Collective Marie Skeie & Motaz Habbash
Praxisfeld: | Visuell |
Stipendium: | |
Stadt, Land: | Bergen, Norwegen |
Jahrgang: | 2026 |
Aufenthalt(e): | Apr 2026 - Sept 2026 |
© Marie Skeie & Motaz Habbash
Motaz al Habbash, geboren1982 in Gaza/Palästina, und Marie Skeie, geboren 1980 in Stavanger/Norwegen, sind ein Künstlerduo, das seit über einem Jahrzehnt in interdisziplinären und interkulturellen Projekten zusammenarbeitet. Ihr erstes gemeinsames Projekt befasste sich mit Fragen der Identität anhand von künstlerisch gestalteten Pässen im Rahmen der Ausstellung und des sozialen Projekts Borders – cross or return. Seitdem kreist ihre Zusammenarbeit kontinuierlich um Themen wie Zugehörigkeit, Identität und kulturübergreifende Verhandlungsprozesse.
Motaz al Habbash ist ein palästinensischer Künstler und Kulturproduzent, der vorwiegend mit Video und partizipativen Formaten im Bereich des sozialen Engagements arbeitet. Im Zentrum seiner Praxis steht das Schaffen von Begegnungsräumen zwischen Kulturen, Institutionen und Gemeinschaften. Zu seinen jüngsten Projekten zählen die Filminstallation Stolen Well, gezeigt in der A. M. Qattan Foundation in Ramallah/Palästinensische Autonomiegebiete, sowie der Kurzfilm Who am I Between the Two?, der sich derzeit in Produktion befindet. 2022 leitete er ein Residenzprogramm für Künstler*innen aus Konfliktregionen in Zusammenarbeit mit PRAKSIS Oslo/Norwegen und dem Peace Research Institute Oslo (PRIO) und kuratierte das Kunstfestival »Here & Now« in Bergen/Norwegen mit Ausstellungen, Filmen, Soundinstallationen, Workshops, Poesie und Animationen.
Marie Skeie ist Künstlerin, Forscherin und Kuratorin und lebt in Hardanger/Norwegen. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen künstlerischen und handwerklichen Praktiken, Forschung und Aktivismus, wobei ihr Schwerpunkt auf kollektiven Prozessen, öffentlichem Raum und ökologischem Wissen liegt. Sie studierte an der Kunst- und Designhochschule in Bergen, an der Kunstakademie in Oslo sowie an der Universität Bergen. Derzeit schließt sie ihre Promotion an der Universität Südost-Norwegen ab. In ihrer Dissertation Colours of Gaza bringt sie ihre pflanzenbasierte Färbepraxis in einen Kindergarten in Gaza ein. Ihre künstlerische Arbeit ist in der Landgestaltung und im Materialwissen verankert und zeigt sich unter anderem in Arbeiten wie If we go back there is no colours. Sie ist Initiatorin von und Mitwirkende an langfristigen Projekten wie Her og der (seit 2017), The Stitch Project (seit 2012) und Hand Memories (2022).
Während ihres Aufenthalts an der Akademie Schloss Solitude entwickeln Motaz al Habbash und Marie Skeie das neue soziale und partizipative Kunstprojekt Suspended Roots, das an frühere Kooperationen anknüpft. In Zusammenkünften, bei denen gemeinsam gegessen, handwerklich gearbeitet und diskutiert wird, werden Themen wie Identität, Zugehörigkeit und die künstlerische Vorstellungskraft als Potenzial für Veränderung erforscht. Darüber hinaus setzen sie ihre laufenden Projekte Her og der und Letters from Gaza fort. Marie Skeie wird im Rahmen des Botanical Colour Laboratory Workshops zum Färben mit Pflanzenfarben durchführen und die umliegende Landschaft unter künstlerischen Aspekten erkunden. Motaz al Habbash wird seine Arbeit am Film Who am I Between the Two? fortsetzen und dabei Fragen nach Identität und Heimat im kulturellen Spannungsfeld weiterverfolgen.
© Marie Skeie & Motaz Habbash
gewählt von