Larisa Crunțeanu

Stipendium:

Solitude Exchange Network

Stadt, Land:

Bukarest, Rumänien

Jahrgang:

2026

Aufenthalt(e):

Sept 2026 - Nov 2026

© Larisa Crunțeanu

Geboren 1986 in Rumänien.

Larisa Crunțeanu ist Performerin, bildende Künstlerin, Autorin und Soundsammlerin. Ihre interdisziplinäre Praxis bewegt sich zwischen künstlerischer Forschung, Fiktion und sozialer Untersuchung. In Video, Performance, Installation, Sound und Text entwickelt sie narrative Strukturen, in denen Fakten, Erinnerungen und kollektive Imaginationen reaktiviert werden. Dabei hinterfragt sie Machtverhältnisse, geschlechtsspezifische Identitäten sowie das Verhältnis zwischen individuellen und kollektiven Formen von Subjektivität. Kollaboration ist ein zentraler Bestandteil ihrer Methodik; viele ihrer Projekte entstehen aus langfristigen Austauschprozessen mit Künstler*innen Forscher*innen und Gemeinschaften unterschiedlicher Disziplinen.

Durch die Verbindung von künstlerischer und akademischer Forschung mit materiellen und sozialen Formen des Experimentierens hat Crunțeanu Projekte zu Themen wie der Geschichte von Textilarbeiter*innen, Militär- und Überwachungstechnologien im öffentlichen Raum, postsozialistischem Architekturerbe, patriarchalen Diskursstrukturen, dem ökologischen Wandel ehemaliger Bergbaulandschaften und den fortdauernden Spuren systemischer Gewalt in weiblichen Körpern entwickelt. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Möglichkeit solidarischer Bündnisse über zeitliche Distanzen hinweg sowie gesellschaftliche Vorstellungen und Stereotype, die die Wahrnehmung marginalisierter Identitäten und Körper prägen. Häufig arbeitet sie mit fiktiven Figuren und konstruierten Identitäten als erzählerischen Werkzeugen an der Schnittstelle von Realität und Spekulation.

Ihre Arbeiten wurden international in Institutionen und Organisationen präsentiert, darunter das National Museum of Contemporary Art of Romania in Bukarest, SAVVY Contemporary und HAU in Berlin, Index – The Swedish Contemporary Art Foundation in Stockholm, Zachęta in Warschau und das Museu de Arte Brasileira. Zudem war sie bei den Biennalen Matter of Art in Prag, Art Encounters in Timișoara und der Warsaw Biennale vertreten. Stipendien und Residenzen erhielt sie unter anderem von der Cité internationale des Arts, Paris (2024–2025), MeetFactory, Prag (2023), der European Alliance of Academies – Akademie der Künste, Berlin (2022), der Fundação Armando Alvares Penteado, São Paulo (2017), sowie durch das danceWEB-Stipendium des ImPulsTanz Festivals in Wien (2014).

Neben ihrer künstlerischen Praxis ist Crunțeanu als Kuratorin und Kulturorganisatorin tätig. 2012–2016 koordinierte sie gemeinsam mit anderen das Atelier 35 Bucharest; 2022–2023 war sie Direktorin des Festivals One World Romania. Seit 2023 kuratiert sie gemeinsam die Reihe FIASCO. Videoart evenings. Seit 2016 leitet sie zudem ihre eigene Produktionsfirma mit Schwerpunkt auf Künstler*innenfilmen, Videokunst und experimentellen Bewegtbildern, über die sowohl ihre eigenen Arbeiten als auch Projekte anderer Künstler*innen produziert werden.

Crunțeanu besitzt einen B.A. in Journalism der Universität Bukarest (2008), einen M.A. in Fotografie und Film (National University of Arts, Bukarest, 2012) sowie einen praxisbasierten PhD in Visual Arts (National University of Arts, Bukarest, 2021). Eine stark überarbeitete und ins Englische übersetzte Fassung ihrer Dissertation mit dem Titel Protocols of Singularity (RO–EN) erschien 2023 bei dispozitiv books.

Larisa Crunțeanu ist 2026 Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude im Rahmen des Solitude Exchange Network in Kooperation mit ARC Bucharest in Rumänien.

© Larisa Crunțeanu