"","news_related_news":[30498,31786,35911],"files":[{"files_file_url":31529}],"related_posts_news":[13183,7098,13182,31092,29567,29563]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news\/31506","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/person\/29563"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/person\/29567"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/person\/31092"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/person\/13182"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/person\/7098"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/person\/13183"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news\/35911"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news\/31786"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news\/30498"}],"acf:term":[{"embeddable":true,"taxonomy":"news_type","href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news_type\/503"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31506"}],"wp:term":[{"taxonomy":"news_type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news_type?post=31506"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}