© Lauryn Hölzel
Jan 29, 2026
Das Stuttgarter Schriftstellerhaus und die Solitude-Stipendiatin Lily Abichahine laden zum Buchclub ein
L’Arpentage – Die Geschichte zusammenfügen
Während das gemeinsame Lesen die Grundlage jedes Buchclubs bildet, verwandelt Arpentage (eine französische Methode des kollektiven Lesens) diese Idee in eine gemeinschaftliche und kreative Erfahrung. Jeder Teilnehmende liest nur einen Fragment des Textes, der größere Kontext erschließt sich erst später durch die gemeinsame Diskussion. Die Bedeutung des Werkes wird schrittweise zusammengesetzt, indem individuelle Eindrücke und Interpretationen geteilt werden. Auf diese Weise wird Literatur gemeinsam gelesen – und neu gelesen – durch eine Vielzahl von Perspektiven.
Eingeführt von Lily Abichahine, aktuell Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude im Praxisfeld Auditiv & Physisch, wird diese Reihe von Arpentage-Sitzungen im Stuttgarter Schriftstellerhaus von der Künstlerin selbst geleitet. In drei Treffen erleben die Teilnehmenden den Prozess des Zerlegens, Lesens und Wiederzusammensetzens eines bedeutenden literarischen Werkes.
Im Mittelpunkt der ersten Sitzung steht James Baldwins The Fire Next Time (dt. Nach der Flut das Feuer) – ein wegweisender Text über Rassismus, Religion und Identität in Amerika. Angesichts des heutigen politischen Klimas, insbesondere in den USA, wirken Baldwins Reflexionen dringlicher und aktueller denn je.
Das Schriftstellerhaus und Lily Abichahine laden herzlich dau ein, Teil dieser kollektiven Leseerfahrung zu werden.
Das Stuttgarter Schriftstellerhaus ist eine Institution, die sich der zeitgenössischen Literatur widmet. Es fördert Begegnungen zwischen Autor*innen, Texten und Publikum durch Lesungen, Diskussionen und experimentelle Formate.
Lily Abichahine ist eine Künstlerin und Forscherin, die das Verhältnis zwischen Kunst und Recht untersucht. Als Doktorandin an der Universität Paris VIII konzentriert sie sich auf Fiktion in juristischen und künstlerischen Darstellungen, mit besonderem Augenmerk auf Tribunale als performative Räume. Derzeit in Stuttgart ansässig, schafft sie Situationen des Dialogs und übersetzt komplexes juristisches Wissen in zugängliche Formen. Ihre Arbeit reflektiert über Erbe und kollektives Gedächtnis und bewegt sich fließend zwischen bildender Kunst (Installationen und Video) und Performance.
Der Buchclub findet jeweils um 18 Uhr am 12. Februar sowie am 5. März und 14. Juni im Stuttgarter Schriftstellerhaus statt.
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