Elise Misao Hunchuck
Praxisfeld: | Räumlich |
Stipendium: | |
Stadt, Land: | Berlin, Deutschland Mailand, Italien |
Jahrgang: | 2026 |
Aufenthalt(e): | Juli 2026 - Dez 2026 |
© Elise Hunchuck
Elise Misao (操) Hunchuck (sie/ihr) ist Autorin, Redakteurin, Kuratorin und Künstlerin. In ihrer Arbeit geht sie den Spuren nach, die Menschen in der Landschaft hinterlassen, um Warnungen oder Erinnerungen über Generationen hinweg zu bewahren.
Geboren in Toronto/Kanada, mit japanischen, französischen und ukrainischen Wurzeln, studierte sie zunächst Philosophie und Geografie, anschließend Landschaftsarchitektur an der University of Toronto bei Jane Wolff. Heute lebt und arbeitet sie zwischen Berlin/Deutschland und Mailand/Italien.
Seit mehr als zehn Jahren arbeitet sie am Incomplete Atlas of Stones, einer fortlaufenden Feldforschung zu den Tsunami-Markierungen entlang der Küsten Japans. Dieselbe Aufmerksamkeit für Sorgfalt und bewusste Setzungen prägt auch ihre weiteren Arbeiten: Hungersteine, die in europäischen Flüssen sichtbar werden, Hochwassermarken in Deichen sowie Untersuchungen zur Politik der Atmosphäre anhand von Wolken- und Sky-River-Studien. Diese Arbeiten wurden unter anderem auf der Shanghai Biennale, am ZKM Karlsruhe im Rahmen der von Bruno Latour und Peter Weibel kuratierten Ausstellung sowie auf der Madrid Biennale in Zusammenarbeit mit Marco Ferrari und Jingru Cyan Cheng gezeigt.
Ihre jüngsten Projekte reichen von Ausstellungen über Publikationen bis hin zu Festivals. Für die Architekturbiennale in Venedig 2025 konzipierte und kuratierte sie Oceanic Refractions, eine immersive Installation aus Bild, Duft und Klang. Fünf Jahre lang, bis 2025, war sie Kuratorin und Redakteurin bei der transmediale in Berlin. Zuletzt hat sie gemeinsam mit Bert De Jonghe den Band Arctic Practices: Design for a Changing World (Actar, 2025) herausgegeben. Neben ihrer eigenen publizistischen Arbeit ist sie seit langem als Lektorin für den Philosophen und Medientheoretiker Jussi Parikka tätig sowie Mitglied des Editorial Boards der Zeitschrift Scapegoat. Ihre Texte und editorischen Arbeiten erschienen bei Archive Books, Duke University Press, MIT Press, der University of Minnesota Press, Edinburgh University Press, Bloomsbury, Sternberg Press, Lars Müller Publishers, PUNCH und der Whitechapel Gallery sowie in Zeitschriften und Magazinen wie The Architectural Review, The Avery Review, The Funambulist, FLASH Art, dem Centre Canadien d’Architecture (CCA) und Scapegoat.
Elise Hunchuck unterrichtete Architektur und Landschaftsarchitektur an der Columbia University (New York City/USA), am Royal College of Art (London/Vereinigtes Königreich), an der Bartlett School of Architecture des University College London, an der University of Toronto sowie an der Carleton University (Ottawa/Kanada). Sie erhielt Stipendien der Graham Foundation in den Jahren 2022 und 2024 und war Gaststipendiatin bei der Maaretta Jaukkuri Foundation auf den Lofoten/Norwegen.
© Elise Hunchuck