RÖMER IX – [Don´t] Merchandise Me

Datum: Sa, Nov 6, 2010 20:00 Uhr

Dauer:

Ort: Projektraum Römerstraße 2A

Akademie Schloss Solitude - RÖMER IX – [Don´t] Merchandise Me

Eine Kooperation von Akademie Schloss Solitude und Kunststiftung Baden-Württemberg

Mit Arbeiten von Ivan Civic/Sienna Horton, Jana Eske, Assou Achille Brice Eteki, Judith Hopf, Anja Kempe und Reynold Reynolds

Im Anschluss an das Symposium Distribute! #2, das sich mit Bewegtbildern und zeitbasierten Medien und deren Distribution befasst, werden in der neunten Ausgabe der »Römer« unter dem Titel [Don´t] Merchandise Me Videoarbeiten von Stipendiaten der Akademie Schloss Solitude und der Kunststiftung Baden-Württemberg gezeigt, die sich mit dieser Thematik im weitesten Sinne beschäftigen. Einige Arbeiten setzen sich konkret auf inhaltlicher Ebene mit dem Thema Vermarktung auseinander; andere Werke zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie die Problematik des Marktes ausklammern. Wie bereits der Titel suggeriert, geht es in der Ausstellung auch um die Grenzen von Kommerzialisierung.

Ivan Civic befand sich für seine Performance Shedding Time (2010) einen Monat lang in einer Installation, in der die Zeit eine zweitrangige Rolle spielte. Zwischen zwei Steinen stehend, einen Hammer in der einen Hand, zielt die im Loop verlaufende Handlung auf ein verordnetes »Ticken«, wie eine menschliche Uhr, die versucht den Rhythmus der Zeit neu zu erfinden und dabei ständig scheitert, weil die Performance selbst in ihrer Laufzeit begrenzt ist. Sienna Horton hat Ivan Civic während seiner Performance im Württembergischen Kunstverein mit der Kamera begleitet und dabei eine Videoarbeit geschaffen, die mehr ist als nur eine Dokumentation von Shedding Time.

Jana Eske reflektiert in ihren Arbeiten Themen wie Vervielfältigung, Transformation, Reproduktion, aber auch die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt sowie Individualität. In den Videos Copy & Paste (2008) und Self-portrait (2003) geht es um die Beobachtung des menschlichen Handelns in seiner gestalteten Umwelt und die Absurdität, die sich in den komplexen Handlungen des Lebens offenbart.

In dem Interview I Needed To Be Part of the Family (2010) gibt Assoua Achille Brice Eteki Antworten auf Fragen von Nadine Jäger und Jean-Baptiste Joly zu dem Thema Bewegtbilder und zeitbasierte Medien und deren Distribution in seinem Heimatland Kamerun. Das Gespräch gibt einen umfassenden Einblick in die spannende Thematik »Videokunst in Kamerun«.

Judith Hopf aktualisiert in ihrer Kunst mit Vorliebe Themen, die in den Off-Bereich von Gesellschaft und Politik gedrängt wurden, aber trotzdem nicht als erledigt gelten können. Ihre Videoproduktion Hey Produktion (2001) thematisiert die Kette von Machtverhältnissen, die die Produktivität ausschließlich im Zusammenhang mit materiellen Zielvorstellungen sehen.

Anja Kempe inszeniert in ihren Installationen Dialoge zwischen dem Betrachter und dem ihn umgebenden Raum. Sie geht von den vorgefundenen Gegebenheiten aus und setzt durch präzise Eingriffe eine Wahrnehmungsverschiebung in Gang. In der Arbeit Ob der Stab den Raum beschreibt (2007) erfasst der Besucher sensuell die Raumdimensionen, indem er eine viel zu lange Alustange durch den Raum bewegt und dabei schwarze Striche als Spuren an den Wänden hinterlässt.

Reynold Reynolds Arbeit Secret Life (2008) portraitiert eine Frau, eingeschlossen in einem Apartment, das ein Eigenleben führt. Indem die narrativen Horizonte des menschlichen Begehrens überschritten werden, nimmt der Film uns mit in eine geteilte und heilige Realität. Haben Sie sich schon einmal gefragt, was die Zeit sieht und erfährt? Während im Verlauf des Films die Aktivitäten des Raumes zunehmen, wird die Frau ein immer passiveres Element in ihrer Welt. Sie bewegt sich nur noch mechanisch und ihr Gedächtnis ist wie eine Uhr, deren Zeiger auf die Ereignisse ihres Lebens deuten. Ihre Gedanken entschwinden ihrem Körper, beginnen zu leben und wachsen wie die Pflanzen, die den Raum um sie herum überwuchern.

Für Getränke und Musik wird gesorgt!
DJ Grandmaster Lasch legt auf: Scratched 60s Punk Originals, Flying Slipmats, Hip and Wonky Hop, Northern Soul Spinebreakers, Garage-Jazz, Burning Single-Pucks, Screaming Geisha Electronica, Guitarpowerpoppers, Big Nose Turntablism, Punk & Funk, Rock & Pop.

Eintritt frei