Zentrum für zeitgenössische Kunst Schloss Ujazdowski in Warschau, Polen
Das Zentrum für zeitgenössische Kunst Schloss Ujazdowski in Warschau zählt zu den dynamischsten interdisziplinären Kunstinstitutionen in Mittel- und Osteuropa. Seit 1989 ist es in einem restaurierten barocken Schloss aus dem 17. Jahrhundert im Herzen der polnischen Hauptstadt beheimatet. Zu seinen vielfältigen Aktivitäten – darunter Ausstellungen, Performances, kritische Forschung und öffentliche Programme – gehört als eines der zentralen Elemente das international anerkannte Residenzprogramm für Künstler*innen (U–jazdowski Residencies).
Das Residenzprogramm von U–jazdowski wurde 2002 gegründet und ist eines der am längsten bestehenden Programme dieser Art in der Region. Bis heute hat das Zentrum in Warschau über 400 Kunstschaffende, Kurator*innen, Künstler*innen, Forscher*innen, Pädagog*innen, Organisator*innen,Einzelpersonen und Kollektive, aus mehr als 50 Ländern Europas, Asiens, Nord- und Südamerikas sowie Afrikas beherbergt.
Das Residenzprogramm wird von einem Team geleitet: Ika Sienkiewicz-Nowacka (Abteilungsleiterin), Julia Harasimowicz (Kuratorin) und Bartosz Grauman (Büroleiter) sowie unterstützt von der Produzentin Olga Miękus. Durch die Stipendienaufenthalte fördert das Programm ein Umfeld, in dem Begegnungen, Beziehungen und prozessorientierte Arbeitsweisen ebenso wichtig sind wie die öffentliche Präsentation von Arbeiten. Der Aufenthalt wird als Medium und Werkzeug für künstlerische und kuratorische Arbeit betrachtet. Auf die direkte Zusammenarbeit zwischen den eingeladenen Künstler*innen und den Kurator*innen wird großer Wert gelegt.
Der Stipendienaufenthalt richtet sich nach den Arbeitsweisen, Ideen und Methoden der jeweiligen Einzelpersonen oder Kollektive. Die Stipendiat*innen arbeiten und recherchieren in enger Kooperation mit den Kurator*innen und Projektkoordinator*innen und haben Zugang zu den Produktionsstätten und Ressourcen von U–jazdowski.
Für alle Beteiligten des Programms, die aus dem Ausland nach Warschau kommen, schaffen die Kurator*innen von U–jazdowski ein einzigartiges Netzwerk aus Kooperationspartner*innen, Künstler*innen, Aktivist*innen, Forscher*innen und Institutionen, das auf die jeweilige Praxis zugeschnitten ist. Die Zeit, die es braucht, um ein Verständnis für den Ort zu entwickeln, Kontakte zu knüpfen, sich inspirieren zu lassen und die eigene Position zu hinterfragen, ist oft wertvoller als die Konzentration auf ein Endergebnis. Das Programm bietet Zeit und Raum – keine Deadlines.
Mit dem Programm werden künstlerische Praktiken gefördert, die zu unerwarteten Ergebnissen führen und auf eine sich wandelnde Welt reagieren können. Der Stipendienaufenthalt wird als ein Medium für künstlerische Praxis verstanden, das die Suche nach Formen der Auseinandersetzung jenseits von Ausstellungen ermöglicht. Dazu zählen neben Performances, Vorträgen, Seminaren, gemeinschaftsorientierten Projekten auch informellere Formate wie Kolloquien, gemeinsame Abendessen oder Gespräche.
Künstler*innen aus Polen auf Solitude
Pawel Althamer (Juli–Sept 2002), Mariusz Maciejewski (Juli–Sept 2002), Wilhelm Sasnal (Apr–Juni 2002), Jarek Kozakiewicz (Feb–Apr 2005), Marzena Nowak (Okt–Dez 2006), Andrzej Dluzniewski (Sept–Nov 2007), Alicja Karska (Juli–Sept 2008), Aleksandra Went (Juli–Aug 2008), Michal Grochowiak (Okt–Dez 2009), Marcin Gwiazdowski (Okt–Dez 2009), Jakub Jasiukiewicz (Okt–Dez 2009), Jakub Szczesny (Okt–Dez 2010), Wojtek Ziemilski (Okt–Dez 2011), Jan Strumiłło (Juli–Sept 2012), Ewa Borysewicz (Okt–Dez 2013), Alicja Bielawska (Sept–Dez 2014), Simone De Iacobis (Okt–Dez 2015), Karolina Grzywnowicz (Okt–Dez 2018), Krzysztof Gutfranski (Okt 2019–Jan 2020), Alicja Wysocka (Okt–Dez 2020), Mateusz Kowalczyk (Sept–Nov 24)
Solitude-Stipendiat*innen beim Schloss Ujazdowski in Polen
Lene Berg (2005), Christine Meisner (2006), Darinka Pop-Mitić & Nikoleta Marković (2009), Antje Kalus (2010), Jackie Sumell (2011), Apparatus 22 (2012), Studio Umschichten (2013), Brave New Alps (Bianca Elzenbaumer & Fabio Franz) (2014), Tania Arcimovič (2015), Sahar Qawasmi (2015), Anna Okrasko (2016), Lakshmi Karunakaran (2017), Karolina Ferenc (2018), Lina Lapelyté (2018), Karolina Grzywnowicz (2019), Fotini Lazaridou-Hatzigoga (2020), Grayson Earle (2021), Sasha Engelmann (2022), Luiza Proenca (2023), Liera Polianskova (2025)