Design: Hiroko Tanahashi
Montag bis Freitag, 10–12 & 14–16 Uhr
Photo: Frank Kleinbach, Design: Lea Gubic
Mit Architecture of Traces untersucht Piloya Irene Erinnerung als lebendigen, sich ständig wandelnden Prozess. Ausgehend vom Konzept der Neuroplastizität – der Fähigkeit des Gehirns, sich durch Erfahrungen immer wieder neu zu organisieren – versteht sie Erinnerung nicht als statisches Archiv, sondern als dynamisches Gefüge, das sich durch Wiederholung, Interaktion und Umwelteinflüsse fortlaufend verändert.
Im Dialog mit der Geschichte von Schloss Solitude und seinem Garten fragt Piloya, wie Landschaften, Architektur und Bäume Spuren von Arbeit, Resilienz, Macht und Erneuerung in sich tragen. Ausgehend von Jane Bennetts Konzept der »thing-power« in Vibrant Matter richtet sie den Blick auf Pflanzen, Bäume und gefundene Materialien als eigenständige materielle Akteure. Der Schlossgarten erscheint dabei als lebendiges Archiv, in dem sich historische, ökologische und gesellschaftliche Prozesse überlagern und in dem Schönheit und Natur untrennbar mit Erinnerung, Ideologie und Transformation verbunden sind.
Die Ausstellung präsentiert fünf neue Arbeiten, darunter skulpturale Installationen aus in Harz konservierten Pflanzenobjekten des Schlossgartens, Zeichnungen von Baumrindenstrukturen auf handgeschöpftem Papier, Cyanotypien, die historische und aktuelle Bildquellen miteinander verbinden, sowie textile Arbeiten mit Fotografien der alten Bäume des Schlossgartens. In ihren materiellen Prozessen thematisieren die Werke Wachstum, Bewahrung, Verfall und Veränderung und fragen danach, woran Architektur und Landschaften erinnern – und wie sich diese Erinnerungen durch Zeit, Material und menschliche Eingriffe fortwährend wandeln.
Piloya Irene ist Künstlerin und Kunstpädagogin und arbeitet zwischen Gulu und Kumasi, Ghana. In Skulptur, Malerei und Film beschäftigt sie sich mit persönlichen und kollektiven Erfahrungen von Vertreibung, Erinnerung und Geschichte sowie mit Fragen von Ort, Identität und Zugehörigkeit.
Zur vollständigen Biografie geht es hier.
Eröffnung: 9. September 2026, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 10. bis 24. September 2026
Öffnungszeiten: Mo–Fr, 10–12 & 14–16 Uhr
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