Mai 10–14, 2022

Festival »Fragile Solidarity/Fragile Connections«

Im Rahmen von Digital Solitude und in Kooperation mit dem Kunstverein Wagenhalle, dem Württembergischen Kunstverein und der Merz Akademie

Datum: Mai 10, 2022, 10:00 Uhr

Dauer: Mai 10–14, 2022

Ort: Akademie Schloss Solitude

Ort: Kunstverein Wagenhalle e. V.

Ort: Württembergischer Kunstverein

Ort: Merz Akademie, Stuttgart

Ort: Online

Info:

Es gelten die aktuellen COVID-Bestimmungen des Landes Baden-Württemberg.

Grafische Gestaltung von Anne Lippert und Stephan Thiel

Vom 10. bis 14. Mai 2022 veranstaltet die Akademie Schloss Solitude das Festival »Fragile Solidarity/Fragile Connections« (Fragile Solidarität/Fragile Verbindungen). Das Festival thematisiert mögliche Formen von Solidarität, Bündnissen, Vernetzung und Gemeinschaft innerhalb und außerhalb von digitalen Räumen und entsteht in Zusammenarbeit mit Künstler*innen und Expert*innen des Digital Solitude-Netzwerkes sowie in Kollaboration mit lokalen Partner*innen in Stuttgart. »Fragile Solidarity/Fragile Connections« befasst sich mit den Wechselwirkungen von Solidarität, Netzwerken, und Technologien sowie möglichen Strategien zur »Überwindung« der sogenannten digitalen Kluft und der technologischen Geschichte der Ausbeutung.

Das Festival verknüpft historische Zusammenhänge mit körper- und ortsbezogenen Perspektiven und erkundet Fragen nach translokaler Solidarität und Wechselwirkungen im Handlungsraum eines neuen technologischen Bewusstseins. Solidarität wird dabei als ein Impuls verstanden, der in einer gemeinsamen Ausrichtung, in Gegenseitigkeit und Verantwortung wurzelt und sich in einem aktiven Engagement für das Umsetzen gemeinsamer Ziele diverser Gemeinschaften ausdrückt. Konnektivität, Netzwerke und Solidarität sind besonders fragile Übereinkünfte, Gefühle oder Handlungen, die sich nicht selten als leere Versprechen entpuppen. Weil sich Muster der Ausgrenzung und Komplizenschaft in solidarischen Modellen häufig reproduzieren, fragt das Festival: Wie kann ein elastisches, fürsorgliches und/oder fragiles Netzwerk aus kritisch-engagierter Perspektive aussehen? Wie können, online und darüber hinaus, solidarische Modelle und ein horizontaler Austausch aussehen? Worin liegt das Versprechen der Netzwerke, online wie offline, und wann gibt es ein verstärktes Bedürfnis danach? Wie lässt sich der Begriff Solidarität in tech-positiven Kontexten und in einem feministisch-dekolonialen Sinn neu interpretieren?

Das Festivalprogramm setzt sich aus verschiedenen Online- und Offline-Workshops, einer Ausstellung, sowie einem Begleitprogramm mit Screenings, Künstler*innen-Gesprächen, Vorträgen und Performances zusammen. Teile des Programms werden live übertragen. Der Kunstverein Wagenhalle, Hauptspielstätte des Festivals, wird durch das Künstler*innen-Duo die Blaue Distanz gestaltet.

Mit Lark Alder aka. Lark VCR, Mac Andre Arboleda, Kristina Arlekinova, Medina Bazargali, Call to Action, Agnes Cameron und Gary Zhexi Zhang, Castle of Crossed Destinies (Aouefa Amoussouvi, Sasha Engelmann, Olivia Berkowicz), dgtl fmnsm (Ulla Heinrich und Andara Shastika), die Blaue Distanz (Anna Erdmann und Franziska Goralski), Distributed Cognition Cooperative (Sasha Shestakova und Anna Engelhardt), Simona Dumitriu und Ramona Dima (Simona & Ramona aka Claude & Dersch), Grayson Earle, Jazmina Figueroa und Theodoulos Polyviou, Format C (Dina Karadžić und Vedran Gligo), Margret Frenz, Frisch&Schick (Johannes Frick und Jasmin Schädler), Juan Pablo García Sossa (JPGS), Ana María Gómez López, Mia Imani Harrison, Alevtina, Kakhidze, Kiran Kumār, Nge Lay, Zahra Malkani, Aline Xavier Mineiro, Nkhensani Mkhari, Elke aus dem Moore, More of Us, Simina Neagu, Elia Nurvista, Pedro Oliveira (OLVRA), Peter Polack, Giorgi Rodionov, Jonathan Rössler und Jan Dietz, Anca Rujoiu, akiko soyja, Spielgruppe, Eszter Szakács und Naeem Mohaiemen, Danae Tapia, ZEBULARIN, Ricardo Miranda Zúñiga

Programmübersicht

10 bis 13 Uhr
14 bis 17 Uhr

Modifying Food Texture
(Nahrungsmitteltextur-Modifikation)
Agnes Cameron und Gary Zhexi Zhang

Workshop
Akademie Schloss Solitude, Gemeinschaftsküche und Innenhof

Bitte melden Sie sich bis zum 5. Mai an: register@akademie-solitude.de

Die Veränderung der Beschaffenheit von Nahrungsmitteln geschieht sowohl auf einer sehr menschlichen als auch auf einer stark industriellen Ebene. Innovationen im Bereich der Nahrungsmitteltextur sind eng mit Veränderungen der Esskultur und der Versorgungsketten verbunden. In diesem Workshop werden wir industrielle Techniken zur Modifikation der Nahrungsmitteltextur erforschen, wobei wir einen xenofeministischen Standpunkt zu Nahrungsmitteltechnologien einnehmen und Patrick Gunkels Methode der Ideonomie anwenden. Der ganztägige Workshop besteht aus einer kollaborativen Diagrammübung mit Koch- und Nahrungsmitteltexturerforschung und einer Session zu Themen aus Forschung und Entwicklung der aktuellen Nahrungsmitteltextur-Modifikation.

Agnes Cameron ist Hardware- und Software-Ingenieurin mit besonderem Interesse für Simulation, Infrastruktursystemem, und der Distribution von Wissen. Derzeit entwickelt sie Arbeiten zu Lebensmittel-Versorgungsketten und industrieller Lebensmittel-Infrastruktur.

Gary Zhexi Zhang ist ein bildender Künstler. In seinen Arbeiten untersucht er die Fiktion, Infrastruktur und konzeptuellen Systeme, aus denen sich die gegenständliche Welt zusammensetzt, wie etwa Ökologie, Finanzen und Information.

Gary Zhexi Zhang und Agnes Cameron arbeiten gemeinsam zu Ökologie, Simulation und den sozialen Dimensionen von Computersystemen und Technologien.

16 bis 19 Uhr

Communal Cooking
(Gemeinsames Kochen)
Elia Nurvista

Workshop
Akademie Schloss Solitude, Küche

Bitte melden Sie sich bis zum 5. Mai an: register@akademie-solitude.de

In diesem Workshop bereiten die Teilnehmenden gemeinsam mit Elia Nurvista eine Mahlzeit zu, welche sie im Anschluss mit den Festivalbesuchenden teilen. Auf dem Menü stehen einfache Gerichte, in Anlehnung an indonesische Suppenküchen und deren Überlebenstaktiken in Notsituationen. Gleichzeitig schafft diese Art von selbstgekochtem Essen eine wärmende Verbindung zwischen Menschen und Küche.

Elia Nurvista erprobt ein breites Spektrum künstlerischer Medien mit einem interdisziplinären Ansatz und konzentriert sich auf den Diskurs über Lebensmittel. Durch Essen hinterfragt sie Macht, soziale und wirtschaftliche Ungleichheit in dieser Welt. Im Jahr 2015 initiierte sie mit Kolleg*innen verschiedener Disziplinen Bakudapan, eine Lebensmittel-Lerngruppe. Mit Bakudapan erforscht sie das Thema Essen im soziopolitischen und kulturellen Kontext. Sie ist darüber hinaus Teil von Struggles for Sovereignty, der Solidaritätsplattform für Land, Wasser, Landwirtschaft und Ernährung.

19.30 Uhr

Abendessen (mit einer Arbeit von Elia Nurvista)

Akademie Schloss Solitude, Innenhof

Bitte melden Sie sich bis zum 5. Mai an: register@akademie-solitude.de

10 bis 13 Uhr
14 bis 18 Uhr

Pivilion – Your Darknet Pocket Gallery
(Pivillion – Deine Darknet-Taschen-Galerie)
Format C (Dina Karadžić und Vedran Gligo)

Workshop, Württembergischer Kunstverein

Bitte melden Sie sich bis zum 5. Mai an: register@akademie-solitude.de

Dieser Workshop zu freier Software und neuer Medienkunst basiert auf der Idee, multifunktionale, kostengünstige SoC-Computer (System on a Chip-Computer) als autonomen Darknet-Galerie-Server für digitale Kunst zu nutzen. Die Teilnehmenden werden eigene Darknet-Multi-/Hypermedia-Galerien strukturieren und erstellen und sie auf einem GNU/Linux-basierten System einrichten. Dabei werden sie ethische, ästhetische und technische Aspekte digitaler Kunst untersuchen, anwenden und diskutieren. HTML Kenntnise sind für diesen Workshop von Vorteil aber nicht notwendig.

Dina Karadžić ist Künstlerin und aktiv auf dem Feld der bildenden, digitalen und der Netzkunst. Sie ist künstlerische Leiterin von Format C, einer Kunstorganisation, die sich auf experimentelle Multimediaforschung und kreative Zusammenarbeit spezialisiert hat.

Vedran Gligo ist ein autodidaktischer DIY Hacker, Künstler, und kultureller Veranstaltungsorganisator. Im Alltag wendet er strikt nur Open-Source-Prinzipien an. Er unterstützt Zagrebs lokale Community indem er in Zagreb’s Autonomous Cultural Center kostenlose, für jeden zugängliche Workshops in digitalen Medien anbietet, die vom hacklab01 Projekt, das er 2009 mitgründete, durchgeführt werden.

19 Uhr, (45 Min.)

Soft Bread, Hard Times: A History of Food Texture Modification
(Weiches Brot, harte Zeiten: Eine Geschichte der Lebensmitteltextur-Modifikation)
Agnes Cameron und Gary Zhexi Zhang

Vortrag, Württembergischer Kunstverein

Die Geschichte der Nahrungsmitteltextur-Modifikation ist eng mit den Entwicklungen imperialer Lebensmittelsysteme verbunden. Die Beschaffenheit der Nahrungsmittel, die wir essen, hat Auswirkungen auf die angebauten Pflanzen, den Nährstoffgehalt der Gerichte und sogar darauf, wie wir über Essen sprechen. Auf diesen Eigenschaften gründet sich die regelmäßige Moralpanik in unserer Gesellschaft. In diesem Vortrag untersuchen wir industrielle Nahrungsmittelprozesse aus einer Perspektive, die sich kritisch mit technowissenschaftlichen Entwicklungen im Bereich der Nahrungsmitteltextur auseinandersetzt, anstatt sie abzulehnen.

Agnes Cameron ist Hardware- und Software-Ingenieurin mit besonderem Interesse für Simulation, Infrastruktursystemem, und der Distribution von Wissen. Derzeit entwickelt sie Arbeiten zu Lebensmittel-Versorgungsketten und industrieller Lebensmittel-Infrastruktur.

Gary Zhexi Zhang ist ein bildender Künstler. In seinen Arbeiten untersucht er die Fiktion, Infrastruktur und konzeptuellen Systeme, aus denen sich die gegenständliche Welt zusammensetzt, wie etwa Ökologie, Finanzen und Information.

Gary Zhexi Zhang und Agnes Cameron arbeiten gemeinsam zu Ökologie, Simulation und den sozialen Dimensionen von Computersystemen und Technologien.

20 Uhr (45 Min.)

Yesterday’s Rice, Tomorrow’s Solidarity
(Reis von gestern, Solidarität von morgen)
Anca Rujoiu im Gespräch mit Elia Nurvista

Künstlerinnengespräch, Württembergischer Kunstverein

Anknüpfend an den Kochworkshop, den Elia Nurvista zuvor am 10. Mai an der Akademie Schloss Solitude durchgeführt hat, spricht sie mit der Kuratorin Anca Rujoiu basierend auf ihrem Menü über Politik, Ökonomie und die Geschichte des Essens. Reis, Tempeh und Gado Gado – die Hauptbestandteile des Gerichts – bilden die Grundlage und Struktur dieses Gesprächs. Entlang des Rezepts beschäftigen wir uns mit Elias früheren Projekten, ihrem Engagement in verschiedenen Solidaritätsbewegungen in Indonesien und den Vorzügen des Kochens und gemeinsamen Essens.

Elia Nurvista erprobt ein breites Spektrum künstlerischer Medien mit einem interdisziplinären Ansatz und konzentriert sich auf den Diskurs über Lebensmittel. Durch Essen hinterfragt sie Macht, soziale und wirtschaftliche Ungleichheit in dieser Welt. Im Jahr 2015 initiierte sie mit Kolleg*innen verschiedener Disziplinen Bakudapan, eine Lebensmittel-Lerngruppe. Mit Bakudapan erforscht sie das Thema Essen im soziopolitischen und kulturellen Kontext. Sie ist darüber hinaus Teil von Struggles for Sovereignty, der Solidaritätsplattform für Land, Wasser, Landwirtschaft und Ernährung.

Anca Rujoiu ist Kuratorin und Herausgeberin. Sie kuratierte das Web-Residency-Programm »Solidarity is a verb« (2021) der Akademie Schloss Solitude in Kooperation mit ARC Bucharest. 2019 co-kuratierte sie die dritte Ausgabe der Art Encounters Biennial in Timișoara. Als Ausstellungskuratorin und spätere Leiterin des Bereichs Publikationen (2013–2018) war sie Gründungsmitglied des NTU Centre for Contemporary Art Singapore. Sie ist Doktorandin an der Monash University in Melbourne und forscht zum Aufbau von Institutionen, Künstler*innenarchiven und transnationalen Imaginationen.

21 Uhr (45 Min.)

A Matter of Course
(Selbstverständlichkeit)
Aline Xavier Mineiro

Filmvorführung und Gespräch, Württembergischer Kunstverein

A Matter of Course (2022) ist ein kurzer Experimentalfilm, die zeigt, wie Mütter nach der Geburt ihres Kindes ihre eigene Nabelschnur durchschneiden. Die Arbeit reflektiert darüber, wie Normen der Elternschaft auf individueller und gesellschaftlicher Ebene verkörpert werden, und betrachtet die Familienstrukturen und die Art und Weise, wie wir heute auf die Welt kommen. Seit der Neuzeit fordern westliche Ärzt*innen die Männer auf, nach der Geburt ihres Kindes die Nabelschnur zu durchtrennen. Wenn Frauen die Kontrolle über einen solchen symbolischen Akt wiedererlangen, werden vielfältige Interpretationen und Fragen provoziert, und die Geste des Durchschneidens der Nabelschnur kann als eine Form des Widerstands und der Transformation gesehen werden.

Aline Xavier Mineiro ist eine Künstlerin und Filmemacherin, die mit einer Vielzahl von Medien arbeitet, darunter Video, Fotografie, Skulptur und Installation. Ausgehend von Ideen der Nähe und der Interferenz aktiviert sie in ihrer Praxis Netzwerke von Menschen und Orten und verbindet das Kunstschaffen mit anderen Wissensgebieten, wie dem kulturellen Erbe und dem persönlichen und kollektiven Gedächtnis.

A Matter of Course (2022)
Digitales Video | 8 Minuten, Farbe, Sound

10 bis 13 Uhr

Expanding Solidarities in Interactive Digital Videogame Projects
(Erweiterung der Solidaritäten in interaktiven digitalen Videospielprojekten)
Grayson Earle, Peter Polack, Ricardo Miranda Zúñiga

Workshop, Merz Akademie und online

Bitte melden Sie sich bis zum 5. Mai an: register@akademie-solitude.de

Dieser Workshop bietet Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre interaktiven Videospiel-Projekte vorzustellen und zu diskutieren. Die Teilnehmenden haben jeweils ca. 5 bis 10 Minuten Zeit, um ihre Projekte zu demonstrieren, gefolgt von einer gemeinsamen Diskussion. Zu den Diskussionsthemen können auch die fragilen Solidaritäten gehören, die Spiele und vernetzte Umgebungen bieten – insbesondere während der Pandemie. Gemeinsam befassen wir uns mit voreingenommenen Codes, mit der Zugänglichkeit dieser Umgebungen, damit, wen sie ansprechen, wem diese beispielhaften interaktiven Videospielprojekte und -technologien letztlich nutzen, mit ihrem Potenzial, Organisation in analogen Räumen zu erleichtern, sowie mit Fragen zu spezifischen Projekten.

Grayson Earle ist ein US-amerikanischer zeitgenössischer Künstler und Aktivist, der neue Medien für politische Botschaften nutzt. Er ist als Mitglied des The Illuminator Art Collective bekannt für seine Guerilla-Videoprojektionen, ebenso wie für seine Mitarbeit an Bail Bloc, einem Computerprogramm, das die Kaution für inhaftierte Menschen stellt.

Peter Polack ist Designer und Doktorand an der Fakultät für Informationswissenschaften der University of California (UCLA). Seine Arbeit und Forschung befassen sich mit der Frage, wie technische Systeme unsere Wahrnehmung beeinflussen und welche Rolle die Kunst bei der Veranschaulichung dessen spielt, was die Technologie wahrnehmbar macht. Dieser Schwerpunkt wird verstärkt durch seinen Hintergrund in Spieldesign und Datenvisualisierung sowie durch seine Arbeit mit der Stop LAPD Spying Coalition, einer Bürger*inneninitiative, die die sozialen Auswirkungen polizeilicher Überwachungssysteme analysiert.

Ricardo Miranda Zúñiga betrachtet Kunst als eine soziale Praxis, die den Dialog im öffentlichen Raum sucht. Die Art und Weise, wie sich Ungleichheit und Macht in unserem Leben manifestieren, zieht sich als roter Faden durch Ricardos Arbeit.

14 bis 16 Uhr

Castle of Crossed Destinies: Grounding Workshop
(Castle of Crossed Destinies: Grundlagen Workshop)
Castle of Crossed Destinies (Aouefa Amoussouvi, Sasha Engelmann, Olivia Berkowicz)

Workshop, Online

Bitte melden Sie sich bis zum 5. Mai an: register@akademie-solitude.de

Dieser Online-Workshop eröffnet einen Dialog auf der Grundlage der von Castle of Crossed Destinies entwickelten Spielkarten »The Devil«, »Anandamide«, »7Mhz« und der Monologe, die von feministischen Prinzipien geprägt sind. Die Teilnehmenden sind eingeladen, auf die Monologe und Fragen der Karten in verschiedenen Medien zu antworten. Der Workshop ist ein Raum der Selbstreflexion, in dem diese Antworten gesammelt und gemeinsam diskutiert werden.

The Castle of Crossed Destinies wurde von der Geografin Sasha Engelmann, der Kuratorin Olivia Berkowicz und der Kuratorin und Biophysikerin Aouefa Amoussouvi initiiert. In kollektiven Begegnungen verbinden sie Rituale, Technologien, feministische Narrative in Wissenschaft und Kunst sowie persönliche Erfahrungen und Reflexionen über generationenübergreifende Erinnerungen und Migrationen.

Eröffnung der Festivalzentrale und Ausstellung
18 Uhr, Kunstverein Wagenhalle

Bar geöffnet von 18 bis 23 Uhr

Live-Stream von 19 bis 20 Uhr 

Beyond Borders It’s Made Up of Islands
(Jenseits der Grenzen besteht es aus Inseln)
die Blaue Distanz

Beyond Borders It’s Made Up of Islands ist das Raumkonzept für die Hauptspielstätte des Festivals »Fragile Solidarity/Fragile Connections« im Kunstverein Wagenhalle, entworfen von die Blaue Distanz. Die räumlichen Elemente sind maßgeblich von den Grundprinzipien der Solidarität inspiriert. Mal dezentralisiert, mal bedingungslos unterstützend, laden sie das Publikum dazu ein, sich zu versammeln und solidarische und nicht hierarchische Praktiken zu erkunden.

die Blaue Distanz sind Anna Erdmann und Franziska Goralski. Seit zwei Jahren arbeiten sie künstlerisch zusammen. In ihrer Zusammenarbeit beschäftigen sie sich mit Themen wie Identitäts(de)konstruktion, Identitätsbilder, weibliche* Vorbilder, queere Lebensweisen, Selbst-Darstellung als künstlerische Intervention und dem Sichtbarmachen unterrepräsentierter Entscheidungen.

Assemblies, Swarms, and Intricate Webs – no solidarity exists in a social void
(Versammlungen, Schwärme und verschlungene Netze – in einem sozialen Vakuum gibt es keine Solidarität)

Ausstellung, kuratiert von Jazmina Figueroa und Denise Helene Sumi

Öffnungszeiten: Freitag und Samstag, 13. und 14. Mai 2022, jeweils 14 bis 23 Uhr
Ausstellungsführung: Freitag, 13. Mai 2022, 15.30 bis 16.30 Uhr

Mit Arbeiten von Lark Alder aka. Lark VCR, Call to Action, Agnes Cameron and Gary Zhexi Zhang, Castle of Crossed Destinies (Aouefa Amoussouvi, Sasha Engelmann, and Olivia Berkowicz), Distributed Cognition Cooperative (Sasha Shestakova and Anna Engelhardt), Grayson Earle, Format C (Dina Karadžić and Vedran Gligo), Frisch&Schick (Johannes Frick & Jasmin Schädler), Zahra Malkani, Aline Xavier Mineiro, More of Us, Simina Neagu, Anca Rujoiu (lädt ein Medina Bazargali, Alevtina Kakhidze, and Nge Lay), Juan Pablo García Sossa (JPGS), und Peter Polack

19 Uhr (60 Min.)

Traces of the 1907 Socialist International Congress (Spuren des Internationalen Sozialistenkongresses 1907)
Margret Frenz im Gespräch mit Grayson Earle und Ana María Gómez López

Vortrag und Gespräch, Kunstverein Wagenhalle und Live-Stream

Was sind die Spuren des Internationalen Sozialistenkongresses 1907 in Stuttgart, sowohl in den Archiven der Stadt als auch an anderen Orten? Dies ist ein Gespräch über interdisziplinäre Perspektiven im Zusammenhang mit Artefakten, Fotografien und Ephemera dieses Ereignisses, wie sie von der Historikerin Margret Frenz und den Künstler*innen Grayson Earle und Ana María Gómez López betrachtet werden. Wie können diese Bestandteile in der Gegenwart gelesen werden, insbesondere durch das antiimperiale, feministische und pazifistische Vermächtnis des Internationalen Sozialistenkongresses 1907? Wie können sie ein neues Verständnis der internationalen Arbeiter*innensolidarität schaffen, insbesondere angesichts ihrer übersehenen lokalen und globalen Geschichte?

Margret Frenz ist Historikerin mit einem Schwerpunkt auf globaler, transnationaler und imperialer Geschichte sowie auf vergleichenden sozialen und kulturellen Perspektiven.

Grayson Earle ist ein US-amerikanischer zeitgenössischer Künstler und Aktivist, der neue Medien für politische Botschaften nutzt. Er ist als Mitglied des The Illuminator Art Collective bekannt für seine Guerilla-Videoprojektionen, ebenso wie für seine Mitarbeit an Bail Bloc, einem Computerprogramm, das die Kaution für inhaftierte Menschen stellt.

Ana María Gómez López ist eine interdisziplinäre Künstlerin und Forscherin. Sie lebt in Amsterdam. Sie schafft dauerhafte und körperbezogene Arbeiten, die im Selbstversuch und in der wissenschaftsgeschichtlichen Archivrecherche verankert sind.

21 Uhr bis Mitternacht

approppreciation
(Aneignung/Anerkennung)
DJ-Set von Kristina Arlekinova

Sound, Kunstverein Wagenhalle

Kristina spielt Anadolu Rock, Arabeske, Bossa Nova, Chicha, Disco, Estrada, Fusion, J-Rock, Krautrock, Pop française, Phleng Thai sakon, Tropicália, world music.

Kristina Arlekinova ist Medienkünstlerin und Musikerin. In ihrer künstlerischen Praxis schafft sie interdisziplinäre Diskursräume, indem sie Film, Musik und bildende Kunst kombiniert. Durch die Erforschung einer neuen Ästhetik und die Überwindung von Narrativen macht sie Hinterhältiges sichtbar. Durch den Aufbau kollektiver Archive schafft sie Gemeinschaft.

10 bis 13 Uhr

The Notion of Schiller’s »Spiel«
(Schillers Spielbegriff)
Spielgruppe

Workshop, Lesekreis, Kunstverein Wagenhalle

Bitte melden Sie sich bis zum 5. Mai an: register@akademie-solitude.de

Die Spielgruppe liest Werke von Autor*innen wie Mariana Mazzucato, Paul Lafargue, Frigga Haug und anderen. Sie nutzen das gemeinsame Lesen, um ihre Arbeitsbedingungen als Künstler*innen und ihre Rolle in einer kapitalistischen Gesellschaft zu reflektieren und sich über Strategien im Umgang mit einem anarcho-kapitalistischen Kunstmarkt und grausamen Arbeitsbedingungen in der Gig Economy auszutauschen. In der öffentlichen Lesegruppe wollen sie in Anlehnung an Schillers Spielbegriff das Spiel als Gegenbewegung zu gegenwärtigen wirtschaftlichen Arbeitsbedingungen etablieren. Der Workshop Reader liegt in Deutsch und Englisch vorliegen und er Workshop kann nach Bedarf bi-lingual abgehalten werden.

Im Februar 2021 gründeten einige Künstler*innen aus Stuttgart einen Lesekreis unter dem Namen »Spielgruppe«. Seit ihrer Gründung treffen sie sich einmal pro Woche. Bei dem Festival-Lesekreis werden Janis Eckhardt, Ariane Koziolek, Florian Model, Dirk Reimes, Mira Simon und Alexander Sowa von der Spielgruppe anwesend sein.

14 bis 15 Uhr

The Trolley Dilemma
(Das Trolley-Problem)
Simona Dumitriu und Ramona Dima (Simona & Ramona aka Claude & Dersch)

Interaktiver performativer Vortrag, Online

Bitte melden Sie sich bis zum 5. Mai an:
register@akademie-solitude.de

Das Projekt von Simona Dumitriu und Ramona Dima für die Web Residency von Digital Solitude, »Solidarity Is a Verb«, brachte Null-Stunden-Verträge und prekäre Arbeitsbedingungen in Schweden ans Licht. Es nimmt die Perspektive persönlicher Geschichten ein, ist jedoch auch eng verknüpft mit der Vorstellung von »Schicksal«. Auf der Grundlage dieses Projekts haben Dumitriu und Dima eine Performance für ein Live-Zoom-Event im Rahmen des Festivals mit einem partizipativen Publikum entwickelt, das ihre Geschichte und die Geschichten anderer im Format eines »Choose your own adventure«-Narrativ präsentiert. Wie bei einem »Choose your own adventure«-Buch oder Spiel wird das Publikum aufgefordert, aus einer Reihe von Optionen zu wählen und darüber abzustimmen; dabei eröffnet jede Option verschiedene Alternativen zum Trolley-Problem. So bestimmen wir über unser eigenes Schicksal.

Simona & Ramona (aka Claude & Dersch) ist das künstlerische Alter Ego des Lebens- und Arbeitsduos Simona Dumitriu und Ramona Dima. Simona und Ramona eint ihr gemeinsames Interesse für Poesie und autoethnographisches Schreiben als politisches Tool.

15:30 bis 16:30 Uhr

Rundgang durch die Ausstellung Assemblies, Swarms, and Intricate Webs – no solidarity exists in a social void mit den anwesenden Künstler*innen

Ausstellungsführung, Kunstverein Wagenhalle

17 Uhr (45 Min.)

Fantastic Confabulations
(Fantastische Konfabulationen)
Jazmina Figueroa und Theodoulos Polyviou

Künstler*innengespräch, Kunstverein Wagenhalle und Live-Stream

Die Auseinandersetzung mit institutioneller Körperlichkeit und kulturpolitischen Erzählungen durch erweiterte Medien steht im Mittelpunkt der gemeinsamen Praxis von Theodoulos Polyviou und Jazmina Figueroa. Ausgehend von dem Projekt Transmundane Economies (2022–laufend), welches das zypriotische Kulturerbe in virtuellen Räumen rekontextualisiert, wird Theodoulos Polyviou seine künstlerische Praxis vorstellen. Diese dient als konzeptioneller Rahmen für die Auseinandersetzung mit den sozialen und epistemischen Eigenschaften immersiver Medien innerhalb und außerhalb institutioneller Kontexte. Im Gespräch mit Jazmina Jazmina Figueroa wird über nicht-lineare Formen des Geschichtenerzählens, die Möglichkeiten digitaler Erfahrungen, und der Inszenierung von Nicht-Räumen gesprochen.

Theodoulos Polyviou ist Künstler und lebt in Berlin. Derzeit ist er Artist in Residence bei Kora – Contemporary Arts Center in Lecce, Italien.

Jazmina Figueroa ist Autorin und derzeit Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude. In ihren Texten und Recherchen setzt sie sich kritisch mit der Extraktion von Daten und Erfahrungen mit Technologie auseinander, die immens persönlich, nicht skalierbar und von Natur aus soziopolitisch sind.

18 Uhr (30 Min.)

The Grave
Danae Tapia

Performativer Vortrag, Kunstverein Wagenhalle und Live-Stream

The Grave verwendet Auszüge aus dem Kommunistischen Manifest und kombiniert sie mit kuratierten Bildern, die Danae Tapia in Signal-Chats mit Freund*innen gesammelt hat. Absicht ist es, eine orakelhafte Instanz zu schaffen, die die spirituell aufgeladene Ästhetik des Textes von Marx und Engels und visuellen Medien in Verbindung mit digitalen Intimitäten nutzt. Letztendlich handelt es sich um eine Übung der Re-Territorialisierung mit dem Potenzial, eine Vielzahl von Bedeutungen zu entfachen, die sich an sozialistischen Idealen orientieren. Wie kann die Erzählung einer Revolution anhand von Archivmaterial kritisch neu bewertet werden? Sie folgt den Pfaden der Ideologie, um herauszufinden, ob die kommunistische Bewegung im vom kapitalistischen Prekarität geprägten 21. Jahrhundert noch relevant ist und ob die Kämpfe der Menschen weiterhin mit Konzepten wie »Aktivismus« oder »Solidarität« ausgefochten werden können.

Danae Tapia, geboren in Chile, ist eine feministische Autorin, Multimediakünstlerin und Technologin aus der Arbeiter*innenklasse. Sie ist Dozentin für Hacking und Autonome Praktiken an der Willem de Kooning Academie in Rotterdam, Niederlande, sowie Gründerin des Digital Witchcraft Institute.

19.30 Uhr (45 Min.)

Solidarity Must Be Defended
(Solidarität muss verteidigt werden)
Simina Neagu, Eszter Szakács und Naeem Mohaiemen

Gespräch, Kunstverein Wagenhalle und Live-Stream

Die Künstlerin Simina Neagu spricht mit der Kuratorin Eszter Szakács und dem Künstler Naeem Mohaiemen über den Reader Solidarity Must Be Defended. Der Band versammelt Projekte zu Gesten und Haltungen in der bildenden Kunst rund um die transnationale Solidarität während des Kalten Krieges. Im Austausch unter anderem mit den quietistischen Tendenzen der Blockfreiheit und dem radikalen Ansatz der Befreiungsbewegungen werden sowohl bedeutende Initiativen als auch tragische Fehlschläge in einer verstrickten, dekolonisierenden Welt beleuchtet. Diese Anthologie beginnt mit der Feststellung, dass transnationale Solidarität es immer wert ist, gefeiert zu werden, erkennt aber auch an, dass eine solche Solidarität äußerst schwierig zu leben ist.

Simina Neagu ist Kulturschaffende, Kuratorin und Autorin. Sie arbeitet derzeit als Programm- und Betriebskoordinatorin bei iniva (Institute of International Visual Arts). Frühere Projekte befassten sich mit der Geschichte der Diaspora, Netzwerken internationaler Solidarität, Übersetzung, Arbeit und Zugang in der Kunst sowie der Konstruktion des öffentlichen Raums.

Eszter Szakács ist Kuratorin, Forscherin und Doktorandin an der Universität von Amsterdam. Eszter Szakács gehört zum Kurator*innenteam der Basis-Kunstinitiative OFF-Biennale Budapest und war Teil des Teams der East Europe Biennial Alliance, das gemeinsam die Kiewer Biennale 2021 kuratierte.

Naeem Mohaiemen erforscht die Formen von Utopie und Dystopie – angefangen vom Höhepunkt der Dekolonisierung in der muslimischen Welt bis hin zu unwahrscheinlichen transnationalen Allianzen. Er ist außerordentlicher Professor für Bildende Kunst und Bereichsleiter für Fotografie an der Columbia University, New York.

20:30 Uhr (45 Min.)

Epistolary Ancestries
(Ahnenforschung in Briefform)
Kiran Kumār

Performativer Vortrag, Kunstverein Wagenhalle und Live-Stream

Epistolary Ancestries untersucht die Möglichkeit der Weitergabe von persönlichen Praktiken. Ausgehend von einer verkörperten Tanzpraxis wird ein archivarischer Korpus aus Worten, Tänzen, Bildern und Liedern zu einer essayistischen Konstellation verwoben, die wiederum als offener Brief an eine bereits verstorbene Person formuliert ist: an Tänzer*innen, Schriftsteller*innen, Bildhauer*innen, Mathematiker*innen und Ärzt*innen. Neun Essays in Briefform beschäftigen sich mit künstlerischer Rekonstruktion, national-kultureller Identifikation, feministischer Moderne, Fabulierung und Geschichtsschreibung, dekoloniale Strategien und kritische Wissenschaftlichkeit. Mit Epistolary Ancestries erweitert Kiran Kumār die Praxis des Gesprächs mit den Toten sowohl als fragile Verbindung als auch als Praxis der (Wieder-)Erinnerung und damit der Neugestaltung unserer Welt.

Kiran Kumār ist Künstler, Forscher und Autor. Er nähert sich dem menschlichen Körper-Geist durch eine dreigeteilte Praxis des Tanzes als Kunst, Wissenschaft und Spi/rituellem. Seine Forschungen sind vor allem in den somatischen Praktiken des Haṭha-Yoga, des Kaḷaripayaṭṭ und des traditionellen indischen Tempeltanzes verwurzelt und umfassen kritische, konzeptionelle und künstlerische Untersuchungen dieser Praktiken.

21:30 Uhr (45 Min.)

DESMONTE (To Become Undone)
(Dekonstruktion)
Pedro Oliveira (OLVRA)

Live Sound-Performance, Kunstverein Wagenhalle und Live-Stream

DESMONTE (To Become Undone) ist eine Performance für Elektronik und Stimmaufzeichnung, die versucht, die Stimme vom Körper und den Körper vom Ursprung zu trennen. Das Stück ist eine Studie über die Grenzen und das Versagen des (maschinellen) Zuhörens. Spektraltechniken ähnlich der so genannten »Dialekterkennungssoftware«, einer proprietären Technologie, die in Deutschland bei Fällen von Asylbewerber*innen ohne Papiere eingesetzt wird, macht das Stück sich zu eigen und zweckentfremdet sie. DESMONTE wird mit und durch die Stimme der Death-Metal-Sängerin Fernanda Lira (Crypta) konstruiert.

Pedro Oliveira ist Forscher und Klangkünstler, der sich in seiner Arbeit mit den kulturellen und kolonialen Ausprägungen von Zuhören, Gewalt und der Überwachung von Körpern in städtischen und grenznahen Räumen beschäftigt. Er hat an der Universität der Künste Berlin promoviert.

22:30 Uhr (60 Min.)

ZEBULARIN (+ After Party)

Live-Konzert, Neue Schachtel
Eintritt: 5 Euro

Zebularin erschafft experimentelle, improvisierte, multiinstrumentale und elektro-akustische Klänge. Zebularins neueste Produktionen sind das Resultat wöchentlicher Aufnahme-Sessions zwischen März und Juli 2020, als man noch anahm, dass sie Pandemie zu verlangsamen scheint. Es ist ein gewagter Ansatz dafür, wie gemeinsame Improvisation seit dem Beginn der Covid-Ära funktionieren kann. Neben Schlagzeug und Gitarre kommen eine Fülle von Synthesizern und Effekten sowie andere Instrumente zum Einsatz.

Zebularin besteht aus Daniel Vujanic und Daniel Kartmann. Zu Synthesizer-Wellenformen gesellt sich ein Schlagzeug, und beide führen ein lebendiges Gespräch zwischen digitalem Rauschen und analogem Free Jazz, um einen gemeinsamen Rhythmus für ihre Reise zu finden.

10 bis 12 Uhr

Queer Artists’ Perspective on the Socio-Political Mutations
(Perspektiven queerer Künstler*innen auf sozio-politische Veränderungen)
Giorgi Rodionov

Workshop, Kunstverein Wagenhalle

Bitte melden Sie sich bis zum 5. Mai an: register@akademie-solitude.de

Der Workshop gibt einen Einblick in die Erfahrungen queerer Künstler*innen aus dem südlichen Kaukasus mit Selbstorganisation und ihrem Umgang mit 30 Jahren ständiger sozio-politischer Veränderungen, gepaart mit Armut und Konflikten. Die Teilnehmenden werden die Schwierigkeiten des künstlerischen Dialogs über Queere-Themen erörtern, die sich ergeben, wenn ausländische Terminologien zu Menschenrechten ohne angemessene Übersetzungen verwendet werden.

Giorgi Rodionov ist ein Künstler und Kurator aus Tiflis mit einem Schwerpunkt auf soziale und politische Geschichten aus dem südlichen Kaukasus. Die meisten seiner Arbeiten sind forschungsbasiert und werden in verschiedenen Medien umgesetzt. Außerdem gründete Giorgi Untitled Tbilisi – einen Kunstraum mit dem Ziel, Künstler*innen zusammenzubringen und einen Dialog über Menschenrechte zu eröffnen.

13 bis 15 Uhr

Clearing The Traum(a): A Ritual Of Collective Healing
Mia Imani Harrison

Workshop, Kunstverein Wagenhalle

Zu den Leitprinzipien und Fragen in diesem Workshop gehören: Wer kann es sich leisten zu träumen? Schwarze Aktivist*innen und Künstler*innen haben die Notwendigkeit erkannt, Schlaf und Träume von kolonialen Agenden zurückzuerobern, und haben die Bewegung »Rest for Resistance« gegründet. Diese Bewegung hat sich parallel zum rasanten Wachstum der Schlaftechnologie zu einer Multimilliarden-Dollar-Industrie mit Produkten für Menschen mit Schlafmangel entwickelt. Die nächste Grenz, welche auch im Workshop diskutiert werden soll, ist die Traum-Neurotechnologie – eine Technologie, die direkt mit dem träumenden Geist in Verbindung steht. Beispiele hierfür sind Wearables für luzides Träumen, Traumaufzeichnungen und Traumwerbung.

Mia Imani Harrison, Künstlerin und Aktivistin hinterfragt, wie entrechtete Gemeinschaften individuelle, gemeinschaftliche und gesellschaftliche Traumata heilen können, indem sie Werke schafft, die zwischen den Welten der Kunst und der Wissenschaft angesiedelt sind. Dieser »dritte Weg« mischt unkonventionelle Methoden (Träume, Rituale) und Wissenschaft (Ethnographie, Geographie, Psychoanalyse), um neue potentielle Wege des Seins zu erträumen.

16 Uhr (30 Min.)

The Internet Farm and the Philippine Circumstance
(Die Internet-Farm und die philippinischen Verhältnisse )
Mac Andre Arboleda

Filmvorführung und Künstlergespräch, Kunstverein Wagenhalle und Live-Stream

Mac Andre Arboleda zeigt einen Ausschnitt aus seinem Video mit dem vorläufigen Titel The Internet Farm and the Philippine Circumstance. Dieses Video stellt seine Arbeit The Internet Farm vor, ein webbasiertes Projekt und Kollektiv, das sich aus der militarisierten Pandemie-Situation auf den Philippinen entwickelt hat. In der anschließenden Diskussion spricht Arboleda Themen rund um gegenseitige Hilfe, digitale Medien im Zeitalter des Plattformkapitalismus, softe Netzwerke und Kunstschaffen in der Pandemie an.

Mac Andre Arboleda untersucht als Künstler die Perversion des Internets durch Forschung und Dialog, Kunst und Text sowie Organisation und Veröffentlichung. Er ist Gründungspräsident des UP Internet Freedom Network, einer Allianz von Studierenden und Freiwilligen, die sich für digitale Rechte auf den Philippinen und darüber hinaus einsetzt.

16:30 Uhr (30 Min.)

Futura Trōpica – A Decentralized Network
(Futura Trōpica – Ein dezentralisiertes Netzwerk)
Juan Pablo García Sossa (JPGS)

Künstlergespräch, Kunstverein Wagenhalle und Live-Stream

Bis heute ist es eine weit verbreitete Meinung, dass technische Innovationen in den Tropen ein direktes Erbe kolonialer und postkolonialer Interventionen sind und nicht Ausdruck echter Interaktionen zwischen neuen Technologien, endemischen Praktiken und independenten Traditionen. Juan Pablo García Sossa (JPEGS) wird seine Recherchen aus Gebieten in Kolumbien, Brasilien, Kenia, Tansania, Indien, Vietnam und Thailand, neben vielen anderen, vorstellen. García Sossa hat untersucht, wie aufkommende Technologien in den Tropen »gehackt« oder neu angeeignet werden, und dabei Szenarien entwickelt, die im so genannten Globalen Norden sonst so nicht gedacht werden. Futura Trōpica konzentriert sich dabei auf die Weiterentwicklung des Konzepts der FLOW (Free Libre Open Wild)-Systeme im Gegensatz zu FLOSS (Free Libre OpenSource Software). FLOW sind Systeme, die veränderbar, wiederverwendbar und wild sein sollen.

Juan Pablo García Sossa (JPGS) ist Designer, Forscher und Künstler mit einer Faszination für das Aufeinandertreffen neuer Technologien und Populärkultur in den Tropen. Seine Praxis erkundet die Entwicklung von Kulturen, Realitäten und Welten durch die Wiederaneignung von Technologien aus einer Tropikós-Perspektive (die Tropen als Region und Mentalität).

17 Uhr (45 Min.)

How to Complete a Network?
(Wie vollendet man ein Netzwerk?)
Podium mit Juan Pablo García Sossa (JPGS), Dina Karadžić und Vedran Gligo, moderiert von Mac Andre Arboleda

Podium, Kunstverein Wagenhalle  und Live-Stream

Das von Mac Andre Arboleda initiierte Projekt How to Complete a Network? bringt Künstler*innen und Kollektive aus dem Digital Solitude-Netzwerk zusammen, die sich mit der Organisation und dem Aufbau von Netzwerken und Kollektiven, ob online oder offline, für einen bestimmten Zweck beschäftigen. Dieses Panel befasst sich mit den Bedenken, Hoffnungen und Misserfolgen beim Aufbau von Solidarität, um die Frage zu beantworten, wie bestehende Netzwerke besser gepflegt werden können, insbesondere in einer durch Technologie vermittelten Welt. Mac Andre Arboleda beginnt diese Untersuchung mit seiner persönlichen Erfahrung bei der Gründung des Artists for Digital Rights Network, einer Allianz von Künstler*innen/Aktivist*innen im asiatisch-pazifischen Raum.

Mac Andre Arboleda untersucht als Künstler die Perversion des Internets durch Forschung und Dialog, Kunst und Text sowie Organisation und Veröffentlichungen. Er ist Gründungspräsident des UP Internet Freedom Network, einer Allianz von Studierenden und Freiwilligen, die sich für digitale Rechte auf den Philippinen und darüber hinaus einsetzt.

Juan Pablo García Sossa (JPGS) ist ein Designer, Forscher und Künstler mit einer Faszination für das Aufeinandertreffen neuer Technologien und Populärkultur in den Tropen. Seine Praxis erkundet die Entwicklung von Kulturen, Realitäten und Welten durch die Wiederaneignung von Technologien aus einer Tropikós-Perspektive (die Tropen als Region und Mentalität).

Dina Karadžić ist Künstlerin und aktiv auf dem Feld der bildenden, digitalen und der Netzkunst. Sie ist künstlerische Leiterin von Format C, einer Kunstorganisation, die sich auf experimentelle Multimediaforschung und kreative Zusammenarbeit spezialisiert hat.

Vedran Gligo ist ein autodidaktischer DIY Hacker/Künstler/kultureller Veranstaltungsorganisator. Er lebt und arbeitet in Zagreb/Kroatien. Im Alltag wendet er strikt nur Open-Source-Prinzipien an. Er unterstützt Zagrebs lokale Community indem er in Zagreb’s Autonomous Cultural Center kostenlose, für jeden zugängliche Workshops in digitalen Medien anbietet, die vom hacklab01 Projekt, das er 2009 mitgründete, durchgeführt werden.

19 Uhr (45 Min.)

LET’S WRITE A CURSE
(LASST UNS EINEN FLUCH SCHREIBEN)
Ulla Heinrich, Andara Shastika im Gespräch mit Elke aus dem Moore und akiko soyja

Kunstverein Wagenhalle und Live-Stream

Mitglieder von dgtl fmnsm und Gäste im Gespräch über die Ausschreibung der dgtl fmnsm Web Residency für die Akademie Schloss Solitude: »Resting: Undesired by the Market«, strukturelle Gewalt im Kunstbetrieb und feministische Perspektiven auf Gerechtigkeit.
LETS WRITE A CURSE entstand aus einer Online-Diskussion von dgtl fmnsm mit den internationalen Bewerber*innen für die Ausschreibung »Resting!«. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage nach intersektionaler Gerechtigkeit innerhalb der Kunstszene. Gemeinsam wurden Forderungen an Institutionen entwickelt, die während des Vortrags vorgestellt werden.

Für dgtl fmnsm collective: Andara Shastika ist Künstlerin, die mit digitalen Medien und Performance arbeitet, Community-Organisatorin aus Kassel und derzeit eine der künstlerischen Assistent*innen im Forschungsprojekt ComArts (Community Arts) an der Fachhochschule Düsseldorf, geleitet von Prof. Dr. Swantje Lichtenstein und Prof. Maria Schleiner.

Ulla Heinrich ist Gründerin von dgtl fmnsm, Kulturvermittlerin, Kuratorin für hybride und digitale Kunst und Geschäftsführerin des queerfeministischen Magazins »Missy Magazine«.

Elke aus dem Moore ist Direktorin der Akademie Schloss Solitude. Ihr kuratorischer und programmatischer Ansatz folgt dem Prinzip der Begegnung, des Austauschs und des Dialogs. Die Verschränkung von globalen gesellschaftlichen Fragestellungen mit lokalen Erfahrungen und Praktiken zeitgenössischer Kunst bestimmen die programmatische Ausrichtung ihrer Arbeit.

akiko soyja interessiert sich für die Unterbrechung des binären Denkens, dafür, wie wir verschiedene Kämpfe und Bewegungen miteinander verbinden können und was die Gesellschaft mit unseren Körpern macht. In akikos Arbeiten geht es um Antirassismus, Queer-Feminismus, Empowerment und Machtteilung.

20 Uhr (30 min.)

TRIGGERWARNUNG: Die folgende Arbeit enthält explizite Bilder von Krieg, die einige Zuschauer*innen verstörend finden könnten oder die zu Retraumatisierung führen können. Während der Veranstaltung wird eine Awareness-Beauftragte vor Ort sein.

Aftermath of Future Deaths
(Nachwirkungen zukünftiger Tode)
Anna Engelhardt (Distributed Cognition Cooperative)

Performativer Vortrag, Live-Stream

Kolonialkriege im Zusammenhang mit der Eroberung von Raum ziehen sich durch die Geschichte. Russische koloniale Invasionen erstrecken sich über Generationen und setzen ihre Ziele wiederholten Zyklen von Angst und Gewalt aus. Russische Waffen, von denen behauptet wurde, sie würden in der High-Tech-Zukunft ferngesteuerter Kämpfe existieren, stecken im Schlamm der Zeit fest. Ihre koloniale Gewalt schreibt sich in ihrer Rückständigkeit fort. Während die Toten eines Krieges die Toten eines anderen Krieges heimsuchen, denkt Anna Engelhardt darüber nach, wie die fest verdrahtete Obsoleszenz des russischen Kolonialismus verstärkt werden kann.

Anna Engelhardt ist eine russische Wissenschaftlerin, Medienkünstlerin und Autorin. Ihre Forschungen nehmen im Laufe ihrer Entwicklung unterschiedliche mediale Formen an, darunter Publikationen, Videos, Websites und physische Objekte. Ihr Hauptinteresse gilt dekolonialen Ansätzen für den Cyberspace, die sie in ihrer Dissertation über russische Cyberkriegsführung als koloniales Unterfangen weiterentwickelt.

20:30 Uhr (30 Min.)

Magandzelo
Nkhensani Mkhari

Performance, geführte Meditation und Diskussion, Live-Stream

Magandzelo bedeutet auf Tsonga »Ritual«. Nkhensani Mkhari lädt zu einem Online-Mediationsritual oder Ehleketa hi vuenti ein, bei welchem die Teilnehmenden sich (wieder) mit ihrer Ahnenreihe verbinden. Eine transtemporale, flüchtige Geste, die in der Zeit zurück- und vorwärtsschaut.

Nkhensani Mkhari ist ein*e in Johannesburg/Südafrika lebende*r multidisziplinäre*r Künstler*in und Kurator*in. Mkharis breite Praxis umfasst Fotografie, Malerei, Performance-Kunst, Sounddesign und neue Medien. Xies Kunstwerke funktionieren als multimodale, materiell-semiotische Metaphern.

21 Uhr (45 min.)

Dreaming Black Futures
Mia Imani Harrison

Performance, Kunstverein Wagenhalle and Live Stream

Mia Imani Harrison, Künstlerin und Aktivistin hinterfragt, wie entrechtete Gemeinschaften individuelle, gemeinschaftliche und gesellschaftliche Traumata heilen können, indem sie Werke schafft, die zwischen den Welten der Kunst und der Wissenschaft angesiedelt sind. Dieser »dritte Weg« mischt unkonventionelle Methoden (Träume, Rituale) und Wissenschaft (Ethnographie, Geographie, Psychoanalyse), um neue potentielle Wege des Seins zu erträumen.

22 Uhr bis Mitternacht

Neuer eigener Punk
Xzavier Stone

DJ Set, Kunstverein Wagenhalle

Zum Abschluss des Festivals wird Xzavier Stone ein DJ-Set spielen. Die Neukontextualisierung von Rap-Musik und R&B auf zeitgenössische Weise ist ein allgegenwärtiges Motiv in seinen Werken, das Xzaviers Interesse und Leidenschaft für die Hip-Hop-Kultur widerspiegelt. Im Laufe der Jahre hat Stone seine klanglichen Visionen weit über die Grenzen des Hip-Hop hinaus manifestiert und sich zu einem außergewöhnlichen Künstler entwickelt.

Xzavier Stone ist Künstler, Produzent, DJ und Vokalist. Er feilte jahrelang im Verborgenen an seinem Sound, bevor er sich ein Stammpublikum aufbaute, das sich von seinen einzigartig kühnen und doch verspielten Werken angezogen fühlt, die er über Fractal Fantasy, sein eigenes XZA-Imprint und die gemeinsame Plattform »YAWREDDY?!« mit seinem häufigen Kollaborateur Modulaw veröffentlicht. Xzavier arbeitet derzeit an der Veröffentlichung seines zweiten Albums, das im Juli 2022 erscheinen soll.

Akademie Schloss Solitude - Festival »Fragile Solidarity/Fragile Connections«

Hinweise auf Video- und Fotoaufnahmen beim Livestream

Im Rahmen des Festivals Fragile Solidarity/Fragile Connections vom 10. bis 14. Mai 2022 werden im Livestream Bildaufnahmen erstellt. Nachfolgend informieren wir Sie über die Art und Zwecke der Bildaufnahmen, über die Rechtsgrundlagen und Ihre Rechte.

Datenschutzbeauftragter:
RA Thomas Lang
Fachanwalt für Arbeitsrecht & zertifizierter Datenschutzbeauftragter
Oberer Kirchhaldenweg 9 b
70195 Stuttgart
Telefon: 0711 – 12 57 85 49
E-Mail: office@datenschutzadvokat.de

Die Bildaufnahmen werden zu den folgenden Zwecken verwendet: Bereitstellung der Aufnahmen für die Teilnehmer am Livestream

Rechtsgrundlagen der Aufnahmen: Berechtigte Interessen an der Nutzung der Aufnahmen zu den vorgenannten Zwecken gem. Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. f., 85 DSGVO in Verbindung mit §§ 22, 23 KUG.

Aufbewahrungsdauer der Bildaufnahmen: Die Bildaufnahmen werden solange aufbewahrt, wie das zu den vorgenannten Zwecken erforderlich ist. Die Bildaufnahmen können intern unbeschränkt aufbewahrt werden, z.B. zur Sicherung von urheberrechtlichen Rechtsansprüchen durch Nachweis von Originalaufnahmen und darüber hinaus aus Gründen zeitgeschichtlicher Dokumentation. Im Fall der Veröffentlichung, können die Aufnahmen solange publiziert werden, wie die jeweiligen Publikationsträger, Artikel oder Beiträge öffentlich zugänglich sind.

Ihre Rechte: Sie können Ihr Recht auf Auskunft oder Berichtigung, Löschung und Einschränkung der Verarbeitung der Fotografien geltend machen und können sich bei der zuständigen Aufsichtsbehörde beschweren. Sie können der Verarbeitung von Aufnahmen und Daten, die Sie betreffen jederzeit widersprechen. Eine ausführliche Beschreibung Ihrer Rechte finden Sie in unserer Datenschutzerklärung unter www.akademie-solitude.de/de/privacy-policy/