Chaya Czernowin

Stadt, Land:

USA

wurde 1957 in Haifa/Israel geboren und studierte von 1976 bis 1982 Komposition an der Tel Aviv Academy of Music. Es folgten Stipendien und Studienaufenthalte in Berlin (DAAD Stipendium 1983–1985), den USA (University of California, Erhalt des Doktorats), in Japan (Asahi Shimbun Stipendium 1993–1995 und National Endowment of the Arts Stipendium USA) und Deutschland (Stipendiatin an der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart, 1996). Während dieser Zeit entwickelte Chaya Czernowin ihre musikalische Sprache und entfaltete ihre unkonventionellen musikalischen Gedanken. Ihre Lehrer waren unter anderem: Abel Ehrlich, Izhak Sadai, Dieter Schnebel, Eli Yarden, Joan Tower, Brian Ferneyhough, and Roger Reynolds.

Czernowins Kammer– und Orchestermusik wurde weltweit auf mehr als 50 verschiedenen Festivals gespielt (Ensemble Modern, Klangforum Wien, Intercontemporain IRCAM, ELISION, Recherche, San Francisco Contemporary Players, ORF Radio-Symphonieorchester, Wien, SWR Sinfonieorchester Baden–Baden, und Münchner Philharmoniker, um nur einige zu nennen).

Für die Münchner Biennale 2000 schrieb sie die Oper Pnima…ins Innere. Dieses Werk thematisiert auf eindringliche Weise die Last der individuellen Erinnerungen an das Entsetzen des Holocaust und die Schwierigkeit des Gesprächs zwischen den Generationen. Das Werk wurde mit dem Bayerischen Theaterpreis und von der Zeitschrift Opernwelt als »Beste Uraufführung des Jahres« ausgezeichnet. 2005 und 2006 wurde Czernowin von der Kommission der Salzburger Festspiele als Komponistin angefragt, um die Oper Zaïde von Mozart zu bearbeiten. Das fertige Werk Zaide–Adama ist der Versuch ein unvollendetes Werk mit einem zeitgenössischen, musikalischen »Kontrapunktstück« zusammenzuführen. Die Aufführung wurde vom ARD ausgestrahlt und von der Deutschen Grammophon aufgezeichnet.

Für Chaya Czernowin steht ihre eigene kompositorische Arbeit in direkter Verbindung zu ihrer Lehrtätigkeit. Sie unterrichtete am Yoshiro Irino Institute, JML, Tokyo, Japan und bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik. Von 1997 bis 2006 lehrte sie an der University of California, San Diego. Zwischen den Jahren 2006 bis 2009 arbeitete sie als erste weibliche Professorin für Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Seit 2003 leitet Czernowin die Sommerakademie für junge Komponisten an der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart. Sie ist eine gefragte Gastdozentin und hielt Vorträge unter anderem an der Tokyo University for the Fine Arts, Yonsei University, Korea, Academy of Music and Drama in Göteburg, Schweden, Sibelius Academy, Helsinki, Finnland, Oslo Music Academy, Paris Conservatoire, Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz, Musik–Akademie Basel, Musikhochschule Zürich, Stanford University, Columbia University, Yale, Florida State University, Gainesville, Leeds, und Brunell Universities, England.

Neben zahlreichen anderen Preisen erhielt Czernowin im Jahr 1992 den Kranichsteiner Musikpreis, 1998 eine Auftragsarbeit des Reading Panel am IRCAM Paris, Stipendien des SWR Experimentalstudios Freiburg, 2003 einen Förderpreis der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung, im Jahr 2004 einen Förderpreis der Rockefeller Foundation und 2008 den Fromm Foundation Award. Außerdem wurde sie im selben Jahr für das Wissenschaftskolleg in Berlin nominiert.
Chaya Czernowins Werke werden bei Schott–Music herausgegeben.

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