Frances Breden
Praxisfeld: | Kurationsstipendium |
Stadt, Land: | Vancouver, Kanada Berlin, Deutschland |
Aufenthalt(e): | Sept 2026 - Juni 2027 |
Frances Breden. Photo: Dani Hasrouni
Geboren an Halloween 1993 in Vancouver/Kanada.
Frances Breden ist Kuratorin und Künstlerin und lebt in Berlin/Deutschland. Mit einem queer-feministischen Ansatz versteht Breden das Ausstellen von Kunst in öffentlichen Institutionen als Ort politischer Auseinandersetzung, als Möglichkeit, dominante staatliche Narrative infrage zu stellen, und als Raum, um politische Gewalt sichtbar zu machen und emotional zu verarbeiten. Intersektionale Zugänglichkeit und kollektives Arbeiten sind ebenfalls zentrale Anliegen ihrer Praxis. 2026–2027 ist sie kuratorische Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart.
Von 2024–2026 war Breden kuratorische Leitung der kommunalen Galerie im Turm in Berlin. Ein Schwerpunkt ihrer dortigen Arbeit lag auf der kritischen Auseinandersetzung mit New-Age-Magie, Esoterik und der Figur der Hexe in queer-feministischen Online-Diskursen und der zeitgenössischen Kunst. Mit diesen Themen beschäftigte sie sich in den von ihr kuratierten Gruppenausstellungen HOLE*Y MAGIC (2025) und COSMIC GIRLBOSS (2026). Ihre dortige Veranstaltungsreihe Cosmic Counterreadings brachte Künstler*innen, Praktizierende magischer Traditionen sowie Kunst- und Religionshistoriker*innen zusammen und wird 2026 in einer Publikation münden.
In der Galerie im Turm kuratierte Breden außerdem die Ausstellung Hoffnung أمل von Jamila Barakat (2025, Publikation in Vorbereitung), die Hoffnung als Akt des Aufbegehrens und des Widerstands innerhalb der palästinensischen Diaspora thematisierte. Forensis e. V. präsentierte dort erstmals seine Arbeit zu Polizeigewalt bei Demonstrationen in Berlin. Darüber hinaus kuratierte sie die Ausstellung Clouddomination von Arvin Arta sowie die Kurzfilmvorführung Eternal War Egirl Psyop (Galerie im Turm, 2026), die sich mit dem digital-militärisch-industriellen Komplex im deutschen Kontext auseinandersetzten.
Breden arbeitet mit Künstler*innen an der Entwicklung barrierearmer Filmvorführungen, Radiosendungen und Präsentationsformate. Dazu gehörenBetween Memory and Hope – The Sign Language of Kafr Qasim von Meyad Sarsour Ndaye (Weltoffenes Berlin, 2025), Mixed Feelings mit Saverio Cantoni und Dana Cermane (Refuge Worldwide, 2024) sowie PRESENTS mit RA Walden (HAU Berlin, 2023). Im Kontext von Künstler*innenresidenzen beriet sie Video Club UK, die University of Atypical in Belfast/Nordirland und das Sikås Art Center, Schweden zum Thema Barrierefreiheit.
Sie ist Mitglied der Kollektive COVEN BERLIN, Sickness Affinity Group, Complainers and Killjoys und Gruppe Wissenslücke/(un)learning group. Breden versteht Kunstvermittlung als einen zentralen Bestandteil kuratorischer Arbeit. 2020 leitete sie im Rahmen des Programms Making Queer die Kunstvermittlung und Outreach-Arbeit der nGbK in Berlin.
Breden studierte Interactive Art and Technology an der Simon Fraser University in Vancouver (2017). Anschließend zog sie nach Berlin und studierte Art in Context an der Universität der Künste Berlin (2024).
Frances Breden. Photo: Dani Hasrouni