{"id":45891,"date":"2026-08-04T17:11:27","date_gmt":"2026-08-04T15:11:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/?post_type=news&#038;p=45891"},"modified":"2026-08-04T17:11:27","modified_gmt":"2026-08-04T15:11:27","slug":"internationales-stipendium-zwangsarbeit-en-work-force-d-erstmals-vergeben","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/news\/internationales-stipendium-zwangsarbeit-en-work-force-d-erstmals-vergeben\/","title":{"rendered":"Internationales Stipendium \u00bbZwangsarbeit\/en \u2013 Work Force\/d\u00ab erstmals vergeben"},"content":{"rendered":"","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"template":"","news_type":[502,503],"class_list":["post-45891","news","type-news","status-publish","hentry","news_type-news","news_type-pressemitteilung"],"acf":{"bgcolor":"has-bg-custom","bgcolor_custom":"rgb(255,255,255)","custom_color_css_variable":"","content_type":[{"acf_fc_layout":"content_txt","_acfe_flexible_layout_title":null,"acfe_flexible_layout_title":"Text","bgcolor":"","bgcolor_custom":"","layout_col_size":8,"txt_cols":"is-1-txtcol","txt":"<header class=\"SP-ArticleHeader\">\r\n<div class=\"SP-Intro\">\r\n<div class=\"SP-Intro__header\">\r\n<p id=\"internationales-stipendium-zwangsarbeit-en-work-force-d-in-zusammenarbeit-mit-der-akademie-schloss-solitude\" class=\"SP-Headline--article\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Die Akademie Schloss Solitude kooperiert erstmals mit der Koordinierungsstelle Erinnerungskultur des Kulturamts der Landeshauptstadt Stuttgart im Rahmen des internationalen Stipendiums \u00bbZwangsarbeit\/en \u2013 Work Force\/d\u00ab.<\/span><\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/header>\r\n<div class=\"SP-ArticleContent\">\r\n<div class=\"SP-Section\">\r\n<div class=\"SP-Section__content\">\r\n<div class=\"SP-Text\">\r\n<div class=\"SP-Paragraph\" data-sp-table=\"\" data-sp-table-bootstrapped=\"sp-16\">\r\n\r\n<span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Ziel des Stipendiums ist es, die Geschichte der NS-Zwangsarbeit in Stuttgart aus zeitgen\u00f6ssischen k\u00fcnstlerischen Perspektiven zu erforschen und sichtbar zu machen. Ausgangspunkt sind konkrete Orte ehemaliger NS-Zwangsarbeit im heutigen Stadtgebiet, die durch k\u00fcnstlerische Interventionen neu lesbar gemacht werden sollen.<\/span>\r\n\r\nZwischen 1939 und 1945 waren diese Orte Schaupl\u00e4tze von Gewalt, Entrechtung und Ausbeutung. An den meisten Orten erinnert heute nichts an diesen Teil ihrer Geschichte. Das Stipendienvorhaben setzt genau hier an: Die k\u00fcnstlerischen Arbeiten sollen nach den Spuren fragen, die die Zwangsarbeit bis heute im Stadtraum, in Biografien, Familiengeschichten und gesellschaftlichen Strukturen hinterlassen hat. Zugleich er\u00f6ffnen sie einen Dialog \u00fcber gegenw\u00e4rtige Formen von Ausbeutung, Abh\u00e4ngigkeit und prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen, indem Kontinuit\u00e4ten, Br\u00fcche und Ver\u00e4nderungen kritisch reflektiert werden.\r\n\r\nAuf die internationale Ausschreibung gingen mehr als 160 Bewerbungen aus zahlreichen L\u00e4ndern ein. Eine f\u00fcnfk\u00f6pfige Fachjury \u2013 bestehend aus Mirjam Zadoff (Leiterin des NS-Dokumentationszentrums M\u00fcnchen), \u00dclk\u00fc S\u00fcng\u00fcn (K\u00fcnstlerin), Andreas Langen (Fotograf und Mitglied des Arbeitskreises Zwangsarbeit in Stuttgart) sowie Vertreterinnen der beiden Kooperationspartner \u2013 w\u00e4hlte zwei internationale k\u00fcnstlerische Positionen aus.\r\n\r\nDie K\u00fcnstlerin <span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Nadya Sayapina<\/span> hat ihre erste mehrmonatige Residenz in Stuttgart k\u00fcrzlich begonnen. Im weiteren Verlauf des Stipendiums wird auch <span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Jean-Fran\u00e7ois Daisy Krebs<\/span> f\u00fcr zwei Arbeitsphasen nach Stuttgart kommen. W\u00e4hrend ihrer Aufenthalte recherchieren die K\u00fcnstler*innen in Archiven, f\u00fchren Gespr\u00e4che mit Expert*innen und lokalen Initiativen und entwickeln ortsspezifische k\u00fcnstlerische Projekte, die gemeinsam mit der Stadtgesellschaft realisiert werden. Begleitet werden die k\u00fcnstlerischen Arbeiten von einem \u00f6ffentlichen Vermittlungsprogramm.\r\n\r\nZu den zentralen Kooperationspartnern geh\u00f6ren neben der Koordinierungsstelle Erinnerungskultur des Kulturamts und der Akademie Schloss Solitude der Arbeitskreis Zwangsarbeit in Stuttgart, die Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung Baden-W\u00fcrttemberg sowie das Haus der Geschichte Baden-W\u00fcrttemberg.\r\n<h3><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Historischer Kontext<\/span><\/h3>\r\nZwischen 1939 und 1945 war Zwangsarbeit ein zentraler Bestandteil der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft. Millionen Menschen aus den von Deutschland besetzten L\u00e4ndern Europas wurden zur Arbeit im Deutschen Reich gezwungen. Allein in Stuttgart mussten mehr als 40.000 M\u00e4nner, Frauen und Jugendliche unter Zwang arbeiten.\r\n\r\nObwohl Zwangsarbeit eine tragende S\u00e4ule der NS-Kriegswirtschaft war, blieb ihre Geschichte nach 1945 lange ein verdr\u00e4ngtes Kapitel der europ\u00e4ischen Erinnerung. Erst seit den sp\u00e4ten 1980er-Jahren und verst\u00e4rkt im Zuge der Entsch\u00e4digungsdebatten der 1990er-Jahre r\u00fcckten die Schicksale der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zunehmend in das \u00f6ffentliche Bewusstsein.\r\n\r\nSeit 2022 dokumentiert der Arbeitskreis \u00bbZwangsarbeit in Stuttgart\u00ab die ehemaligen Lager- und Arbeitsorte im Stadtgebiet.\r\n\r\nEinen wichtigen aktuellen Forschungsbeitrag stellt die vom Stadtarchiv herausgegebene Dissertation des Historikers Kevin Schmidt\u00a0<em>Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit in Stuttgart 1939\u20131945<\/em>\u00a0dar. Sie liefert neue Erkenntnisse \u00fcber Umfang, Organisation und Bedeutung der Zwangsarbeit in der Landeshauptstadt und bildet eine wichtige Grundlage f\u00fcr die weitere erinnerungskulturelle Arbeit.\r\n\r\nNoch bis Ende September sind im Schaufenster der ehemaligen Galeria Kaufhof in der Eberhardstra\u00dfe Fotos von Orten zu sehen, die im Zweiten Weltkrieg mit Zwangsarbeit in Verbindung standen. Die Fotografien stammen von Andreas Langen und Kai Loges (arge lola). Die Ausstellung ist eine Kooperation der Koordinierungsstelle Erinnerungskultur mit dem Arbeitskreis \u00bbZwangsarbeit in Stuttgart\u00ab.\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>"},{"acf_fc_layout":"content_txt","_acfe_flexible_layout_title":null,"acfe_flexible_layout_title":"Text","bgcolor":"has-bg-lila","bgcolor_custom":"","layout_col_size":12,"txt_cols":"is-1-txtcol","txt":"<h3><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Biografien der ausgew\u00e4hlten K\u00fcnstler*innen<\/span><\/h3>\r\n<span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Nadya Sayapina<\/span>\r\n\r\nNadya Sayapina (geboren in Minsk\/Belarus) studierte Kunsthandwerk und Kunstwissenschaft in Minsk und lebt seit 2020 im Exil in Warschau. Ihre Arbeit f\u00fchrte sie in den vergangenen Jahren unter anderem nach Danzig, Kiew, K\u00f6ln und Stuttgart.\r\n\r\nSayapina ist freischaffende interdisziplin\u00e4re K\u00fcnstlerin und arbeitet in den Bereichen Installation, Multimedia, Performance, Objekte und Zeichnung. In ihrer sozial engagierten k\u00fcnstlerischen Praxis besch\u00e4ftigt sie sich mit Migration, kollektivem Ged\u00e4chtnis, Identit\u00e4t und Traumata. Sie versteht sich zugleich als Vermittlerin und arbeitet im Rahmen von Interviews, Archivforschung und kollaborativen kreativen Prozessen mit Communities und Einzelpersonen zusammen.\r\n\r\n<span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Jean-Fran\u00e7ois Daisy Krebs<\/span>\r\n\r\nJean-Fran\u00e7ois Daisy Krebs (geboren in Metz\/Frankreich) studierte Bildende Kunst an der Goldsmiths University of London sowie Landschaftsarchitektur in Edinburgh und Versailles. Erg\u00e4nzend absolvierte er eine gartenbauliche Ausbildung in Paris. Seine Arbeiten wurden international gezeigt, unter anderem in Paris, London, Lissabon und Nikosia. 2023 erhielt er den Fluxus Art Projects Award.\r\n\r\nKrebs arbeitet interdisziplin\u00e4r mit Installation, Performance, Skulptur, Video und Textil. Im Zentrum der k\u00fcnstlerischen Praxis stehen die Beziehungen zwischen Mensch, Umwelt und Raum \u2013 mit besonderem Interesse an Licht, Pflanzen und lebendigen Landschaften."}],"intro_preview_headline":"","intro_preview_txt":"","intro_preview_img":44634,"news_id_old":"","news_date":"2026-07-24 00:00:00","news_taxonomy_news_type":[502,503],"news_txt_old":"","news_related_news":"","files":null,"related_posts_news":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news\/45891","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"acf:term":[{"embeddable":true,"taxonomy":"news_type","href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news_type\/503"},{"embeddable":true,"taxonomy":"news_type","href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news_type\/502"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45891"}],"wp:term":[{"taxonomy":"news_type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news_type?post=45891"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}