{"id":35969,"date":"2023-03-07T16:08:33","date_gmt":"2023-03-07T15:08:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/?p=35969"},"modified":"2023-03-08T10:48:24","modified_gmt":"2023-03-08T09:48:24","slug":"neue-horizonte-und-neue-visionen-in-sicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/neue-horizonte-und-neue-visionen-in-sicht\/","title":{"rendered":"Neue Horizonte und neue Visionen in Sicht"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"project":[357],"project_type":[725,732,743],"class_list":["post-35969","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","project-solitude-blog","project_type-formats","project_type-interview","project_type-themes"],"acf":{"bgcolor":"","bgcolor_custom":"","custom_color_css_variable":"","content_type":[{"acf_fc_layout":"content_cta","acfe_flexible_layout_title":"Link \/ Call-to-Action","bgcolor":"has-bg-blue","bgcolor_custom":"","layout_col_size":8,"cta_link":{"type":"url","value":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/solitude-blog\/new-visions-for-new-horizons\/","title":"","target":false},"cta_txt":"Englische Version","cta_button_txt":"Lesen Sie das Interview auf Englisch "},{"acf_fc_layout":"content_img","acfe_flexible_layout_title":"Bild(er)","bgcolor":"","bgcolor_custom":"","layout_col_size":6,"img_gallery":false,"img":[36148],"img_gallery_format":""},{"acf_fc_layout":"content_txt","acfe_flexible_layout_title":"Text","bgcolor":"","bgcolor_custom":"","layout_col_size":8,"txt_cols":"is-1-txtcol","txt":"<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Prasanna Oommen:<\/span> Als wir uns im Jahr 2019 kennengelernt haben, warst du gerade in den Anf\u00e4ngen deiner Direktionst\u00e4tigkeit an der Akademie Schloss Solitude. Die damalige Begegnung mit dir war sehr inspirierend, weil ich Dir so stark angemerkt habe, dass Du unglaublich viel vorhast. Und nun gehst du nach f\u00fcnfj\u00e4hriger Direktionst\u00e4tigkeit weg von der Akademie. Wie ist deine Stimmungslage?<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Elke aus dem Moore:<\/span> Ich freue mich sehr, dass wir zusammen dieses Gespr\u00e4ch f\u00fchren und gemeinsam reflektieren, was die von mir initiierte <a href=\"http:\/\/schloss-post.com\/opening-up-translating-unlearning\/\">Neuausrichtung und \u00d6ffnung<\/a> der Institution bewirkt hat. Wo steht die Akademie heute? Wie \u00fcbergebe ich nun diese Institution?<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\">Institutionen sind bisher sehr stark gepr\u00e4gt von ihren jeweiligen Leitungen und den Pers\u00f6nlichkeiten, die sich bereit erkl\u00e4rt haben, diese Aufgabe zu \u00fcbernehmen. Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass Institutionen und die Menschen und Strukturen, die diese Institutionen ausmachen, die st\u00e4ndigen Ver\u00e4nderungsprozesse, mit der wir in der Welt konfrontiert sind, als Potential annehmen. Ein \u00bb\u00dcbersetzen\u00ab institutioneller Strukturen, sei es im Bereich der Diversit\u00e4t oder kulturellen Teilhabe, sowie die \u00d6ffnung f\u00fcr k\u00fcnstlerisches Denken, Handeln und Forschen, das st\u00e4rker in die Gesellschaft gestreut werden kann, ist n\u00f6tig.\u00a0 Eine der zentralen Ver\u00e4nderungen in der Ausrichtung von Kulturinstitutionen ist, dass sie sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind und daf\u00fcr Formen der kulturellen Teilhabe entwickeln. Da haben wir an der Akademie Schloss Solitude durch verschiedene Prozesse ein gutes Fundament erarbeitet.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Prasanna Oommen:<\/span> Du hast ja eben gesagt, dass die Institution immer sehr stark von einer Leitung gepr\u00e4gt wird. Wie bist du damals angetreten? Woher kommst du und was war dein eigenes Ziel, als du diese Stelle angenommen hast?<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Elke aus dem Moore:<\/span> Bevor ich an der Akademie Schloss Solitude als Direktorin antrat, war ich zehn Jahre lang als Leiterin der Kunstabteilung des ifa \u2013 Institut f\u00fcr Auslandsbeziehungen t\u00e4tig und habe den internationalen Kunstaustausch programmatisch durch Ausstellungen, Symposien, Online-Plattformen wie zum Beispiel Contemporary And oder die Internationale Assoziation der Biennalen mitgestaltet. Das waren sehr pr\u00e4gende Erfahrungen im Aus- und Inland, die mein kulturpolitisches (Selbst-)Verst\u00e4ndnis sehr gepr\u00e4gt haben. In dieser Zeit hat sich meine Expertise als \u00bbKulturelle \u00dcbersetzerin\u00ab und Kuratorin im internationalen Kunstaustausch herauskristallisiert.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\">Internationale Perspektiven in Deutschland zug\u00e4nglich zu machen und umgekehrt, sprich Perspektiven, Diskurse oder Kontexte aus dem hiesigen Kulturleben ins Ausland zu bringen, waren extrem wichtige Erfahrungen, mit denen ich an die Akademie Schloss Solitude kam. Dort ist die Welt zu Gast durch die vielen unterschiedlichen Perspektiven der Stipendiat*innen.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich kam 2003 nach Stuttgart um die Leitung des K\u00fcnstlerhauses Stuttgart zu \u00fcbernehmen und davor war ich von 1999 bis 2002 als Kuratorin f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst an der Shedhalle in Z\u00fcrich t\u00e4tig. Bereits seit Mitte der 90er Jahre habe ich begonnen Ausstellungen zu kuratieren, die sehr stark k\u00fcnstlerisches Denken, Handeln und Forschen in den Vordergrund stellen. Seit Beginn meiner kuratorischen Arbeit war es mir wichtig, lokale Positionen mit internationalen Positionen zu verbinden. Zentrales Anliegen meiner Arbeit ist es, Br\u00fccken zu schlagen, verschiedene Standpunkte zu verstehen und jeweiliges Wissen und unterschiedliche k\u00fcnstlerische Ans\u00e4tze zug\u00e4nglich zu machen.<\/p>"},{"acf_fc_layout":"content_img","acfe_flexible_layout_title":"Bild(er)","bgcolor":"","bgcolor_custom":"","layout_col_size":6,"img_gallery":true,"img":[35981],"img_gallery_format":""},{"acf_fc_layout":"content_txt","acfe_flexible_layout_title":"Text","bgcolor":"","bgcolor_custom":"","layout_col_size":8,"txt_cols":"is-1-txtcol","txt":"<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Prasanna Oommen:<\/span> Welche Erwartungen waren mit deinem Antritt verbunden? Du hast dich damals mit dem Konzept des transdisziplin\u00e4ren und themenfokussierten Programms an der Akademie Schloss Solitude beworben, dass dann unter dem Titel \u00bbMutations\u00ab umgesetzt wurde. Kannst du darauf n\u00e4her eingehen?<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Elke aus dem Moore:<\/span> Mein zentrales Anliegen ist es, Kunst und Gesellschaft st\u00e4rker zusammenzubringen. Ich glaube zutiefst an <a href=\"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/solitude-blog\/30-year-anniversary-of-akademie-schloss-solitude-potential-for-a-change-2\/\">das Potential von Kunst f\u00fcr eine gesellschaftliche Weiterentwicklung<\/a>. Zentral in meiner Neuausrichtung sind die neuen Formate des Miteinander-Lernens. In erster Linie das transdisziplin\u00e4re Arbeiten, darin ist die Akademie Schloss Solitude sehr stark und pr\u00e4destiniert in der Zusammensetzung von sowohl k\u00fcnstlerisch wie auch wissenschaftlich t\u00e4tigen Stipendiat*innen.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es kam sehr bald zu der Umsetzung meiner zentralen Konzeption, des themenfokussierten und transdisziplin\u00e4ren neuen Programms, was ich gemeinsam mit der KfW Stiftung aufgesetzt habe. In diesem Programm wurde \u00fcber einen Zeitraum von neun Monaten an dem Thema der \u00bbMutationen\u00ab gearbeitet. Sieben K\u00fcnstler*innen und Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Fachrichtungen und unterschiedlichen kulturellen Hintergr\u00fcnden kamen an der Akademie Schloss Solitude zusammen. Im Zentrum stand der fachliche Austausch miteinander, mit anderen Stipendiat*innen und mit Expert*innen. Teil des Programms war die Frage nach der Distribution des entstandenen Wissens, was zu verschiedenen Formaten f\u00fchrte: unter anderem einer Ausstellung, einem Magazin, einer Vortragsreihe, und Web Residencies.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\">Strukturell war es mir wichtig, kollaboratives Arbeiten auf allen Ebenen zu erm\u00f6glichen und st\u00e4rker voranzutreiben. Auch das Auswahlverfahren habe ich kollaborativ und divers gestaltet; durch eine multiperspektivische Besetzung und der Gr\u00fcndung einer Jury-Kerngruppe, mit der ich strategische wie auch inhaltlich-programmatische Themen entwickelte.<\/p>"},{"acf_fc_layout":"content_img","acfe_flexible_layout_title":"Bild(er)","bgcolor":"","bgcolor_custom":"","layout_col_size":6,"img_gallery":false,"img":[35971],"img_gallery_format":""},{"acf_fc_layout":"content_img","acfe_flexible_layout_title":"Bild(er)","bgcolor":"","bgcolor_custom":"","layout_col_size":6,"img_gallery":false,"img":[35979],"img_gallery_format":""},{"acf_fc_layout":"content_txt","acfe_flexible_layout_title":"Text","bgcolor":"","bgcolor_custom":"","layout_col_size":8,"txt_cols":"is-1-txtcol","txt":"<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Prasanna Oommen:<\/span> Wie wichtig war dein Netzwerk, welches du mit an die Akademie gebracht hast?<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Elke aus dem Moore:<\/span> Das eigene Netzwerk ist immer sehr pr\u00e4gend und n\u00e4hrend. Begegnungen, wie die von dir eingangs erw\u00e4hnten, sind auf eine Art immer energetisierend. Dies geht nicht verloren, sondern wird in der Regel weiterverfolgt, weitergetragen, in verschiedenen Konstellationen weiter ausgef\u00fchrt und geformt. An der Akademie Schloss Solitude spielte mein gro\u00dfes internationales Netzwerk eine wesentliche Rolle, zum Beispiel in der Neubesetzung der Jury. Ebenso ist das weite lokale Netzwerk von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr die Integration der fachlichen Kenntnisse und k\u00fcnstlerischen Positionen der einzelnen Stipendiat*innen in die lokale Kulturlandschaft.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Prasanna Oommen:<\/span> Was bedeutet das konkret? Was musstest du dir aneignen in einem Bundesland und einer Landeshauptstadt, in welche du neu gekommen bist?<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Elke aus dem Moore:<\/span> Als Leiterin des K\u00fcnstlerhauses Stuttgart lag mein Fokus sehr stark auf k\u00fcnstlerisch-kuratorischen Prozessen. Diese Ausrichtung hat sich mit den nachfolgenden Positionen am Institut f\u00fcr Auslandsbeziehungen und der Akademie Schloss Solitude etwas ver\u00e4ndert. Die Kulturlandschaft in Stuttgart ist sehr gut aufgestellt, vor allem in einem Zusammenspiel der verschiedenen Institutionen und der freien, unabh\u00e4ngigen Kunst- und Kulturszene. Ein zentraler Aspekt meiner Arbeit an der Akademie Schloss Solitude war die Kooperation mit unterschiedlichen Partner*innen, sowohl unabh\u00e4ngiger Orte wie mit dem Produktionszentrum Tanz + Performance, dem Kunstverein Wagenhallen oder der Initiative Chloroplast, wie auch den Institutionen wie Staatstheater, Kunstmuseum, Staatsgalerie oder die Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste und diverse Initiativen der Stadtgesellschaft. So tr\u00e4gt die Akademie Schloss Solitude wesentlich dazu bei, den internationalen Austausch in Stadt und Land zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Prasanna Oommen:<\/span> Welche Herausforderungen liegen denn darin, die Welt zu Gast zu haben und dieser gemeinsam mit den Kooperationspartner*innen eine tempor\u00e4re Heimat zu bieten?<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Elke aus dem Moore:<\/span> Der Aspekt der Gastgeberschaft ist \u00e4u\u00dferst zentral f\u00fcr die Arbeit an der Akademie Schloss Solitude, wie auch vieler anderer Bildungstr\u00e4ger. Was bedeutet es, internationale G\u00e4ste in einer Stadt wie Stuttgart im Land Baden-W\u00fcrttemberg zu Gast zu haben, welche Verantwortung geht damit einher? Die Akademie Schloss Solitude hat in gewisser Weise Modellcharakter f\u00fcr ein gesellschaftliches Miteinander. Die Stipendiat*innen kommen mit sehr unterschiedlicher fachlicher Expertise, aus diversen kulturellen Hintergr\u00fcnden und mit unterschiedlichen Ans\u00e4tzen und Definitionen von Zeit, Arbeit, Verbindlichkeit. Das kann zu spannenden Dialogen aber auch Missverst\u00e4ndnissen f\u00fchren und l\u00e4dt dazu ein, zum Beispiel unterschiedliche Zeitmodelle zu diskutieren, wie etwa in dem j\u00fcngst erschienenen Solitude Journal \u00bbTime After Time\u00ab. Das Miteinander der Stipendiat* innen an der Akademie gr\u00fcndet sich nicht auf Konkurrenz, was wirklich hervorragend ist. Das erkl\u00e4rt auch weshalb Residenzprogramme modellhaft sind f\u00fcr die transkulturelle Gesellschaft, in der wir leben. Sie zeigen sich als \u00e4u\u00dferst resilient in Krisenzeiten.<\/p>"},{"acf_fc_layout":"content_img","acfe_flexible_layout_title":"Bild(er)","bgcolor":"","bgcolor_custom":"","layout_col_size":6,"img_gallery":true,"img":[35975,35973],"img_gallery_format":""},{"acf_fc_layout":"content_txt","acfe_flexible_layout_title":"Text","bgcolor":"","bgcolor_custom":"","layout_col_size":8,"txt_cols":"is-1-txtcol","txt":"<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Prasanna Oommen:<\/span> Wie bist du denn mit Veranstaltungsformaten an der Akademie umgegangen? Welche Veranstaltungsformate waren aus deiner Sicht auch Formate, die tats\u00e4chlich eine Zug\u00e4nglichkeit erleichtert haben, aber auch genau diesen internationalen und lokalen Verkn\u00fcpfungsgedanken mit eingeschlossen haben?<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Elke aus dem Moore:<\/span> Insgesamt haben sich die Veranstaltungsformate etwas ver\u00e4ndert. F\u00fcr die Stipendiat*innen ist es wichtig, bereits w\u00e4hrend des Stipendiums die eigene Arbeit der \u00d6ffentlichkeit zu pr\u00e4sentieren. Was wir da ver\u00e4ndert haben, sind st\u00e4rker inhaltliche, thematische Gruppenkonstellationen, etwa das neue Format \u00bbHorizons\u00ab. Wir er\u00f6ffnen damit neue Horizonte und Sichtweisen und erm\u00f6glichen es, k\u00fcnstlerische Arbeitsprozesse sichtbar zu machen. Das stellt eine Herausforderung dar in einem marktgesteuerten Kunstsystem, indem fertige Kunstwerke im Zentrum stehen, nicht aber die Prozesse und Bewegungen, die diese entstehen lassen.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\">In den f\u00fcnf Jahren sind erstaunlich viele Festivals entstanden, die gemeinsam mit Kolleg*innen entwickelt wurden. Angefangen bei \u00bbSoft Power Palace\u00ab, einem Festival kuratiert von Paula Kohlmann, das die Bedeutung unabh\u00e4ngiger Kunstszenen in Europa feierte, das Osteuropa-Netzwerk der Solitude ins Zentrum stellte und mit anderen vernetzte. Auch \u00bbMembrane \u2013 African Literatures and Ideas\u00ab ist hier zu nennen, das gemeinsam mit dem Literaturhaus Stuttgart und dem Institut Fran\u00e7ais stattfand und noch heute nachklingt.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zusammen mit Martina Grohmann vom Theater Rampe und Christine Fischer von Musik der Jahrhunderte haben wir \u00bbDie Irritierte Stadt\u00ab veranstaltet. Ein dezidiert transdisziplin\u00e4res Festival im \u00f6ffentlichen Raum und mit der zivilgesellschaftlichen Expertise der Stadtgesellschaft heraus gedacht wurde. Weitere Partner*innen waren die Stadt Stuttgart mit dem Programm \u00bbTanzpakt\u00ab, die Freie Tanz- und Theaterszene und das Produktionszentrum Tanz + Performance.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Haus wurde in Zeiten der Pandemie das digitale Festival \u00bbMagical Cohabitations\u00ab und die Zusammenkunft des internationalen und lokalen Netzwerkes des digitalen Programms der Solitude unter dem Titel \u00bbFragile Solidarity \u2013 Fragile Connections\u00ab veranstaltet.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Prasanna Oommen:<\/span> Stichwort Zug\u00e4nglichkeit: Nun ist die Akademie rein von ihrer topografischen Lage nicht wirklich gut verkn\u00fcpft mit der Stadtgesellschaft. Wie bringt man dies in Einklang mit den angestrebten \u00d6ffnungsprozessen?<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Elke aus dem Moore:<\/span> Die Akademie Schloss Solitude ist durch ihre geografische Lage in der Tat recht abgetrennt vom Stadtleben. Es kann auch eine Herausforderung sein, internationale G\u00e4ste in einer so abgelegenen Lage herzlich und warm willkommen zu hei\u00dfen, was uns sicherlich immer wieder gelingt. Das Wohlbefinden der Stipendiat*innen ist zentral und auch, wie \u00bbsicher\u00ab man sich in der Stadt Stuttgart als internationaler Gast bewegen kann. Immer wieder gibt es Vorf\u00e4lle von Diskriminierung, sogar auch von Racial Profiling, wenn sich Stipendiat*innen im \u00f6ffentlichen Raum bewegen oder innerhalb Deutschlands reisen. Diese Vorf\u00e4lle werden sofort aufgegriffen, angegangen, dokumentiert und gehen in die Landes-Statistik ein. Das ist mir, wie auch der gesamten Institution ein sehr gro\u00dfes Anliegen.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Prasanna Oommen:<\/span> Nun sind wir mittendrin im Strukturellen. Kulturelle Institutionen stehen ja vielerorts vor der gro\u00dfen Aufgabe, diskriminierungsfreie Strukturen und R\u00e4ume in allen Bereichen einer Institution zu schaffen. Wie kann das aktiv umgesetzt werden?<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Elke aus dem Moore:<\/span> Wichtig ist, dieses Thema ganz bewusst anzugehen, um auch die eigenen Mechanismen zu untersuchen. Bereits im ersten Jahr haben wir mit diskriminierungskritischen Fortbildungen begonnen, die vom Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-W\u00fcrttemberg gef\u00f6rdert werden. Diese Transformationsprozesse, die ja von Individuen getragen werden, ben\u00f6tigen Zeit, Geduld und die Bereitschaft zur Auseinandersetzung. Ich denke heute sind wir an einem Punkt, wo ein Selbstverst\u00e4ndnis innerhalb der Institution aufgebaut wurde. Mit allen Mitarbeitenden gemeinsam wurde ein Code of Conduct aufgesetzt, der f\u00fcr alle verbindlich ist, f\u00fcr die Mitarbeiter*innen sowie die Stipendiat*innen, Besucher*innen und Partner*innen.<\/p>"},{"acf_fc_layout":"content_img","acfe_flexible_layout_title":"Bild(er)","bgcolor":"","bgcolor_custom":"","layout_col_size":6,"img_gallery":false,"img":[36137],"img_gallery_format":""},{"acf_fc_layout":"content_img","acfe_flexible_layout_title":"Bild(er)","bgcolor":"","bgcolor_custom":"","layout_col_size":6,"img_gallery":false,"img":[36155],"img_gallery_format":""},{"acf_fc_layout":"content_txt","acfe_flexible_layout_title":"Text","bgcolor":"","bgcolor_custom":"","layout_col_size":8,"txt_cols":"is-1-txtcol","txt":"<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Prasanna Oommen:<\/span> Wenn wir \u00fcber die Verantwortung von Kultureinrichtungen sprechen, wie kann man denn die einzelnen Institutionen daf\u00fcr begeistern, an dem Thema Transformation zu arbeiten? Gerade auch wenn es um die Themen Ressourcenverteilungen, Zugeh\u00f6rigkeiten usw. geht.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Elke aus dem Moore:<\/span> Der Paradigmenwechsel, der gerade stattfindet, speist sich vor allem aus dem Bed\u00fcrfnis der K\u00fcnstler*innen sich als soziales Subjekt, als Teil der Gesellschaft zu verorten und gesellschaftlich zu wirken. Das beinhaltet nicht nur die radikale Anerkennung des k\u00fcnstlerischen Arbeitens, sondern auch die Notwendigkeit, k\u00fcnstlerisches Denken in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Darin sehe ich ein enorm wichtiges Potential f\u00fcr gesellschaftliche Weiterentwicklung. Die Kunst hat immer vorausgedacht, jenseits des Realisierbaren. Das ist eine sehr gro\u00dfe St\u00e4rke.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Prasanna Oommen:<\/span> Dies ist eine zukunftsweisende Forderung. Ich w\u00fcrde gerne genauer auf das Thema Finanzen blicken, vor allem im Hinblick auf Drittmittel. In deiner Zeit an der Akademie hast du sehr viele Drittmittel eingeworben, was auch Vorbildcharakter hat, da es angesichts der Haushaltslage in den n\u00e4chsten Jahren immer wichtiger werden wird. Wie wichtig war dir im Speziellen dieses Thema?<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Elke aus dem Moore:<\/span> Eine \u00f6ffentlich finanzierte Institution sollte m\u00f6glichst auf mehreren S\u00e4ulen der Finanzierung aufgebaut sein. So war es mir von Beginn an wichtig, neben der zentralen F\u00f6rderung des Landes Baden-W\u00fcrttemberg auch andere \u00f6ffentliche Mittel aus Stadt, Bund und EU zu akquirieren, sowie von anderen Stiftungen. Eine dritte S\u00e4ule ist das private Engagement.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist sehr wichtig, da wir hier zu Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine mit geringem b\u00fcrokratischem Aufwand sehr kurzfristig gefl\u00fcchteten K\u00fcnstler*innen aus der Ukraine helfen konnten. Ein weiterer sehr zentraler Aspekt ist die Kooperation. Kooperationen erm\u00f6glichen ein Zusammenspiel verschiedener Netzwerke und stellen damit eine gro\u00dfe Bereicherung dar, au\u00dferdem erm\u00f6glichen sie ein solidarisches Miteinander. Die KfW Stiftung war von Beginn an ein idealer Partner der Neuausrichtung und des damit verbundenen \u00a0themenfokussierten Programms \u00bbMutations\u00ab.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Prasanna Oommen:<\/span> Abschlie\u00dfend w\u00fcrde ich gerne wissen, was du dir zuk\u00fcnftig f\u00fcr die Akademie w\u00fcnschst und ob du schon sagen kannst, wo dein weiterer Weg dich hinf\u00fchrt?<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Elke aus dem Moore:<\/span> Die Akademie Schloss Solitude ist ein wirklich wunderbarer brodelnder Ort, der getragen wird durch das gro\u00dfe Engagement des Teams und den diversen Perspektiven der Stipendiat*innen und der Partner*innen. In den letzten Jahren sind Grundvoraussetzungen f\u00fcr \u00d6ffnungsprozesse und die Zug\u00e4nglichkeit der Akademie geschaffen worden, die weiter ausgebaut werden k\u00f6nnen.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zentral ist, dass k\u00fcnstlerisches Forschen, die k\u00fcnstlerischen Produktionen und Prozesse, die an der Akademie Schloss Solitude entstehen, zug\u00e4nglich gemacht werden k\u00f6nnen. Mit dem Programm \u00bbWeiterkommen\u00ab, einem F\u00f6rderinstrument des Zentrums f\u00fcr kulturelle Teilhabe Baden-W\u00fcrttemberg, haben wir nicht nur projektorientiert an der Ver\u00e4nderung gearbeitet, sondern im Prinzip gemeinsam mit dem Team, den Stipendiat*innen und Vertreter*innen der Stadtgesellschaft an einem neuen Leitbild f\u00fcr die kulturelle Teilhabe gearbeitet. Damit sind wir auch wieder bei der Festschreibung, dem Versuch Transformationen nicht nur zu formulieren, sondern auch zu schauen, wie diese ressourcenm\u00e4\u00dfig umgesetzt werden. Dies ist zentrales Element f\u00fcr eine Institution, welche das Potenzial der gesellschaftlichen Ver\u00e4nderung birgt \u2013 \u00fcber ihre Ressourcenverteilung zu sprechen und damit verantwortungsvoll umzugehen.<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Prasanna Oommen:<\/span> Welche Prozesse m\u00f6chtest du nach deiner Amtszeit initiieren?<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Elke aus dem Moore:<\/span>Seit 25 Jahren wirke ich nun in Institutionen und meine Expertise flie\u00dft in die Weiterentwicklung sowohl im programmatischen wie auch strukturellen Bereich ein. \u00a0Was sind die zentralen Fragen: Was braucht es jetzt in dieser Zeit der Transformation, die wir gerade alle erleben? Es ist nicht nur ein gesellschaftlicher Wandel, der gerade stattfindet, sondern einer auf viel gr\u00f6\u00dferer Ebene.\u00a0 Wie sind die Auswirkungen des Anthropoz\u00e4ns noch steuerbar, um auf diesem Planeten ein Fortdauern des Lebens gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen? Was braucht es, um Ver\u00e4nderung zu erm\u00f6glichen?<\/p>\r\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich werde mich zuk\u00fcnftig weiterhin diesen Fragen widmen und neue Formen der Umsetzung erarbeiten, um das Wirken von k\u00fcnstlerischem Denken, Handeln und Forschen in die Gesellschaft zu tragen. Darauf freue ich mich.<\/p>"}],"intro_preview_headline":"","intro_preview_txt":"<span class=\"has-font-maison-neue\" style=\"font-family: 'Maison Neue';\">Elke aus dem Moore verl\u00e4sst nach f\u00fcnfj\u00e4hriger Direktionst\u00e4tigkeit die Akademie Schloss Solitude. Sie spricht \u00fcber die gesellschaftliche Verantwortung von Kulturinstitutionen, Modelle kollaborativen Arbeitens und kultureller Teilhabe und dar\u00fcber, was sie der Akademie Schloss Solitude w\u00fcnscht, und wie sie sich weiterhin konsequent dem Wirken von k\u00fcnstlerischem Denken, Handeln und Forschen in die Gesellschaft hinein widmet.<\/span>","intro_preview_img":36148,"post_id_old":"","post_author":"","post_subtitle":"Elke aus dem Moore im Gespr\u00e4ch mit Prasanna Oommen","post_preview_img_hide_on_single":true,"post_txt_old":"","post_pdf":"","post_copyright":"ccl_default","translated_post":false,"translations":null,"post_copyright_individual":"","post_related_posts":[21202,34645,27818],"related_posts_post":[7070]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35969","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35969"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35969\/revisions"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/person\/7070"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27818"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34645"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21202"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35969"}],"wp:term":[{"taxonomy":"project","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project?post=35969"},{"taxonomy":"project_type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.akademie-solitude.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/project_type?post=35969"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}